Marion Billet: Hörst du „Der Karneval der Tiere“?

Dieses Mal dreht sich in der Reihe „Hörst du“ alles um Camille Saint-Saens „Der Karneval der Tiere“. Das Buch ist für Kinder von ein bis drei Jahren empfohlen und dementsprechend ist es auch gestaltet. Klare Formen und Farben sprechen das Auge und die Fantasie an, ohne die Kleinen zu überfordern. Da schreitet der Löwe schön und stolz daher, bunte Vögel zwitschern im Baum und Quallen gleiten sanft durchs Wasser.

Die musikalischen Auszüge sind lang genug, um einen ersten Eindruck zu kriegen und die Kinder spielerisch an klassische Musik heranzuführen. Mit Glück machen sie auch Lust auf mehr. Weiterlesen

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Ester Gonstalla: Das Klimabuch

Das Thema Klima beschäftigt inzwischen viele Menschen. Die einen werden es nicht müde, eine von menschenverursachte Klimaveränderung zu negieren, die anderen leiden bereits darunter. Letztendlich dürfte es entscheidend sein, dass sich jeder fundiert informiert. Am besten von Wissenschaftlern, die wissen, wovon sie reden. Esther Gonstalla hatte den kühnen Gedanken, die Ergebnisse wissenschaftlicher Untersuchungen grafisch darzustellen.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Klare Bilder, klare Worte und klare Aussagen haben das umfangreiche Thema überschaubar gemacht. Unmissverständlich werden die Zusammenhänge und Kettenreaktionen dargestellt. In den ersten Kapiteln zeigen die Grafiken vereint den Ist-Zustand, wie Klima funktioniert und was passiert, wenn der natürliche Kreislauf von Menschen weiterhin zerstört wird. Im letzten Kapitel präsentiert Ester Gonstalla viel mehr als nur die bekannten Weisheiten. An den Beispielen der grünen Suchmaschine, dem grünen Unternehmen oder den vorbildlichen Leistungen anderer Länder erweitert die Autorin den Fokus. Weiterlesen

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Carla Berling: Der Alte muss weg

Pass auf, welche Sendungen du im Fernsehen siehst. Und achte auf die Folgen, die daraus entstehen. Diese Warnung hätte der Protagonistin in Carla Berlings witzigem Buch einige Wirrungen und viel Stress erspart. Dabei ist der Roman um die beige-braun-graue Heldin Steffi gar nicht so derb komisch, wie der Titel und das Cover suggerieren. Sicher sind manchmal die kölsch-rauen Späße ein wenig zotenhaft und manch ein Handlungsdreh vorhersehbar, dafür regt aber die Geschichte auch zum Nachdenken an.

Steffi, 50 und in den ausgefahrenen Spurrillen ihres Lebens gefangen, trifft sich regelmäßig mit ihren vier Freundinnen, die mehr oder weniger ähnlich mit sich, ihrem Leben und insbesondere mit ihren jeweiligen Lebenspartnern hadern. Und nun, inspiriert durch eine Fernsehsendung über unentdeckte Morde, entstehen in den Damen – in unterschiedlicher Ausprägung und mit unterschiedlichen Auswirkungen – diverse Ideen, sich ebendieser Lebenspartner zu entledigen. Weiterlesen

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Simone Lappert: Der Sprung

Es beginnt mit dem Sprung, dem Schritt über die Dachkante, dem Fall, den Empfindungen. Dann treten wir einen Schritt zurück und werfen einen Blick auf die Menschen, deren Leben durch die Frau auf dem Dach eine andere Richtung nimmt.

Da ist zunächst Felix, der Polizist. Die Schwangerschaft seiner Frau Monique wirft ihn aus der Bahn. Doch er kann nicht mit ihr darüber reden, sondern hält immer mehr Abstand. Nach der Arbeit zieht er sich in den Keller zurück, um Elektrogeräte auseinanderzunehmen und wieder zusammenzubauen.

Auch Maren hat Probleme in ihrer Ehe. Früher haben ihrem Mann Hannes ihre Kurven gefallen. Doch seit er an seinem 40. Geburtstag beschlossen hat, sein Leben grundlegend zu ändern, hat er 25 Kilo abgenommen, achtet sehr auf seine Ernährung und trainiert fast wie ein Besessener. Marens halbherzige Versuche, es ihm gleichzutun sind nicht von Erfolg gekrönt. Eigentlich mag sie sich so, wie sie ist.

Teenagerin Winnie hadert ebenfalls mit ihrer Figur, die ihr unter ihren Altersgenossen häufig Spott einbringt. Ihre Bemühungen, dazu zu gehören, sind bisher gescheitert. Sie hat sich ihre eigene Comic-Welt geschaffen, in der sie allen zeigen kann, was in ihr steckt. Weiterlesen

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Minette Walters: In der Mitte der Nacht

Der zweite Band der Pest-Saga hat mir deutlich besser gefallen, als der erste. Vielleicht liegt es daran, dass der Krimi-Anteil hier höher ist. Im September 1348 klingt die Pestwelle in England langsam ab. Lady Anne of Develish ist es nach dem Tod ihres Mannes erfolgreich gelungen, die Krankheit aus ihrer Burg fernzuhalten, durch rigorose Abschottung und Hygiene. Jetzt gehen langsam die Vorräte aus und sie muss sich Gedanken machen, wie sie an neue kommt. Ihr Verwalter, gleichzeitig Vertrauter und alter Freund Thaddeus macht sich auf die Reise. Da er als Leibeigener nicht weit kommen würde, erfindet Lady Anne für ihn einen Titel und eine Abstammung. Diese Strategie erweist sich als noch gefährlicher als gedacht, denn der eifersüchtige Ex-Verwalter ihres Mannes hat nichts eiligeres zu tun, als Thaddeus zu verraten.

Es tauchen einige Klischees in diesem Roman auf, wie der gute Leibeigene und der böse Adelige. Die völlig eingeschüchterten Pächter sind meiner Meinung nach auch eher Klischee als Realität, ebenso wie die ungehemmte Brutalität an manchen Stellen, das ist eher Walther Scott als moderner historischer Roman. Weiterlesen

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Mauríco Gomyde: Die schönste und die traurigste aller Nächte

Als Teenager entdecken Victor und Amanda bei ihrem Abschlussball Gefühle füreinander. Doch Victor weiß nicht, dass Amanda noch am folgenden Tag mit ihrer Familie das Land verlassen wird, um auf einen anderen Kontinent zu ziehen. Während sie ihm dies eröffnet, fällt er aus allen Wolken. Erst Stunden später kommt er wieder zu sich und befindet sich an einem ganz anderen Ort. Viele Tage später wird er den Zusammenhang erkennen. Denn Victor erlebt glückliche Momente gleich zwei Mal, traurige hingegen überspringt er, manchmal um Stunden, manchmal um Tage. Amanda glaubt er für immer verloren. Denn nur acht Monate nach ihrem Weggang erreicht ihn die Nachricht ihres Todes bei einem Attentat. Zwanzig Jahre später jedoch merkt er, dass er einem Irrtum aufgesessen ist.

Mauríco Gomyde ist mit „Die schönste und die traurigste aller Nächte“ ein sehr schöner Roman gelungen. Die Grundidee ist dabei pfiffig und rührend zugleich und passt sich somit dem Titel des Romans gut an. Erlebt Victor einen sehr schönen Moment, springt er in der Zeit zurück. Manchmal nur wenige Minuten, manchmal mehrere Stunden. So kann er den schönen Moment noch einmal erleben. Weiterlesen

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Chris Power: Mothers: Erzählungen

„Gewichtig wunderschöne Erzählungen“, so urteilt laut Klappentext die Daily Mail über dieses Buch. Gewichtig sind die Erzählungen von Chris Power in jedem Fall. Es sind keine leichten, seichten Texte, die man mal so eben zur Entspannung liest.

Chris Power hat bisher in Zeitungen und Magazinen veröffentlicht und stellt in diesem Debüt zehn Erzählungen von ganz unterschiedlicher Art vor. Er nimmt einen mit zu den verschiedensten Schauplätzen – Schweden, London, die englischen Hügellandschaften, Mexico. Und immer sind seine Beschreibungen so plastisch, dass man die Straßen, Wege und Wälder förmlich vor sich sieht, die scharfen Blätter der Pflanzen spürt, den Alkoholdunst der Kneipen riecht.

Es geschieht nicht viel in den Geschichten, es geht ihm mehr um die inneren „Geschehnisse“, um Einblicke in den Menschen. Sehr intensiv setzt er sich in drei der Erzählungen, die sich alle um die gleiche Person ranken, mit der Psychologie einer Frau auseinander, die als einzigen Bezugspunkt zu ihrer Mutter einen alten Reiseführer hat. Weiterlesen

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Anne Griffin: Ein Leben und eine Nacht, gelesen von Reinhard Kuhnert

Im Alter von 84 Jahren beschließt Maurice Hannigan, in ein Altersheim umzuziehen. Er hat alle Kisten gepackt und beschriftet, das Land verkauft und sitzt nun in einer Hotelbar und lässt sein Leben Revue passieren. Im Laufe des Abends spricht er fünf Mal einen Toast aus auf Menschen, die in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt haben. Übernachten wird er in dieser Nacht in der besonderen Hochzeitssuite des Hotels – auch diese hat für Maurice eine ganz besondere Bedeutung, wie schnell klar wird. Im Geiste geht er die wichtigsten Stationen seines Lebens durch und muss dabei immer an seinen Sohn Kevin denken, an den er ebendiese Gedanken auch richtet.

Maurice befindet sich in diesem Abend im gedanklichen Austausch mit Kevin. Da dieser in der Situation aber nicht anwesend ist, gestaltet sich das Gespräch sehr einseitig. Es spricht aber auf der anderen Seite die Zuhörer und Zuhörerinnen an. Man wird durch die direkte Ansprache Kevins immer wieder zur Geschichte zurückgeholt und mit ihr verbunden. Weiterlesen

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Kasie West: Du bist der Liebe nicht egal

Kate mag keine fremden Menschen. Sie hasst es, im Mittelpunkt zu stehen und hat nicht das geringste Bedürfnis, etwas Neues kennenzulernen. Sie lebt mit ihrer Familie in einiger Entfernung zur Stadt an einem See, wo ihre Eltern einen Bootsverleih leiten. Hier will Kate nach ihrem Abschluss arbeiten und später das Geschäft übernehmen. Ihr Leben ist ruhig und vorbestimmt – genau wie sie es mag.

Als ihre beste Freundin Alana sie überredet, sich für den Podcast-Kurs der Schule einzuschreiben, ist sie nicht sonderlich begeistert und hofft, im Hintergrund die Recherche zu übernehmen, ohne besonders viel Aufmerksamkeit zu bekommen. Umso fassungsloser ist sie dann, als sie als Moderatorin ausgewählt wird. Da eine Weigerung unmöglich ist, findet sie sich damit ab und  sitzt kurz darauf hinter dem Mikrofon, um Ratschläge zu jeder Lebenssituation zu erteilen. Womit niemand gerechnet hat: Kate ist witzig, originell, sarkastisch und tatsächlich ziemlich gut darin, anderen mit ihren Problemen zu helfen.

Schon bald wird ihr klar, dass es ihr wirklich Spaß macht, die Sendung zu moderieren. Vor allem, weil dieser eine anonyme Anrufer sich so sehr nach dem Schwarm ihrer besten Freundin Alana anhört, der Kate um Ratschläge zu einem Mädchen bittet, das er wirklich mag. Weiterlesen

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Christelle Dabos: Die Spiegelreisende 01: Die Verlobten des Winters, gelesen von Laura Maire

Laura Maire entführt uns in eine Welt voller Tücken und Zauber. Ophelia ist eigentlich glücklich und zufrieden mit ihrem Leben. Sie führt ein kleines Museum und besitzt zwei Eigenschaften: Sie kann durch Spiegel reisen und sie kann Gegenstände lesen, da heißt, die Gegenstände erzählen ihr, was ihnen in der Vergangenheit geschehen ist. An Heirat denkt Ophelia überhaupt nicht, aber sie wird an einen mächtigen Mann eines anderen Erdenteils verschachert. Thorn erweist sich als spröde, wenn auch nicht völlig lieblos, aber er hat einfach keine Zeit für seine Braut. Diese wird bei seiner Tante abgeladen und dort lernt sie eine Art von Illusionen kennen, wie sie sich aus ihrer Heimatwelt nicht einmal vorstellen konnte.

Der Auftakt der Serie ist superspannend und reißt einen beim Zuhören einfach mit Ophelia gibt nicht etwa auf und ergibt sich in ihr Schiksal, wie man es von der Protagonistin vom Anfang erwartet hätte, sondern sie bringt sich aktiv in diese neue Welt ein, die sie eigentlich niemals kennenlernen wollte. Weiterlesen

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