1924 in South Carolina: Hier treffen drei Frauen aufeinander, die kaum unterschiedlicher sein könnten. Annie ist Plantagenbesitzerin und als sie ein wohl gehütetes Geheimnis herausfindet, gerät ihre Welt aus den Fugen. Oretta ist ihre schwarze Haushälterin, die mit beiden Beinen im Leben steht, aber immer auch mit dem Rassismus der Mitmenschen zu kämpfen hat. Die dritte im Bunde ist Gertrude, eine junge Frau mit gewalttätigem Ehemann und vier Töchtern. Sie alle durchzubringen ist schwer und bringt sie an ihre Grenzen. Als das jüngste Mädchen krank wird, weiß Gertrude endgültig nicht mehr weiter. Sie bittet Annie um Arbeit in ihrer Nähfabrik und Oretta darum, sich um das Kind zu kümmern. Das Schicksal schweißt die drei Frauen zusammen und als ein Schuss im Sumpf fällt, ist nichts mehr wie bisher.
Deb Spera hat eine ganz besondere Geschichte geschrieben, die abwechselnd aus den Perspektiven der drei Frauen erzählt wird. Jede von ihnen steht für einen Teil der vorhandenen Gesellschaftsschichten. Oretta ist schwarz, muss für die Weißen arbeiten und hat nichts zu sagen in der Gesellschaft. Weiterlesen


Auf dem Heimweg von Mumbai, wo ihre Tochter mit ihrer Familie wohnt, steigt die fast 70jährige Märit in Lund aus dem Zug. Über 50 Jahre war sie nicht in dieser Stadt gewesen. Es ist nicht so, dass sie das will, es ist vielmehr ein „zwingender Drang“, der sie antreibt. Eigentlich möchte sie nach Hause nach Stockholm. Allerdings ist unterwegs noch ein Abstecher in Norrköping eingeplant, um mit ihrem Zwillingsbruder Jonas, der nach einem Schlaganfall pflegebedürftig wurde, und dessen Frau Kajsa den runden Geburtstag zu feiern. Auch diesen Besuch macht Märit nicht ganz freiwillig: Kajsa, ihre ehemals beste Freundin, setzt sie unter Druck und möchte, dass die Geschwister, die sich ihr Leben lang nicht viel zu sagen hatten, auf ihre alten Tage versöhnen. Doch Märit gibt, wie so häufig, nach und sagt ihr Kommen zu.



Nebraska 1871. Pete Ferguson ist seit Jahren auf der Flucht. Er und sein jüngerer Bruder werden als Deserteure des Bürgerkriegs gesucht; die Bowman-Ranch, ihren Zufluchtsort, musste er verlassen, nachdem er einen Mann getötet hatte. Jähzorn, Beschützerinstinkt und unbedingter Gerechtigkeitssinn lassen ihn immer wieder gewalttätig werden. Er ist unter falschem Namen unterwegs, allein mit seinem Pferd Reunion. In den Plains schließt er sich einem Trupp von Bisonjägern an; die Bisons sind beinahe ausgerottet, die Jäger sind den letzten Tieren auf der Spur. Einer von ihnen erzählt Pete vom Äquator, dieser Linie, die man überschreiten muss, um auf die andere Seite der Erde zu gelangen, wo die Menschen auf dem Kopf gehen und das Wasser die Flüsse hinauf fließt. In Petes Vorstellung könnte das Überschreiten des Äquators seine Erlösung bedeuten, das Ende der Gewalt, den Anfang von Gefühlen.