Miriam Toews: Das gläserne Klavier

klavierElfrieda von Riesen, die berühmte Pianistin, ist krank. Ihre ganze Seele hat sie in die Musik gelegt. Irgendwann glaubt sie, dass »das gläserne Klavier« in ihrem Körper Schaden genommen hat.

Yoli liebt Elf, wie sie liebevoll ihre große Schwester Elfrieda nennt, obwohl oder gerade weil sie ein ganz anderes Leben lebt. Ihr mäßiger Erfolg als Schriftstellerin, zwei Kinder von zwei Vätern und kein Geld verursachen in Yolis Alltag zahlreiche Konflikte. Fluchtartig ist sie aus Winnipeg gezogen. Ein Ort, der von der konservativen Auslegung des mennonitischen Glaubens beherrscht wird, ein Ort, in dem Männer alles erben und Frauen leer ausgehen.  Weiterlesen

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Jean-Philippe Blondel: This is not a love song

loveMan stelle sich vor, eine jahrelange Freundschaft – früher hätten wir gesagt Blutsbrüderschaft  -mit einem Kumpel, mit dem du aufgewachsen bist, mit dem du die letzte Zigarette -, mehr noch das letzte Bier geteilt hast, mit dem du Frauen aufgerissen hast, usw…, so mir nichts dir nichts zerbricht, ganz einfach zerbricht. Denn du verlässt deinen Freund, mit irgendeiner Frau, der du, einer plötzlichen Eingebung zufolge sagst, rette mich – nimm mich mit, ich gehe mit dir wohin du willst. Vincent um den es hier geht, haut tatsächlich mit ihr ab, nach England. Und spät, ach was, viel zu spät erkennt er, wer daran zerbrochen: sein Freund Etienne. Weiterlesen

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P. B. Gronda: Straus Park

Straus Park von P B GrondaDer Roman des flämischen Autors Paul Baeten Gronda, „Straus Park“, fängt etwas schwergängig an. Man hat Schwierigkeiten, sich die Figuren wirklich vorzustellen, sie wirken nicht lebendig. Ein steinreicher Playboy namens Amos Grossman gleitet etwas wahllos, so scheint es, von einer Liebesaffäre zur nächsten. Warum er diese oder jene Frau verehrt und dann wieder nicht, bleibt für den Leser wenig nachvollziehbar.Doch wer diese ersten etwas spröden und distanziert wirkenden Seiten übersteht, der wird mit einem Roman entschädigt, der ganz unerwartet einen starken Sog entfaltet. Weiterlesen

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Judith Hermann: Lettipark

letDas literarische Werk von Judith Hermann ist überschaubar, jedoch mitunter hoch gelobt. Der verstorbene Literaturpapst Marcel Reich-Ranicki prophezeite ihr 1998 mit „Sommerhaus, später“ eine große Schriftstellerinnen-Zukunft, die sich zunächst nicht einstellte, fiel doch ihr zweiter, heiß ersehnter Erzählband „Nichts als Gespenster“ von 2003 deutlich gegen den ersten ab. Mit „Alice“ (erschienen 2009) und ihrem Roman „Aller Liebe Anfang“ (2014) versucht sie seitdem an ihren Debüt-Erfolg anzuknüpfen.

Nun also „Lettipark“, 17 Erzählungen kurz und knapp wie ihre Titel, erschienen im S. Fischer Verlag. Da werden in „Kohlen“ ebendiese geschippt als Requiem für eine tote Mutter, die an der Liebe gestorben ist und als Trost für ihren kleinen Sohn Vincent. Weiterlesen

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Joël Dicker: Die Geschichte der Baltimores

joeNichts ist so wie es scheint oder ein Lehrstück in Sachen subjektiver Wahrnehmung. Joël Dicker legt hier wieder einen tollen Roman hin, hervorragend konstruiert und wer seinen Vorgänger, „Die Wahrheit über  den Fall Harry Quebert“, gelesen hat, der denkt  sich, sieh mal an, hier ist er wieder, unser Marcus Goldman, der neue Stern am Literaturhimmel, der geplagt von einer Schreibblockade, sich irgendwo in ein Häuschen seines ehemaligen Professors einmietet, um endlich seinen neuen Roman zu schreiben, auf den seine Agentur und die Welt wartet. Und ähnlich wie bei Quebert wird ihm die Idee,  bzw. der Stoff für den Roman, auf dem Tablett serviert. Er schreibt einfach das auf, was ihm widerfahren ist. Es ist seine Geschichte und die Geschichte der Goldmans. Weiterlesen

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Herbert Knebel: Im Liegen geht’s!

gehtWer das Ruhrgebiets-Original Herbert Knebel kennt, nimmt ihm den Titel seines neuen Buchs „Im Liegen geht‘s“ nicht ab. Den Rentner mit der beigen Jacke, Kappe und dicken Hornbrille kann man sich gar nicht anders vorstellen, als erregt über eine Bühne zu laufen.

Der Blutdruck steigt bei dem Ruhrpott-Rentner in den 61 Geschichten des Buches. Bühnennummern, nur drei, vier Seiten lang, sind das, in denen der Hebbert aus Altenessen von seiner Guste, den Enkeln und seinem ganz normalen Alttagswahnsinn erzählt. – Jede Geschichte ein Lacher, genau so, wie man es von Herbert Knebel kennt. Weiterlesen

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Eddie Joyce: Bobby

bobDas Grundthema im Debütromans des US-amerikanischen Autors Eddie Joyce – Trauer – klingt nach einem trübseligen, tieftraurigen Buch.

Doch das ist „Bobby“, so heißt das Werk, gar nicht. Der Roman zeigt vielmehr, wie jeder Familienangehörige mit dem Verlust der Titelfigur fertig wird, der als Feuerwehrmann bei den Anschlägen vom 11. September 2001 in New York umkam. Und wie das Leben mit all seinen Ärgernissen, kleinen Freuden, Flirts, Partnerschaftsproblemen und dem ganzen Alltagswahnsinn, dem wir alle permanent ausgesetzt sind, trotz allem einfach weitergeht. Weiterlesen

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Annette Hug: Wilhelm Tell in Manila

tellHugs Roman erzählt die Lebensgeschichte von José Rizal und gleichzeitig das klassische Drama „Wilhelm Tell“. Dabei liegt der Fokus auf Rizals Zeit in Deutschland, in der er Schillers „Wilhelm Tell“ liest und übersetzt.

Der Augenarzt und Freiheitskämpfer José Rizal kommt 1886 nach Deutschland, als die Philippinen noch eine Kolonie des spanischen Weltreichs sind.

In Heidelberg praktiziert er als Augenarzt,  lernt  die deutsche Sprache und arbeitet an einem Roman.

Als er Friedrich Schillers Wilhelm Tell liest, beschließt er, den Text in seine Muttersprache Tagalog zu übersetzen. Weiterlesen

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Jonas Karlsson: Das Zimmer

zimmerMit „Das Zimmer“ gelang dem schwedischen Autor Jonas Karlsson, der in seinem Land auch zu den angesehensten Schauspielern zählt, der internationale Durchbruch.

Schauplatz dieser genialen Studie ist ein Großraumbüro mit ungeliebten Kollegen, unbeliebten Tätigkeiten und der kolossalen Selbstüberschätzung eines Protagonisten, dem autistische Züge anhaften.

Björn ist ein Kollege, dem man am liebsten aus dem Weg geht. Er ist ein Pedant und Eigenbrötler der sich schwer damit tut, Kontakte zu knüpfen und an gemeinschaftlichen Veranstaltungen teilzunehmen. Dabei ist Björn von sich und seinen Fähigkeiten voll überzeugt. Obwohl er Hilfsdienste verrichtet, glaubt er, eines Tages Karriere zu machen und selbst Chef zu werden. Weiterlesen

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Angelika Jodl: Die Grammatik der Rennpferde

Salome Sturm, genannt Salli, kennt nur eine große Liebe: die Liebe zur deutschen Sprache! 52 Jahre alt und Single, geht sie ganz in ihrer Lehrtätigkeit an einem Sprachinstitut auf. Ihr größter Wunsch lautetrenn, eine eigene Studie zu veröffentlichen.  Als Sallis Arbeitgeber Stellen abbauen muss, meldet sie sich angesichts drohender Arbeitslosigkeit und durch eine Wette mit Freundin Barbara auf die Zeitungsannonce eines gewissen Sergey: „Brauch ich Lehrer für Deutsch. Bitte anrufen mir.“ Salli möchte beweisen und dokumentieren,  dass sie selbst derart aussichtslosen Kandidaten die hiesige Grammatik samt Dativ, Passiv und Syntax beibringen kann. Nicht zuletzt möchte sie damit ihren attraktiv-intellektuellen Kollegen Anselm beeindrucken. Weiterlesen

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