Kristina Pfister: Die Kunst, einen Dinosaurier zu falten

Es sind die wohl größten Lehrjahre des Lebens: Jener schwerelose Raum zwischen Jugend und Erwachsenendasein. Für viele eine aufregende Zeit des Aufbruchs. Für andere jedoch eine Zeit voller Selbstzweifel und Stagnation. Die 24-jährige Annika gehört zur letzteren Gruppe. Sie hat ihr Studium beendet, macht sinnlose Praktika, weiß nicht wohin mit sich. Ihren gleichaltrigen Freundinnen scheint es wesentlich besser zu gehen: Facebook-Schnappschüsse von exotischen Auslandsaufenthalten, tollen Jobs und neuen Liebschaften führen Annikas eigenes Versagen vor Augen. Sie zieht sich immer mehr zurück. Bis sie eines Tages ein ungewöhnliches Mädchen kennenlernt, dass ihrem Leben eine neue Richtung gibt. Weiterlesen

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Bill Clegg: Fast eine Familie

Jeder kennt jeden in dem kleinen Provinznest Wells in den USA. Die Bewohner sind „Fast eine Familie“. Und als eine Tragödie geschieht, hat jeder irgendwie damit zu tun.

Einen herzzerreißenden Roman über abgrundtiefe Trauer, Mitgefühl, Mitmenschlichkeit und Einsamkeit ist dem Amerikaner Bill Clegg mit dem Buch „Fast eine Familie“ gelungen. Dieser Debütroman des Autors stand wochenlang auf den Bestsellerlisten in den USA; jetzt ist er in deutscher Übersetzung erschienen.

Es ist ein unendliches Leid, das die 50-jährige June erlebt: Am Vorabend der Hochzeit ihrer Tochter kommen die Braut, ihr Bräutigam, der Vater der Braut und Junes neuer Lebenspartner Weiterlesen

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Patrick Flanery: Ich bin niemand

Sehr viel innerer Monolog, wenig Handlung – auf diesen kurzen Nenner lässt sich der Roman „Ich bin niemand“ des 1974 geborenen US-amerikanischen Autors Patrick Flanery bringen.

Ein Geschichts-Professor, der an der New York University lehrt und das zuvor zehn Jahre lang in Oxford getan hat, erhält plötzlich seltsame Pakete, die ihm zeigen, dass sein Leben komplett überwacht wird. Doch warum geschieht das? Er ist doch – in Anlehnung an den Titel – „ein Niemand“. Hängt es möglicherweise mit einer Affäre zusammen, die er mal mit einer ägyptischen Studentin hatte? Weiterlesen

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Kerstin Preiwuß: Nach Onkalo

Kerstin Preiwuß, eine 1980 geborene deutsche Autorin aus Mecklenburg, widmet sich nun schon in ihrem zweiten Roman den Menschen, die irgendwo auf dem Lande leben, ihre Schrullen pflegen und wenig mit dem modernen Leben in den Städten zu schaffen haben.

War es in „Restwärme“ (2014) eine etablierte Geologin, die sich nach Jahren wieder den beengenden Verhältnissen bei ihrer Familie in der mecklenburgischen Provinz stellen muss, ist es in ihrem neuesten Werk „Nach Onkalo“ ein Mann, der nach dem Tod seiner Mutter Schwierigkeiten hat, allein Fuß zu fassen.

Matuschek, so heißt dieser Mann, wohnt irgendwo in der Knüste. Außer seinem Taubenschlag hat er nichts. Gut, es gibt eine russische Nachbarsfamilie, die ihm hilft, und den alten und kranken Witt, der ebenfalls Tauben züchtet. Weiterlesen

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Dagmar Fohl: Alma

Sieben Jahre irrt er jüdische Musikalienhändler Aaron Stern von 1939 bis 1946 um die Welt: Er will mit seiner Frau Leah nach Kuba flüchten und muss aber seine neu geborene Tochter Alma in Hamburg zurücklassen. Nach einer Odyssee durch die Niederlande, harte Jahre in Auschwitz und Bergen-Belsen kommt er 1946, inzwischen 27 Jahre alt, zurück nach Hamburg und hat nur ein Ziel: Alma wiederzufinden.

Dagmar Fohl erzählt die tragische Lebensgeschichte aus dem Rückblick des fast 100 Jahre alten Mannes sehr menschlich, Weiterlesen

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C. G. Robinson & G. F. Kovite: Der Krieg der Enzyklopädisten

Ein zerrissenes Buch, welches doch als Ganzes vor mir liegt. Ich habe diese Rezension lange vor mir her geschoben, will sagen, vor vier Monaten schon gelesen. Das zeigt auch, dass ich zwar nicht innerlich zerrissen bin, aber mein Urteil über den „Krieg der Enzyklopädisten“, sehr zwiespältig ist – aber letztendlich von mir doch positiv bewertet wird. Es ist eine neue Form, eine neue Idee ein Buch so zu schreiben.

Ich meine nicht die unterschiedlichen Schauplätze, sondern den Mut, zwei Autoren gewähren zu lassen, die bestimmt auch ihre unterschiedlichen Lebensdramen in diesem Buch verarbeitet haben. Weiterlesen

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Mary Miller: Big World: Storys

Mary Miller ist eine junge (Jahrgang 1977) US-amerikanische Autorin, deren Romandebüt „Süßer König Jesus“ (Originaltitel „The last days of California) von 2013 hierzulande hochgelobt wurde („Sie wird als »the next big thing« gehandelt.“ s. Klappentext Metrolit Verlag). Im Februar 2017 ist ihr Kurzgeschichtenband „Big World“ aus dem Jahre 2009 in einer Übersetzung von Alissa Walser bei dtv erschienen. Darin zwölf Kurzgeschichten über junge Frauen in den USA.

Da ist das namenlose Paar in „Cedars of Lebanon“, die einen verdreckten, gebrauchten Campingwagen herrichten, um damit ein paar Tage wegzufahren. Und während die Frau im Grunde schon weiß, dass sie ihren Freund verlassen wird, wie sie alle Männer verlassen hat, raucht er seinen Joint, guckt einen Film auf DVD oder grillt Hotdogs. Oder das Mädchen und sein Vater, die nach dem Tod der Mutter miteinander zurechtkommen müssen. Die zwei Schwestern Melissa und Audrey verbringen ihre Zeit vor dem Fernseher und in Bars, trinken und schleppen Jungs ab. Weiterlesen

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Tim Parks: Thomas & Mary

Tim Parks beweist aufs Neue, dass er viele Facetten des Schreibens beherrscht und den wenigen Autoren angehört, die unterschiedliche Genres bedienen können.

In Thomas & Mary beschreibt Parks die Zerrüttung einer langjährigen Ehe in verschiedenen Stadien. Dabei bedient er sich  unterschiedlicher Perspektiven, in unterschiedlich zu lesenden Episoden. Überwiegend wird die Situation aus der Sicht von Thomas geschildert. Anfangs hat man das Gefühl, die Fassung eines Textrohlings zu lesen, in dem die Zusammenhänge noch nicht ausgearbeitet wurden. Man vermisst im Text den sonst so fesselnden literarischen Tiefgang, den Parks doch so trefflich beherrscht, was sich aber in späteren Episoden ändert. Deshalb bitte unbedingt weiterlesen! Weiterlesen

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Olivier Bourdeaut: Warten auf Bojangles

Eine wunderschöne, lebensbejahende Geschichte mit viel Faible für alles Verrückte hat der Franzose Olivier Bourdeaut geschrieben – und dafür alle wichtigen Literaturpreise in Frankreich gewonnen. Er führte die Bestsellerliste in seinem Land an. Zum Glück für alle Literaturfans liegt das Büchlein jetzt auch auf Deutsch vor.

Georges liebt seine schillernde Frau, der er jeden Tag einen anderen Namen verpasst. Das Paar, das mit Sohn und einem großen Vogel namens Taugenichts zusammenlebt, tanzt in den Tag hinein – am liebsten zu dem alten Nina-Simone-Song „Mr Bojangles“, trinkt viel Alkohol und feiert mit guten Freunden. Auf die Normen dieser Welt pfeift das Paar. Weiterlesen

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Sadie Jones: Jahre wie diese

London, Anfang der siebziger Jahre: Die Theaterszene der pulsierenden Stadt ist im Aufbruch. Politische Satiren, Nackte auf der Bühne, anarchische Inszenierungen. Die kreative WG um Luke, Paul und die schöne Leigh versucht hier Fuß zu fassen. Sie gründen ein eigenes Theater, hadern mit finanziellen Problemen, Selbstzweifeln, verkrusteten Rollenbildern. Von der 68er-Bewegung scheinbar befreit,  erkennen sie, dass sich familäre Prägungen nicht so einfach ablegen lassen. Als Luke die fragile Nina kennenlernt, droht die eingeschworene Gemeinschaft zu zerbrechen. Ein wundervoller Rückblick auf die elektrisierende Zeit zwischen Bob Dylan, Bukowski und Batisthemden. Weiterlesen

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