Julia Lange: Blutgesang

In Midea wohnen Einheimische neben dem Volk der Zatarsi, die andersartig und fremd sind, was ein von Misstrauen geprägtes Verhältnis schafft.

Die Zatarsi leben abgeschottet von den anderen Bürgern in ihrem eigenen Viertel, wo ihre eigenen Regeln gelten und ihre eigene Kultur gelebt wird. Nichts ist den Zatarsi so wichtig, wie Musik. Die Geräusche außerhalb des Viertels werden von ihnen als grober Lärm empfunden – einer der Gründe, sich von den Einheimischen fernzuhalten.

Dies erfährt die junge Sängerin Elezei gegen ihren Willen, als sie das Viertel der Zatarsi verlassen muss. Ihr wird vorgeworfen, einen Hüter angegriffen zu haben, einen derjenigen, die in Midea für den Frieden sorgen.

Der junge Adlige Valerian hat ganz andere Probleme, als er Elezei zum ersten Mal begegnet. Sein Blut ist verflucht – ein Umstand, der normalerweise zu einem Brandzeichen auf der Stirn und in den schlimmsten Fällen zu einer lebenslangen Haft führt.

In seiner Verzweiflung tut er sich mit Elezei zusammen, die selbst versucht, den Hütern zu entkommen. Beide werden von dem Wunsch angetrieben, wieder nach Hause zu dürfen.

Die Geschichte von Elezei und Valerian steckt voller Wendungen. Immer wieder scheint klar zu sein, wem die Helden vertrauen können und wer hinter ihrem Rücken gegen sie arbeitet, aber letztendlich bewahrheitet sich keine der Vermutungen. Wirklich gut gelungen ist an diesem Buch, das genau an dem Punkt, an dem das Handeln einer Person zu absurd und unverständlich ist, eine andere Person kommt, die eben dieses Handeln hinterfragt.

Dieses Buch ist fesselnd und voller Fantasie, jeder Charakter so ausgearbeitet, dass man seine Beweggründe nachvollziehen kann und Teil seiner Gefühle wird. Ohne lange Einführung beginnt die Geschichte direkt mit einer turbulenten Szene – man wird in das Geschehen hineingezogen und versucht bis zur letzten Seite gespannt, alle Zusammenhänge zu verstehen.

Julia Lange: Blutgesang.
Knaur, Februar 2019.
384 Seiten, Taschenbuch, 12,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Isabella M. Banger.

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