John Scalzi: Das Imperium der Ströme 01: Kollaps

Seit gut 1000 Jahren, nachdem die Verbindung über die Ströme zur heimatlichen Erde verloren ging, ist die Machtpyramide im Reich der Ströme festzementiert. Die Aristokraten, die sich aus den Handelshäusern rekrutierten ordnen sich mehr oder minder willig einem Herrscher unter, die Ströme verbinden die menschlichen Habitate in den unterschiedlichen Sternensystemen miteinander. Geplant war, dass keine menschliche Ansiedlung ohne die anderen existieren würde können, schließlich sollen die Handelshäuser ja prosperieren, doch jetzt mehren sich die Anzeichen, dass die verbindenden Ströme in kurzer Zeit zusammenbrechen werden.

Dass gerade eine Zeit des Umbruchs angebrochen ist, dass der Imperator starb und eine nicht sonderlich gut auf ihr Amt vorbereitete Erbin an seine Stelle tritt erschwert die Lage. In Ende, dem einzigen Planeten, der für ungeschützte Menschen geeignete Lebensumstände anbietet tobt – wie üblich – ein Bürgerkrieg. Weiterlesen

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Jutta Profijt: Unter Fremden, gelesen von Eva Meckbach

Was für ein Hörbuch! Lange habe ich nichts mehr so eindringliches gehört, die Geschichte von Madiha bleibt noch lange im Ohr und wirkt nach. Das liegt zum Einen an der tollen Lesung von Eva Meckbach, die einfach Madiha IST. Das liegt zum anderen aber auch an der unaufdringlichen Beschreibung von Jutta Profjit, die sich wirklich in Madiha eingedacht hat. Keine Beschreibung von furchbaren Gräueln, die Madiha aus ihrer Heimat vertrieben haben, sondern eine spannende Geschichte, die eben jemandem passiert, der aus seiner Heimat fliehen musste. Dabei gibt sie sehr sanft Einblick in das Leben, wie es für Madiha in Deutschland aussieht. Weiterlesen

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Klaus Cäsar Zehrer: Das Genie

Was für eine Geschichte: Boris, ein junger Russe aus gutem Hause flieht nach Amerika. Er will frei sein und unbedingt unterrichten. Denn seine Vorstellung, dass auch Arme gebildet sein dürfen, wird in seinem Land nicht geduldet und bei Missachtung sogar mit Haft und Tod bestraft. Kaum in New York angekommen, beginnt seine grandiose Karriere. Boris heiratet, wird Vater und ein berühmter Wissenschaftler. Am Beispiel seines Sohnes Billy zeigt er, wie seine spezielle Erziehung, die Sidis-Methode, aus jedem Kind ein Genie machen kann. Und wie großspurig angekündigt, entwickelt sich sein Sohn unter den Argusaugen der Lehrer und Presse zu einem Genie. Billy lernt gern und unvorstellbar viel, so dass er innerhalb weniger Jahre alle Klassen überspringt, die Highschool beendet, um schließlich im Alter von elf Jahren der jüngste Student in der Eliteuniversität Harvard zu werden. Weiterlesen

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Charles Bukowski: Über das Schreiben

Charles Bukowski kann man vermutlich zu den eigenwilligsten und schillerndsten Autoren der moderneren Literaturgeschichte zählen. Er hat auch heute noch, mehr als 20 Jahre nach seinem Tod im Jahr 1994, eine große Anhängerschaft und seine Erzählungen und Gedichte sind nach wie vor beliebt.

Bukowski zeichnete sich sowohl in seiner Art zu leben als auch zu schreiben durch eine besondere Individualität aus. Irgendeine Art der Anpassung an den Mainstream war ihm völlig fremd und, ich vermute, sogar zuwider. Das, was er schrieb, hatte häufig eng mit seinem eigenen Leben und Erleben zu tun. Viele seiner Werke haben autobiographische Züge und handeln von Alkoholikern (er selbst war lange einer), Kriminellen und anderen Existenzen auf der weniger erfolgreichen Seite des Lebens. Weiterlesen

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Oliver Plaschka: Marco Polo: Bis ans Ende der Welt

Jeder kennt Marco Polo. Und jeder hat schon einmal darüber diskutiert, ob es ihn nun gab oder nicht. Wen es auf jeden Fall gibt, ist Oliver Plaschka. Und der hat sich der historischen Figur angenommen in seinem aktuellen Buch „Marco Polo – Bis ans Ende der Welt“. Gerade einmal 17 Jahre ist Marco, als er mit Vater und Onkel eine weite Reise antritt, um das Wesen des Christentums dem Hof des Kublai Khan näher zu bringen. Und natürlich ist die Reise beschwerlich – die mit ihnen geschickten Gelehrten geben weit vor dem Ziel auf und auch Marco selbst muss mehrmals dem Tod von der Schippe springen.

Gefallen hat mit der Rahmen, in den Plaschka seine Geschichte bettet. Er lässt den Protagonisten seine Erlebnisse selbst erzählen Weiterlesen

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Pierre Lemaitre: Drei Tage und ein Leben

Der zwölfjährige Antoine ist richtig wütend. Seine Mutter verbietet ihm das Spiel mit den anderen Kindern. Seiner Jugendliebe Émilie missfällt das so mühsam erbaute Baumhaus im Wald. Der Nachbarhund, der bisher treu seinen Nöten zugehört hat, wird von einem Auto angefahren und danach von seinem Besitzer erschossen. Und dann nervt noch dessen sechsjähriger Sohn Rémi. Die Wut ist so groß, dass er den Kleinen mit einem Ast erschlägt. Antoine versteckt die Leiche. Drei Tage lang suchen die Bewohner des Ortes nach dem vermissten Jungen. Am dritten Tag beenden heftige Unwetter die Suche. Antoine glaubt, endlich gerettet zu sein. Seine Mutter hat nur ihn und er nur seine Mutter. Was würde passieren, wenn er als Kindsmörder berühmt würde? Weiterlesen

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Lauren A. Forry: Abigale Hall

Nachkriegsdrama, Horrorstory, Psychothriller – „Abigale Hale“ ist hochgradig spannend!  Lauren A. Forry hat in ihrem Debütroman den richtigen Ton getroffen, wofür sie mit dem Faber und Faber Creative Writing Prize ausgezeichnet wurde. Dieser Roman packt das Grauen auf mehreren Ebenen – auf der übernatürlichen, realen und psychologischen.

1947: In Londons Straßen herrscht der alltägliche Nachkriegshorror. Zwischen zerbombten Ruinen und langen Warteschlange vor Ausgabe der Lebensmittelrationen, tummeln sich Menschen, denen ihre persönlichen Kriegstraumata ins Gesicht geschrieben stehen: Kriegsversehrte, Witwen und Waisen. Zu letzteren gehören auch die 17-jährige Eliza und ihre fünf Jahre jüngere Schwester Rebecca. Sie haben ihre Eltern verloren und leben seitdem bei ihrer Tante Bess. Diese hat die beiden zwar pflichtschuldig aufgenommen, hegt aber kaum Sympathien für die ihr anvertrauten Nichten. Weiterlesen

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Stephan M. Rother: Die Königschroniken 01: Ein Reif von Eisen

Im Kaiserreich der Esche, einem fiktiven Land, stehen Veränderungen an. Nicht nur der nordische Stammesfürst Morwa schwindet dahin, so dass ein Machtkampf unter seinen Nachfolgern entbrennt. Auch in der Hauptstadt des Landes stehen die Zeichen auf Sturm. Der heilige Baum beginnt zu welken und droht, das Land in Dunkelheit zu hüllen. Die Menschen spüren, dass sie ein mächtige Persönlichkeit brauchen, um aus der Not herausgeführt zu werden.

Wer Rother und seine Romane kennt, der weiß, dass der Autor oft sehr verzweigte Geschichten schreibt, bei denen die einzelnen Elemente am Ende wie Puzzelteile ineinanderpassen. Da macht „Ein Reif von Eisen“ keine Ausnahme. Weiterlesen

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Antoine Laurain: Die Melodie meines Lebens

Da schickt eine Band ein Demo-Tape an eine Plattenfirma, und 33 Jahre später kommt die Antwort. Bei der Post war der Brief hinter ein Regal gefallen. Erst als die Filiale renoviert wurde, konnte das Schreiben zugestellt werden. An Alain, eines der Bandmitglieder, der inzwischen Arzt ist..

Antoine Laurain schickt in „Die Melodie meines Herzens“ Alain auf die Suche nach den Musikerkumpel. Einer ist nach Thailand ausgewandert, ein anderer ein größenwahnsinniger Faschist im politischen Vollrausch, der dritte ein überheblicher Künstler. Nur die Sängerin bleibt zunächst verschollen.

Laurain, dessen Figuren in seinen früheren Romanen immer so wunderbar altmodisch und aus der Zeit gefallen waren, geht auf eine Spurensuche des Lebens und setzt ein Mosaik aus Einzelgeschichten zusammen. Weiterlesen

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Monika Feth: Blutrosen

Romy hat ihren Traumjob gefunden und wie es aussieht auch ihren Traummann. Und sie hat eine Geschichte für die Zeitung, für die sie arbeitet, im Kopf. Es soll eine Story über Frauenhäuser und die Frauen werden, die sich dorthin flüchten. Dabei ist Romy doch gerade selbst frisch verliebt. Sie lässt sich tief auf das Thema ein, freundet sich mit der jungen Fleur an, die schon mehrfach vor ihrem dominierenden Freund Mikael geflohen ist. Bislang hat er sie immer gefunden, aber Köln ist immerhin eine Großstadt, da dürfte es nicht so einfach sein. Zudem bleiben die Anschriften der Frauenhäuser gut geschützt. Fleur erzählt Romy nach und nach ihre Geschichte und eines wird immer klarer: wirklich sicher fühlt sie sich nie. Weiterlesen

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