Louise O’Neill: Du wolltest es doch

Emma ist 18 Jahre alt und die Welt liegt ihr zu Füßen. Sie kann jeden Jungen haben, den sie möchte. Ganz egal, ob der schon vergeben ist oder nicht. Sie wird bewundert und gehasst – auch in ihrem Freundeskreis. Denn seit sie ihrer Freundin Jamie geraten hat, eine vermeintliche Vergewaltigung nicht anzuzeigen, ist das Verhältnis der Mädchen schwierig. Aber sie hat ja auch noch die ungeteilte Aufmerksamkeit von Ali und Maggie. Dann passiert nach einer Party am Wochenende das Unfassbare: Im Netz tauchen Bilder von Emma auf, nackt und scheinbar bewusstlos. Mehrere Jungen aus ihrem Freundeskreis haben Sex mit ihr, auch Maggies Freund. Ein weiterer Schachzug der perfekten Emma oder ein grausames Verbrechen?

Louise O’Neills Jugendroman geht unter die Haut, auch wenn das auf den ersten Blick nicht klar erkennbar ist. Denn am Anfang lernt man erstmal die vier Mädchen aus Emmas Sicht kennen. Emma hält sich für perfekt, ist reichlich arrogant und weiß, was sie will. Dafür würde sie auch über Leichen gehen, notfalls sogar die Leichen ihrer besten Freundinnen, die alle aus gut betuchten Häusern kommen, aber zum Glück in Emmas Augen nicht annähernd so perfekt sind wie sie. Weiterlesen

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Sara Barnard: Vielleicht passiert ein Wunder

Die 16-jährige Steffi leidet unter einer Form des selektiven Mutismus. Unter vor allem fremden Menschen kann sie nicht sprechen, kein Wort verlässt ihre Lippen. Seit vielen Jahren arbeitet sie an sich, deshalb gelingt es ihr mittlerweile mit Familienmitgliedern und engen Freunden zu sprechen. In der Schule ist es weiterhin schwierig. Als der neue Mitschüler Rhys auftaucht, ändern sich die Dinge. Er ist taub und spricht Gebärdensprache. Steffi hat diese Form der Kommunikation vor vielen Jahren selbst gelernt, weil ihr Onkel das für eine gute Idee hielt. So fällt es ihr leicht, mit Rhys in Kontakt zu treten, ohne auch nur ein Wort sagen zu müssen. Zwischen den beiden entwickelt sich eine tiefe Freundschaft, aus der bald mehr zu werden scheint. Und Steffi spricht plötzlich immer öfter!

Sara Barnard beschreibt eine wirklich schöne Geschichte. Sie wird aus Steffis Perspektive umschrieben, deren Leben weitgehend von einer Angststörung beherrscht wird. Immer wieder macht sie sich Gedanken, sieht alles schwarz, gerät in Panik und spricht vor allem nicht mehr. Weiterlesen

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Jennifer L. Armentrout: Und wenn es kein Morgen gibt

Die 17-jährige Lena ist unsterblich in den Nachbarsjungen Sebastian verliebt – und das schon seit vielen Jahren. Sebastian ahnt davon nichts und Lena will das eigentlich auch lieber so lassen. Dann allerdings verändert das Schicksal alles. Gerade als Lena mutig ist und Sebastian ihre Liebe gesteht, passiert ein schwerer Unfall. Alle Freunde von Lena, die im Wagen sitzen, sind tot. Nur Lena überlebt. Und das schlimmste daran: Lena hätte diesen Unfall verhindern können. Jetzt ist es wohl endlich aus zwischen ihr und Sebastian.

Dieser Jugendroman hat irgendwie ein Problem mit seinem Aufbau. Ein gutes Drittel ist alles in der Geschichte wunderbar und man fragt sich Kapitel über Kapitel, warum man die Geschichte eigentlich liest. Es passiert schlichtweg nichts Interessantes oder gar etwas von irgendeinem Belang. Die Freunde leben ihr Leben, gehen auf Partys, bilden Pärchen, gehen zur Schule. Eben das, was stinknormale Teenager tun. Erst als ein Großteil des Buches schon vorüber ist, passiert der Unfall. Weiterlesen

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Francesca Zappia: Von der Wahrscheinlichkeit, dass es dich nicht gibt

Das Leben von Alex ist kompliziert und strengt sie an. Alex hat seit ihrem 13. Lebensjahr die Diagnose paranoide Schizophrenie. Sie sieht Dinge, hört Stimmen, redet mit Gegenständen und glaubt an Verschwörungstheorien – und das schon, seit sie ein kleines Mädchen ist. Spätestens seit sie mit dem kleinen blauäugigen Jungen die Hummer aus dem Aquarium befreite. Doch ihre Mutter hat ihr erzählt, dass es keine Hummer gab, Alex sich diese nur eingebildet hat. Dann allerdings steht sie beim Schulwechsel zum letzten Schuljahr einen jungen Mitschüler gegenüber, der dem Jungen mit den blauen Augen wie aus dem Gesicht geschnitten ist. Kann es sein, dass Miles und sie vor vielen Jahren doch die Hummer befreit haben?

Die Geschichte ist aus Alex‘ Perspektive erzählt und das macht das Ganze schon in sich spannend. Denn Alex sieht Dinge und hört Stimmen, die gar nicht da sind. Einmal beispielsweise sieht sie auf der Schultoilette eine gefährliche Schlange am Lüftungsschacht. Klarer Fall, Einbildung, sagt man als Leser oder Leserin. Wenig später allerdings erfährt Alex, dass vor vielen Jahren einmal eine Schlange in der Schule entkommen ist. Spätestens da sollte man nichts mehr glauben und alles in Frage stellen. Das von Francesca Zappia gewählte Setting ist großartig. Was sie dann allerdings daraus macht, hat mir nicht ganz so gefallen. Weiterlesen

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Anca Sturm: Der Weltenexpress

Flinn ist 13 Jahre alt und trägt nicht nur einen geschlechtslosen Namen, auch sonst denkt niemand in ihrer Umgebung, dass sie ein Mädchen sein könnte. Sie ist so unscheinbar und traurig, denn vor zwei Jahren verschwand ihr älterer Bruder Jonte spurlos. Nur einige sonderbare Postkarten hat sie seitdem von ihm erhalten. Die Postkarten zeigen einen großen Passagierzug – zumindest für Flinn! Denn weder die Polizei noch ihre Mutter können den Zug sehen. Und dann eines Abends, als Flinn an dem uralten Bahnsteig abhängt, an dem auch Jonte verschwunden ist, hält genau dieser Zug vor ihren Augen an. Flinn nimmt allen Mut zusammen und geht an Bord. Vielleicht kann sie dort ja Jonte finden?

Schnell zeigt sich, dass der Zug etwas ganz Besonderes ist. Die Aneinanderreihung der Waggons stellt eine Schule für besonders begabte Kinder dar, die aus schwierigen Verhältnissen stammen und deren Potenzial deswegen nicht zur Geltung käme. Bekannte Persönlichkeiten wie Albert Einstein haben die Schule einst besucht! Doch Flinn muss auch feststellen, dass nicht jeder Schüler oder Schülerin im Weltenexpress sein kann. Weiterlesen

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Akram El-Bahay: Wortwächter

Es ist schon eine Krux, wenn die eigenen Eltern meinen, ihren zweiten Frühling zu erleben und die ausgefallene Hochzeitsreise nachholen zu müssen. Paris, die Stadt der Liebe ist da angesagt, doch wohin nur mit dem zwölf-jährigen Filius? Da kommt ein verschrobener Onkel in England natürlich geschickt und schon findet sich Tom vor einer alt-ehrwürdigen Villa zwei Stunden von London entfernt – also mitten in der Pampa – wieder. Internet gibt es hier genauso wenig wie Handyempfang – sogar einen TV – natürlich ohne Streaming Möglichkeit – sucht Tom vergebens. Statt dessen, wo das Auge hinfällt alte Schwarten, pardon Bücher! Das kann ja gähnend werden, denkt Tom da noch. Dass sein Onkel in Will einen etwas merkwürdig aussehenden Butler mit Augenbrauen und Haaren hat, die gerne einmal verrutschen und der sich sein Gesicht schminkt verwirrt Tom. Mehr noch aber erstaunt ihn der Fund im Keller des Anwesens.

Hier überrascht er in seiner ersten Nacht einen Einbrecher, einen Dieb und Entführer, der nicht nur wertvolle Blätter, sondern auch seinen Onkel entwendet – sprich kidnappt. Dass eines der Blätter, das er sich schnappt, sich selbst beschreibt hätte er noch als Alptraum abtun können, dass ihn der Text aber direkt und ganz persönlich anspricht und von Bibliothekaren und Lectorii, Lesende und Schreibenden berichtet und offensichtlich mehr über Tom, seine Gedanken und Gefühle weiß, als ihm recht ist macht die Sache mysteriös. Weiterlesen

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Rebecca James: Der Tag, an dem Cooper starb

Cooper ist tot. Er ist tot. Die offizielle Version lautet: Selbstmord. Aber Libby kann nicht glauben, dass er sich von den Klippen gestürzt hat. Sie waren frisch verliebt und glücklich. Alles hat sich so gut angefühlt. So echt und richtig. Cooper plante eine gemeinsame Zukunft mit Libby, wollte sich selbständig machen und nach ihrem Studium mit ihr zusammen nach Sidney ziehen – welchen Grund hätte er gehabt, sein Leben zu beenden?

Libby versucht herauszufinden, was wirklich geschehen ist. Sie beginnt Fragen zu stellen und über die Vergangenheit nachzuforschen. Coopers Freunde Sebastian und Claire, mit der Libby früher an der Highschool befreundet war, sind zunächst keine große Hilfe. Doch nach und nach kommen Probleme, Lügen und Verwicklungen zum Vorschein – und am Ende auch die Wahrheit.

Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt: heute, nach Coopers Tod, und damals vor einigen Monaten, angefangen damit, wie Libby und Cooper sich kennenlernten. Abwechselnd kommen Libby, Cooper, Sebastian und Claire als Ich-Erzähler zu Wort, die Kapitelüberschriften sorgen für Übersicht. Weiterlesen

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Gesa Schwartz: Emily Bones 01: Die Stadt der Geister

Mit dreizehn, da hat man noch Träume. Auch die zusammen mit ihrer kleinen Schwester in Paris lebende Emily hat ganz viele Träume. Träume von ihrer früh verstorbenen Mutter, Träume von ihrem, bei einem Unfall getöteten Vater und Träume, wie man sie als junges Mädchen eben so hat. Zusammen mit ihrer besten Freundin denkt sie sich Geschichten aus, spielen die Beiden sich mehr oder minder harmlose Streiche. An Halloween dreht ihre kleine Schwester ihr extra jede Menge wilder Locken, bevor sie auf Tour geht. Danach verliert sich ihre Erinnerung. Als sie wieder zu sich kommt, findet sie sich in einer Kiste wieder. Da hat ihr ihre Freundin, deren Vater Bestatter ist, wohl wieder einen Streich gespielt. Als sie sich aus dem Grab befreit, ist dann aber doch alles anders, als gedacht. Nichts mit Streich, nichts mit lustig Halloween – Emily ist tot, so wie in auf ewig gegangen, nichts mehr mit Schule, Party oder sich um die kleine Schwester kümmern.

Erst rennt sie in ein wandelndes Skelett, dann macht sie die Bekanntschaft eines Irrwichts und anschließend – sie ist das erste Mal in ihrem Leben in Ohnmacht gefallen – kümmert sich ein Zombie als Sanitäter um sie. Der Friedhof Père Lachaise ist ihre neue Heimat, die Gesetze dort sind streng, die Toten ebenso skurril, wie die Strafen, die drakonisch ausfallen – schließlich gibt es auch im Reich der Geister Gesetze, die zu beachten sind. Weiterlesen

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Claudia Praxmayer: Bienenkönigin

Mel liebt Bienen und findet es furchtbar, dass die Menschen in den USA dem zunehmenden Bienensterben so gleichgültig begegnen. Glauben die denn wirklich, dass kleine Roboter jemals die Aufgabe der Bienen übernehmen können? Im Garten des Wohnhauses, das sie sich mit vier anderen Menschen teilt, hat Mel selbst einen Bienenstock und fühlt sich mit den Bienen verbunden. Als sie allerdings eines Tages am Bienenstock eine seltsam nachtschwarze Biene findet, die sich als hochtechnische Drohne entpuppt, ist Mel in hoher Aufruhr. Versucht jemand systematisch die Bienenvölker auszurotten?

Claudia Praxmayer ist ein fantastischer Öko-Thriller gelungen, der auch noch junge Leser und Leserinnen anspricht – anders kann man es nicht sagen! „Bienenkönigin“ ist ein ganz tolles Buch für Jugendliche ab 15 Jahren und alle, die sich dafür interessieren. Die Themen rund um das Bienensterben und seinen Effekt sind altersgerecht und spannend aufgearbeitet. Wie im Flug lernt man in diesem Roman eine Menge und wird dabei auch noch bestens unterhalten. Weiterlesen

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June Perry: White Maze 01: Du bist längst mittendrin

Viv ist ein It-Girl, das mit der modernen Technik aufgewachsen ist. Ihre Mutter ist Entwicklerin bei einem großen Spiele-Konzern und Linsen, die VR übertragen und das Handy ersetzen, sind schon lange Standard. Der neuesten Clou, kurz vor der Markteinführung, sind Linsen, die nicht nur Bilder übertragen, sondern dem Gehirn des Trägers das gesamte Programm vorspiegeln, also inklusive Gerüchen, haptischen Einwirkungen usw. Da stirbt Vivs Mutter Sofia, offiziell an einem Herzinfarkt. Aber so alt war sie doch noch gar nicht.

Kurz vor ihrem Tod hat sie Viv zuerst die neuen Linsen zum ausprobieren gegeben und dann mehr als hysterisch wieder weggenommen. Stimmt etwa etwas nicht mit den Linsen? Viv macht sich auf die Suche nach Antworten.

Zunächst mal ein Wort zum äußeren des Buches. Das Cover ist noch mal umhüllt von weißer, milchiger Folie, umgeklappt wie ein Schutzumschlag. In Hinsicht auf den Inhalt des Buche ist das ziemlich genial: das wahre Bild wird verschleiert. Weiterlesen

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