Evander lebt auf Hazelthorn, dem riesigen Anwesen der Familie Lennox-Hall mit dem verwilderten Garten, der alles zu verschlingen droht. Sehen kann Evander das jedoch lediglich aus seinem Fenster, denn er darf sein Zimmer nicht verlassen. Er ist krank. Den gleichaltrigen Laurie, den Enkel von Mr. Lennox-Hall kann er deswegen nur aus der Ferne beobachten. Und vielleicht ist das gut, denn zu präsent sind die Erinnerungen an jenen Tag im Garten, an dem Laurie versucht hat, ihn zu umzubringen …
„Hazelthorn“ ist ein grauenhaftes, erschütterndes Erlebnis, das zu Tränen rühren kann und sich haarscharf auf der Kante zwischen Bodyhorror und genialer, grenzensprengender Literatur bewegt. CG Drews hat die Gabe, ungewöhnlich lebendig mit Worten zu malen; dieses Buch ist grausam, zauberhaft und teilweise ekelerregend – und man kann nicht genug davon bekommen. Hier wird Horror lyrisch, Natur lebendig und die Liebe zwischen zwei Jungen alles verschlingend. Selten habe ich so ein gutes Buch gelesen, gleichzeitig weiß ich nicht, ob ich jemals wieder schlafen kann. Offiziell ab 16 vermarktet, würde ich es auf keinen Fall Lesern unter 18 empfehlen, zu grafisch sind einige Elemente.
Der Schreibstil ist neu, innovativ, etwas ganz anderes. Man schmeckt den unheimlichen, gewaltvollen Garten auf jeder Seite und verliert sich zwischen den Buchstaben wie in dem Labyrinth aus Schlingpflanzen. Es ist genau die richtige Lektüre für einen verregneten Herbsttag, der nach feuchten Blättern und Erde riecht; eine Grusellektüre für die kalte Jahreszeit.
Es geht bei diesem Buch weniger um die Handlung als um das Gefühl, das es vermittelt; trotzdem bleibt es spannend und voller Wendungen. Eine große Empfehlung an alle mit den richtigen Nerven! Das Buch ist blutig, es ist grausam und es ist wunderschön!
CG Drews: Hazelthorn.
Aus dem Englischen von Britta Keil.
Fischer Sauerländer, April 2026.
400 Seiten, gebundene Ausgabe, 19,90 €.
Diese Rezension wurde verfasst von Isabella M. Banger.
