Flurin Jecker: Lanz

Der 14-jährige Lanz hat Projektwoche und eigentlich keine Lust, einen Blog schreiben. Trotzdem meldet er sich bei dem Projekt „Ich schreibe einen Blog“ an, weil er weiß, dass Lynn da sein wird. Dass sein Lehrer Gilgen den Kurs leitet und Lynn gar nicht da ist, frustriert ihn.

Natürlich hat er keine Ahnung, was er schreiben soll. Als er dann aber beginnt, werden seine Einträge so persönlich, dass niemand den Blog lesen darf: Lanz hat zwei Zuhause, ein Zimmer bei der Mutter, eins beim Vater, und versucht beiden Eltern das Gefühl zu geben, dass es bei ihnen jeweils am schönsten ist.

Das Dorf in der Schweiz, in dem er lebt, steht nicht gerade für Spaß und Abwechslung. Am meisten beschäftigen ihn seine Gefühle für Lynn, die dann doch noch im Kurs auftaucht. Allerdings meint Gilgen, dass es unmöglich sei, im Projekt „Ich schreibe einen Blog“ erst gar nicht zu bloggen, dann seine Texte geheim zu halten, obwohl der Sinn eines Blogs das Teilen von Eindrücken, Geschichten und Gefühlen mit anderen ist. Weiterlesen

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Naja Marie Aidt: Schere, Stein, Papier

Was ist das Böse? Steckt es von Geburt an in uns oder wird es uns anerzogen? Viele literarische Werke haben sich mit dieser Frage auseinandergesetzt, jedoch selten mit einer so schonungslosen Eindringlichkeit wie in diesem Buch der dänischen Schriftstellerin Naja Marie Aidt. Thomas hat seine schreckliche Kindheit hinter sich gelassen und sich erfolgreich in der Gesellschaft hochgearbeitet. Als sein krimineller und gewalttätiger Vater stirbt, schlägt er die Erbschaft aus, bis er in einem Toaster die Diebesbeute seines letzten Coups entdeckt. Thomas behält das Geld heimlich – schon zieht das Böse wieder in sein Leben ein.

Vor der Vergangenheit gibt es kein Entrinnen. Nach außen hin führt Thomas ein bürgerliches Leben. Er hat einen Schreibwarenladen, eine Beziehung mit der schönen Kunsthistorikerin Patricia, wohnt in einem angesehenen Stadtteil. Weiterlesen

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Andreas Föhr: Schwarzwasser

Als Kommissar Clemens Wallner, Chef der Kripo Miesbach, die Nachricht erhält, man habe die Leiche eines alten Mannes gefunden, bleibt ihm beinahe das Herz stehen: Sein 86-jähriger Großvater Manfred ist seit Stunden verschwunden.
Am Tatort angekommen stellt er erleichtert fest, dass Manfred wohlauf ist – er und Polizeiobermeister Leonhardt Kreuthner haben den Toten, einen Klaus Wartberg, entdeckt. Mit ihnen im Haus befindet sich eine junge Frau – mit der Tatwaffe in der Hand. Der Fall scheint klar. Doch schon bald stellt sich heraus, dass der Ermordete gar nicht tot sein dürfte. Ihn hat es nämlich nie gegeben. Seine Papiere sind gut gemachte Fälschungen. Wer also war der Tote wirklich? Was verbindet ihn mit der jungen Frau? Und warum musste er eine andere Identität annehmen? Weiterlesen

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William Meikle: H. P. Lovecrafts Schriften des Grauens 01: Das Amulet

Eine neue Reihe macht sich, editiert von Jörg Kleudgen auf, die Herzen der Fans der Dunklen Alten zu erobern. Wie schon der Reihentitel vorgibt, soll die Edition sich auf die Nachahmer H. P. Lovecrafts konzentrieren. Den Auftakt macht der bei uns weitgehend unbekannte William Meikle, der ganz nach dem Motto, Schuster bleib bei deinen Leisten seinen Plot im heimatlichen Glasgow ansiedelt – nun, nicht eben die erste Adresse um nach Cthulhu Ausschau zu halten.

Vorhang auf für Derek Adams, seines Zeichens heruntergekommener Privatdetektiv der gut aus einem der Romane Dashiel Hammetts stammen könnte. Er raucht Kette, trinkt den Whiskey gleich literweise, und ist mehr als bemüht, einen coolen Eindruck zu hinterlassen. Als eines Tages eine umwerfende Frau in Heels und Strumpfhaltern sein Büro betritt, und ihn engagiert, ein geraubtes Medaillon wieder zu beschaffen, ahnt er nicht, was ihn die Suche kosten wird. Weiterlesen

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Cyril Dion: Tomorrow

„Tomorrow – Die Welt ist voller Lösungen“, ist eigentlich ‚nur‘ das Buch zum gleichnamigen Film. Einem Film freilich, der 2016 in Frankreich als bester Dokumentarfilm mit dem César ausgezeichnet wurde.

Worum geht es? 2012 stößt der Autor und Filmemacher Cyril Dion zufällig auf einen Artikel mit dem erschreckenden Titel „Das Ende des Planeten im Jahr 2100?“. Trotz der etwas reißerisch anmutenden Formulierung liest er weiter. Es geht um „die drohende Vernichtung von Teilen des Lebens auf der Erde innerhalb weniger Jahrzehnte.“ Und, was das eigentlich wirklich Erschreckende ist: Die Nachricht stammt aus einer Studie, die von zweiundzwanzig Wissenschaftlern in der führenden naturwissenschaftlichen Zeitschrift Nature veröffentlicht wurde. Sie basiert auf umfassenden Bestandsaufnahmen und Untersuchungen und bezieht alle wesentlichen Bereiche wie Klimawandel, Entwaldung, Bodenerosion, Artensterben oder Bevölkerungswachstum ein. Weiterlesen

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Joanna Rakoff: Lieber Mr. Salinger

Sie ist jung, unterbezahlt und vernarrt in Bücher. Joanna Rakoff arbeitet 1996 als Assistentin für eine New Yorker Literaturagentur. Dabei will sie selbst Schriftstellerin werden und erhofft sich auf diese Weise den Einstieg in die Branche. Doch statt Manuskripte zu lesen, muss sie stupide Tipparbeiten für ihre exzentrische Chefin erledigen, die sich beharrlich weigert, zum Jahrtausendwechsel in „Modeerscheinungen“ wie Computer und Internet zu investieren. Das Besondere: Ihre Agentur vertritt den ebenso exzentrischen J. D. Salinger, der mit seinem „Fänger im Roggen“ Literaturgeschichte geschrieben hat. Während seine Prosa Joanna dabei hilft, den eigenen Platz im Leben zu finden, geht um sie herum eine Ära zu Ende.

Joanna Rakoff hat einen autobiografischen Roman über ihr „Salinger-Jahr“ geschrieben. Täglich versucht sie, die Aufmerksamkeit ihrer kapriziösen, Kette rauchenden Chefin zu erwerben, wird jedoch wie ein Möbelstück behandelt. Weiterlesen

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Leonie Swann: Gray

Gray ist ein vorlauter Vogel: ein Graupapagei, der den Schnabel nicht halten kann, aber mit seinem neuen Besitzer, Dr. Augustus Huff, nicht nur Erdnüsse, sondern eine ganz harte Nuss knackt. Sieben Jahre nach ihrem zweiten Schafkrimi „Garou“ und zwölf Jahre nach dem Bestseller-Erstling mit den blökenden Ermittlern, „Glennkill“, greift die Münchner Autorin Leonie Swann das Motiv eines tierisches Ermittlers wieder auf. Und „Gray“ hat das Zeug, ein Kommissar für eine lange Serie zu werden.

Beim Studenten Elliot hatte der Vogel ein beschauliches Leben und – wie sich später herausstellt – an einigen Tagen auch einen Tiersitter. Nicht nur bei dem hat er allerlei Wörter und Sprüche aufgeschnappt, die später für Augustus Huff hilfreich sind. Weiterlesen

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Mitchell Hogan: Die Feuer von Anasoma

Dies ist die Geschichte von Caldan. Als Waise wurde er von einem Mönchsorden aufgenommen und erhielt eine Ausbildung in den magischen wie handwerklichen Künsten, konnte auf eine der umfangreichsten Bibliotheken der Welt zurückgreifen, lernte es mit dem Schwert umzugehen und Dominion, ein weit verbreitetes Strategiespiel zu spielen. In all diesen Bereichen übertraf er seine Mitschüler bei weitem. Eine große Zukunft als Bruder des gelehrten Ordens schien ihm gewiss.

Als er dann aber in einem Schwertduell einen Mitschüler aus reichem Haus schwer verletzt, muss er die Insel der Brüder in Richtung Anasoma verlassen. Kaum in der Küstenstadt angekommen erfährt er erst so richtig, wie behütet und umsorgt er bislang aufgewachsen ist. Sein Beutel leert sich schneller, als er schauen kann, dann wird er überfallen und muss aus seiner Unterkunft mangels Barem ausziehen. Gut, dass er bei der Zauberergilde trotz seines Alters an Lehrling angenommen wird. Als er einen der Meister scheinbar mühelos im Schwertkampf besiegt ist seine Weg vorgezeichnet. Er soll künftig als Protektor dem Kaiser und Reich im Kampf gegen verbotene Zauber dienen. Weiterlesen

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Lena Andersson: Widerrechtliche Inbesitznahme

Das ist ein Buch, das atemlos macht. Einerseits möchte man es an die Wand werfen und andererseits brennt man darauf zu wissen, wie diese Idiotie weiter und zu Ende geht. Lena Andersson schafft es, einen Sog zu entwickeln, der süchtig macht. Süchtig wie in diesem „Fall“ Ester Nielsson ist. Und es ist nahezu ein freier Fall. Mich erinnert diese Darstellung von pathologischer Liebessehnsucht an den Film „Eine verhängnisvolle Affäre“ (vielleicht etwas zu sehr Hollywood mit Mike Douglas und Glenn Close) oder Murakamis „Gefährliche Geliebte“. Alles Beschreibungen, Darstellungen von Obsessionen, die zur Katastrophen führen.

Ester verliebt sich erst in ein Phantom, denn persönlich kennt sie den bekannten Aktions- und Videokünstler Hugo Rask gar nicht, hat aber den Job zu erfüllen, über ihn einen Vortrag zu halten. Weiterlesen

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Sara Pennypacker: Mein Freund Pax

Es herrscht Krieg und Peters Vater muss als Soldat an die Front. Peter soll deswegen zu seinem Großvater in ein weit entferntes Dörfchen ziehen. Doch zu dem alten Mann kann er seinen besten Freund Pax nicht mitnehmen. Pax ist nicht etwa ein Schulkamerad, sondern ein zahmer Fuchs, den Peter vor Jahren vor dem sicheren Tod gerettet hat. Sein Vater zwingt ihn schließlich, Pax vor seinem Umzug in einem Waldstück auszusetzen. Auch in der neuen Umgebung kann Peter den Fuchs nicht vergessen. Er beschließt, auszureißen und die weite Strecke zu Fuß zurückzulegen, um wieder mit Pax vereint zu sein.

Sara Pennypacker hat bereits mit „Der Sommer der Eulenfalter“ ein einfühlsames Jugendbuch geschrieben, das sich ebenfalls einem ungewöhnlichen Thema zuwandte. Weiterlesen

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