Andy Weir: Der Marsianer

mars1Als der Astronaut Mark Watney bei einer plötzlichen Evakuierung des Marsstützpunktes von seiner Crew für tot gehalten wird, lassen sie ihn auf dem fernen Planeten zurück. Keiner ahnt jedoch, dass Mark bei dem Unfall nur bewusstlos wurde. Kurze Zeit später muss er geschockt feststellen, dass er allein auf dem Mars ist. Nur mit einem genauen Plan hat er den Hauch einer Chance, zu überleben. In fünf Jahren wird die nächste Marsmission in einiger Entfernung landen. Auf der Erde merkt die NASA unterdessen, dass ein Astronaut lebend zurückgelassen wurde. Auch sie versucht, alles daran zu setzen, Watneys Leben zu retten.

Zu Beginn des Romans liest man sich seitenlang durch Watneys Logbuch, das gespickt ist mit allerhand chemischen und physikalischen Überlegungen, wie man beispielsweise Wasser auf dem Mars gewinnen kann oder dort Pflanzen anbauen kann. Wer diesen Roman lesen möchte, sollte ein gewisses Interesse für derartige Überlegungen mitbringen, denn über weitere Strecken dominieren sie Watneys Gedanken rund um sein Überleben. Als sich die Menschen auf der Erde ebenfalls mit seinem Schicksal zu befassen beginnen, wird die Handlung allerdings auch abwechslungsreicher.

„Der Marsianer“ ist alles in allem ein sehr spannender Roman, den man zeitweise mit angehaltenem Atem liest. Denn natürlich möchte man wissen, wie und ob Watney überlebt. Er hat seinen eigenen Stil, die einzelnen Tage Revue passieren zu lassen und ist dabei manchmal sehr unverblümt und direkt. Das passt zu seiner Situation und wird mit zu einer der Grundstimmungen des Romans. Man hat ständig das Gefühl, als würde der Autor keine fiktive Geschichte erzählen, sondern eine bereits stattgefundene Mars-Expedition für Romanleser aufbereiten. Alles wirkt sehr real und ist fesselnd dargestellt.

Dieser Roman macht außerdem wieder Lust auf Science Fiction! Viel Gutes hat es in diesem Genre in den letzten Jahren meiner Meinung nach nicht gegeben, „Der Marsianer“ beweist, dass Science Fiction doch noch lebt und etwas leisten kann. Weirs Roman ist toll zu lesen und macht Lust auf mehr! Hoffentlich wird er noch viele gute Romane folgen lassen!

Andy Weir: Der Marsianer.
Heyne, Oktober 2014.
512 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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