Emma Heatherington: Zehn Wünsche bis zum Horizont

Maggie O’Hara bekam vor siebzehn Jahren ein Herz geschenkt. Kein Liebesbriefherz, keine Herzohrstecker – sondern das Herz, das in ihrer Brust schlägt. Einst gehörte es der vierzehnjährigen Lucy Harte, nach deren Tod erhielt es Maggie als Organspende. An jedem Jahrestag ihres Herzgeburtstags hält Maggie Zwiesprache mit Lucy, dankt ihr und erzählt, was in ihrem Leben los ist. Im Moment läuft es nicht besonders: Ihr Ehemann hat sie ziemlich bald nach der Hochzeit für eine andere verlassen, mit der er ein Kind erwartet, Maggie versinkt in Selbstmitleid und Alkohol, verliert beinahe den Job. Zu ihrem Bruder hat sie keinen Kontakt mehr, die Eltern machen sich Sorgen um sie.

Unerwartet bekommt sie einen Brief. Simon, Lucy Hartes Bruder, hat Maggie gefunden und möchte sie kennenlernen. Endlich, endlich hat Maggie die Chance, sich bei der Familie der Herzspenderin zu bedanken und ihre Schuldgefühle zu besiegen! Sie fühlt sich schuldig, denn sie kann nur leben, weil Lucy gestorben ist. Weiterlesen

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Friedrich Christian Delius: Die Zukunft der Schönheit

Ein junger deutscher Dichter und Student ist im Frühjahr 1966 zu einer Tagung in New York eingeladen und steht kurz vor der Heimreise. An seinem letzten Abend will er noch etwas Besonderes erleben, deshalb besucht er gemeinsam mit zwei Freunden einen Jazzclub in einer abgelegenen, finsteren Ecke der Stadt. Doch schon bei den ersten „kreischenden, klagenden, schrillen Tönen“ des Saxophonisten Albert Ayler und seiner Band hat er das Gefühl, „von Getröte, Gezirpe, Gehämmer, Gejaule“ in die Flucht getrieben zu werden. Da er sich nicht blamieren und als unwissender Laie, als hinterwäldlerischer Provinzler erkannt werden möchte denkt er: „Lehn dich zurück und hör einfach zu oder hör weg.“

Der Freejazz ist eine neue Erfahrung für ihn und weghören will ihm nicht gelingen, so eindringlich, so aufdringlich spielen die fünf Musiker auf der Bühne. Weiterlesen

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Joshua Cohen: Buch der Zahlen

Am Tag der Anschläge auf das World-Trade-Center in New York bricht auch für den erfolglosen Autor Joshua Cohen die Welt zusammen: sein neues Buch scheitert und seine Frau verlässt ihn. Auch sonst entwickelt sich sein Leben recht aussichtslos, bis er den Auftrag erhält, die Memoiren seines Namensvetters zu schreiben: die des schwerreichen Internetmoguls Joshua Cohen.

Die beiden reisen gemeinsam um die Welt und führen lange Gespräche. Dabei erfährt der gescheiterte Autor, wie es möglich war, dass aus einem einfachen Studenten der Mann wurde, der mit seinen Suchalgorithmen das Internet revolutionierte und es zum Milliardär brachte.

Joshua Cohen ist ein junger amerikanischer Autor, dessen ‚Buch der Zahlen‘ nun auch auf Deutsch erschienen ist. Auch wenn der kurze Anriss der Handlung möglicherweise nach einer eher simplen Story klingen mag, so steckt in Cohens Buch doch wesentlich mehr. Weiterlesen

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Susanne Fröhlich: Verzogen

Die Wechseljahre hat Andrea Schnidt, die Heldin aus Susanne Fröhlichs Romanreihe, hinter sich. Im zehnten Band betritt die Anfang 50-Jährige ungewohntes Terrain. Seit der Geburt ihres ersten Kindes begleitet Susanne Fröhlich ihre Heldin Andrea Schnidt. Genau 20 Jahre nach dem ersten Band der Bestsellerreise ist nun der zehnte Teil erschienen. In „Verzogen“ zieht Andrea Schnidt mit ihrem zweiten Partner, dem Arzt Paul, aufs Land, in das kleine Waldrand-Nest Palsdorf bei Fulda. Mit ihrer dementen Mutter, deren Pflegerin zieht Andrea Schnidt in das Haus eines Arztes, den Paul ein Jahr lang vertreten soll, ein – die Hühner im Gartenstall inklusive. Jeder kennt jeden in dem kleinen Dorf, und die Dorfbewohner scheuen sich auch nicht, eben mal bei „Frau Doktor“ reinzuschneien. Andrea verzweifelt, ihre Mutter blüht auf. Weiterlesen

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Clemens J. Setz: Bot: Gespräch ohne Autor

Der Österreicher Clemens J. Setz (Jahrgang 1982) ist freier Schriftsteller und wurde 2011 für seine Erzählungen „Die Liebe zur Zeit des Mahlstädter Kindes“ mit dem Preis der Leipziger Buchmesse ausgezeichnet. 2015 erhielt er den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis für „Die Stunde zwischen Frau und Gitarre“. Dieser über 1000seitige „Liebes“-Roman provozierte Lesende und Rezensierende. Und nun „Bot – Gespräch ohne Autor“, das neueste Werk von Clemens J. Setz, das am 12. Februar 2018 im Suhrkamp Verlag erschienen ist.

Clemens J.  Setzs Werke zeichnen sich nicht nur durch ihre sperrigen Titel, sondern auch durch ihre anspruchsvollen Inhalte aus, die nicht jedermanns bzw. jederfraus Geschmack treffen. In „Bot – Gespräch ohne Autor“ bleibt Setz dieser Linie treu.

Darin geht es um folgende Versuchsanordnung: Clemens J. Setzs Lektorin Angelika Klammer führt ein Interview mit einem Clemens-Setz-Bot. Die Fragen, die Angelika Klammer stellt, werden nicht von dem Schriftsteller Setz persönlich beantwortet, sondern von der Lektorin per Stichwortsuche aus seinem elektronischen Tagebuch gefischt. Weiterlesen

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Emma Donoghue: Das Wunder

Irland, Mitte des 19. Jahrhunderts: Die Geschichte eines 11 Jahre alten Mädchens sorgt für Aufsehen. Die kleine Anna O’Donnell hat seit vier Monaten nichts gegessen. Lediglich etwas Wasser nimmt sie zu sich. Die Katholiken im Ort und anderswo glauben sofort an ein Wunder, Pilger kommen in Scharen, um das Mädchen zu sehen. Die Krankenschwester Elizabeth Wright, genannt Lib, wird mit der Ordensschwester Michael dazu engagiert, zwei Wochen Tag und Nacht auf das Kind aufzupassen, um herauszufinden, ob es wirklich seit vier Monaten nichts gegessen hat und wie das möglich sein kann. Lib glaubt natürlich sofort an einen Schwindel. Es sollte doch einfach sein, Anna und ihre Familie innerhalb nur eines Tages zu überführen.

Emma Donoghue sorgte in 2012 mit ihrem fantastischen Roman „Raum“ für Aufsehen. In 2017 wurde dieser sogar verfilmt. Da ist es mehr als Zeit, dass der nächste Roman erscheint. Weiterlesen

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Bergsveinn Birgisson: Die Landschaft hat immer Recht

Das Wetter hat Landschaft und Menschen vom Geirmundarfjördur,  einem scheinbar am Ende der Welt liegenden Fjord in Island, geprägt. Täglich sind die Fischer den Naturgewalten, die bestimmen, wann sie zum Fischen hinausfahren können, ausgesetzt. An Tagen, in denen die Wetterhölle um sie herum so stark tobt, dass sie zu Hause bleiben müssen, fällt zudem häufig noch der Strom aus. Touristen allerdings, die an schönen Tagen dort kurz verweilen um gleich darauf wieder weiterzufahren, bezeichnen den Ort als Paradies.

Aus den Tagebucheinträgen des jungen Fischers Halldór, die von einem weiteren Erzähler ergänzt sind, erschließt sich den LeserInnen die Welt der Menschen am Fjord. Halldórs Aufzeichnungen lesen sich fesselnd wirklichkeitsnah und ziehen mitten hinein ins Geschehen. Jeder Eintrag beginnt mit dem vorherrschenden morgendlichen Wetter und Angaben darüber, wieviel Fisch von welcher Sorte den Tag über gefangen wurde. Weiterlesen

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Rachel Joyce: Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie

1988 in der Unity Street, einer Sackgasse in einer heruntergekommenen Gegend der Stadt: Franks Plattenladen ist Treffpunkt für die anderen Ladenbesitzer und für viele Menschen aus der Gegend, denn der große, freundliche und einfühlsame Mann findet für jeden die Musik, die er gerade braucht. Er schenkt Zuneigung und Verständnis und vor allem hört er zu. Zu jedem Lied, zu jedem Stück weiß er eine Geschichte zu erzählen, kennt die Wirkung, die es haben kann und zeigt damit Wege aus kleineren und größeren Krisen.

Doch die Zeiten sind schwer. Ein Laden nach dem anderen muss schließen. Eine große Firma will die Häuser aufkaufen und macht Angebote, die man fast nicht ablehnen kann. Aber der Name der Straße ist hier Programm: Große Teile der Unity-Street stehen zusammen, bilden eine Einheit und Gemeinschaft, deren Mitglieder sich gegenseitig stützen. Weiterlesen

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Andreas Séché: Leuchtturmmusik

Es gibt einen besonderen Ort auf der Welt, so idyllisch, dass alle seine Bewohner friedfertig und glücklich sind – oder glücklich werden. Ein Fischerdorf am Meer, das die Touristen noch nicht entdeckt haben, wo der Wind säuselt und die Fischernetze immer voll sind. Von dort ist es nicht weit bis ins Hinterland mit riesigen Bäumen und einer alten Wassermühle, einem Flüsschen und einer Höhle. Und auch nicht weit zu einer blütengesprenkelten Lichtung mit Zitronenfaltern und Blick auf den Ozean. Dort begegnet Tristan der geheimnisvollen Fremden: Emily. Man könnte meinen, dass Emily das Dorf gehörig durcheinanderwirbelt. Schließlich stellt sie laut Klappentext das Leben aller auf den Kopf. Aber nein. Mit einer ganz besonderen Geste bringt sie die Menschen zwar zum Nachdenken, ansonsten aber fügt sie sich ins Dorfleben ein, als gehörte sie schon immer dazu. Tristan und Emily finden ineinander die große Liebe, einzigartig und vollkommen, passend in dieses Paradies. Zwar schlägt die Vorsehung grausam zu, doch die beiden Liebenden finden genügend innere Kraft und Zufriedenheit, um den Schicksalsschlag anzunehmen. Weiterlesen

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Colleen Hoover: Nur noch ein einziges Mal

Als Lily Ryle kennenlernt, will der Neurochirurg nur einen One-Night-Stand. Doch Lily ist dazu nicht bereit, sie will Liebe, den Mann auf dem weißen Ross und ein Leben für Immer und Ewig. Erst nach vielen Monaten scheint Ryle auch dazu bereit und die beiden versuchen es mit einer Beziehung. Keiner von ihnen ahnt allerdings, dass der jeweils andere noch ein wichtiges Geheimnis vor ihm verbirgt. Bei Lily ist es ihre Teenager-Liebe zu dem obdachlosen Jugendlichen Atlas, den sie einst versteckte und versorgte. Als Atlas dann tatsächlich leibhaftig vor ihr steht, überschlagen sich die Ereignisse.

Wer schon mehrere Romane von Colleen Hoover gelesen hat, der weiß, dass das bei weitem nicht alles ist. Gerade wenn man denkt, die Geschichte nimmt einen guten Lauf, wirft die talentierte Autorin die nächste emotionale Bombe und alles ist wieder durcheinander. Weiterlesen

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