Carla Montero: Das Mädchen mit den Smaragdaugen

monAls die Kunsthistorikerin Ana von ihrem Partner einen Brief in die Hand gedrückt bekommt, der 1942 geschrieben wurde, kann sie noch nicht ahnen, dass dieser Brief ihr Leben und ihre Sichtweise verändern wird. Sie beginnt auf sein Drängen hin zu recherchieren, was sie über den SS-Sturmbannführer Georg von Bergheim finden kann. Ihre Suche führt sie schnell zu der Jüdin Sarah Bauer und einem Gemälde von unschätzbarem Wert. Sie trifft aber auch eine Liebe gegen jedes Gesetz des Reiches, die zwischen einer Jüdin und einem SS-Mann.

In ihrem Heimatland Spanien war Carla Monteros Buch auf Anhieb ein Erfolg. In zwei Handlungssträngen erzählt sie zwischen Gegenwart und Kriegsvergangenheit und folgt dabei den unterschiedlichsten Personen durch Frankreich im Zweiten Weltkrieg. Dabei ist Monteros Roman trotz seiner stolzen Seitenanzahl sehr kurzweilig, was auch an den kurzen Kapiteln liegen mag, die stets zwischen den Zeiten springen. Dabei verliert man keinesfalls den Überblick – die Autorin nimmt ihre Leserinnen und Leser sehr gut bei der Hand und führt sie zielstrebig durch das Geschehen. Schön anzusehen ist auch die enge Verbindung zwischen den Handlungssträngen. Sie treten nicht voneinander losgelöst auf, sondern haben eine sinnvolle Abfolge zueinander. Immer wenn Ana auf einen neuen Hinweis trifft, eröffnet sich zumindest für Leserinnen und Leser im darauffolgenden Kapitel ein Bruchstück zu diesem Thema. Ana gelingt das leider nicht immer, manchmal muss sie länger recherchieren, um ans Ziel zu kommen.

Toll gezeichnet sind auch die Figuren in der Vergangenheit. Sie wirken sehr authentisch und man kann sie sich gut vor Augen führen. Nicht ganz so gut gelingt diese bei Anas Umfeld. Ana ist eigentlich die einzige, die etwa an Farbe gewinnt. Die übrigen Bekannten und Freunde der jungen Frau wirken allesamt einem Klischee entsprungen, was die tolle Gesamtstimmung im Roman immer mal wieder etwas trübt.

Am Ende bleibt dann ein netter Roman, gut zu lesen, wenn auch keine Größe des Genres, unterhält er doch gut und überraschend kurzweilig.

Carla Montero: Das Mädchen mit den Smaragdaugen.
Blanvalet, Januar 2014.
789 Seiten, eBook, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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