Alex Lake: Es beginnt am siebten Tag

Die Britin Julia Crowne ist eine vielbeschäftigte Anwältin, die Familie und Job unter einen Hut bekommen muss. Da sie sich von ihrem Ehemann Brian trennen will, muss sie lernen, auf sich allein gestellt zu sein. Das bedeutet auch, die 5-jährige Tochter Anna allein aus der Schule abzuholen. Doch an diesem Tag kommt Julia zu spät – und Anna ist schon weg! Das Mädchen ist nicht auffindbar und wird bald landesweit gesucht. Nach einigen Stunden wird eine Entführung immer wahrscheinlicher, denn Anna ist weder bei Vater, Oma, anderen Verwandten oder Freunden. Julia geht durch die Hölle und macht sich schreckliche Vorwürfe.

„Es beginnt am siebten Tag“ ist nicht gerade der große Wurf der Thriller-Literatur. Das fängt bei der etwas platt erzählten Geschichte an und hört bei den stereotypen Figuren auf. Alex Lake bleibt durchgängig auf ausgetretenen Pfaden und in vorgeformten Hüllen verhaftet, weshalb das Lesen nicht gerade viel Spaß macht. Manchmal mag eine Wendung ein wenig überraschen, dann allerdings verstricken sich die Erklärungen in so seltsamen Widersprüchen und wirren Ausflüchten, dass man wieder keine Freude daran hat.

Julia wird als typische „Working Mum“ beschrieben, die einen stressigen, zeitaufreibenden Job hat. Im Verlaufe des Romans wird sie immer mehr zum Opfer der Presse und der Öffentlichkeit in den sozialen Netzwerken. Sie erlebt den Shitstorm ihres Lebens und will eigentlich nur eins: Eine gute Mutter sein. Leider fehlen dieser Figur jegliche Ecken und Kanten und sie ist einfach nur so, wie man es erwarten würde. Das Interessante fehlt Julia Crowne genauso wie allen Nebenfiguren.

Es ist nicht sicher, ob man aus der Idee wirklich mehr hätte machen können. Dafür ist sie zu typisch gestrickt. „Es beginnt am siebten Tag“ kann man lesen, muss es aber wirklich nicht.

Alex Lake: Es beginnt am siebten Tag.
HarperCollins, Dezember 2016.
480 Seiten, Taschenbuch, 15,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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