Mitte der 1970er Jahre in Buenos Aires: Nach 15 Jahren im Exil kehrt Juan Péron, ehemaliger Präsident und Hoffnungsträger vieler Argentinier, zurück und wird erneut zum Staatsoberhaupt gewählt. Doch die Freude währt nicht lange: Péron kann viele Erwartungen, die in ihn gesetzt wurden nicht erfüllen, es herrscht Uneinigkeit über die Ausrichtung der Politik, das Land g
erät mehr und mehr in einen Strudel von Chaos und Gewalt. Als Péron nur wenige Monate nach seiner Wiederwahl stirbt, spitzt sich die Krise weiter zu, bis die von seiner Frau Isabel Martínez de Perón geführte Regierung 1976 durch einen Militärputsch gestürzt wird.
In dieser Zeit siedelt María Cecilia Barbetta ihren neuen Roman „Nachtleuchten“ an. Er erzählt von „kleinen“ (und „größeren“) Leuten im Stadtteil Ballester, die versuchen, sich mit den Verhältnissen zu arrangieren, die aber auch Einfluss nehmen wollen auf die Entwicklung ihrer Umgebung und des ganzen Landes. Im Mikrokosmos Ballester leben Einwanderer aus vieler Herren Länder. Sie sind hier hergekommen, um für sich ein besseres Leben zu schaffen, manche haben das erreicht, manche haben noch ein ganzes Stück des Weges vor sich. Doch in diesen unruhigen Zeiten suchen alle etwas, an dem sie sich orientieren und festhalten können, etwas, das ihnen hilft, mit den Schrecken und Wirrnissen umzugehen und zuversichtlich in die Zukunft zu blicken. Weiterlesen





ie alten Frauen der Gemeinde Oceanside in Kalifornien genannt, kennen die Geheimnisse der Gemeindemitglieder. Das glauben sie jedenfalls, schließlich kümmern sie sich um deren Gebetsanliegen und beten für sie um neue Jobs, neue Häuser und Ehemänner, bessere Gesundheit, mehr Geduld und weniger Versuchungen. Und zusammengenommen haben sie jahrhundertelange Lebenserfahrung. Doch tatsächlich übersehen sie vieles. Ihnen entgeht, wie die siebzehnjährige Nadia Turner den Boden unter den Füßen verliert, nachdem ihre Mutter sich ohne ein Wort der Erklärung oder des Abschieds das Leben genommen hat. Sie wissen nichts von Nadias Selbstvorwürfen, denn ist Nadia der Grund, warum Elise Turner keine Ausbildung machen und nicht so leben konnte, wie sie es sich erträumt hatte. Die Mütter ahnen nicht, wie ungeliebt sich Nadia fühlt, wie tief sich der Vater in sich selbst zurückzieht, welche Sprachlosigkeit zwischen den beiden herrscht. 

