Alain Monnier: Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe

monManchmal genügt eben ein kleines Steinchen um eine Lawine loszutreten. Im vorliegenden, hoch unterhaltenden Büchlein, ist ein kaputtes Kühlschrankthermostat daran schuld, dass sich international operierende Geräteproduzenten auf Grund von kleinen sprachlichen Verwechslungen und/oder versehentlich falsch ausgefüllten Formularen, bzw. nicht richtig wider gegebene Telefononlinebeschwerden, völlig verrückt machen lassen. Und, im besten Willen alles richtig zu machen zu wollen, bzw. alles zu tun, was sich irgendwie karrierefördernd auswirken könnte, sind kleine und mittlere Angestellte auf den verschiedensten Ebenen (in der Welt) mit rotem Kopf eifrig unterwegs, um irgendwas zu regeln. Und meist, wie im vorliegende Fall, der Protagonistin dieses schelmischen Romans, einen oder mehrere Kühlschränke zu liefern. Das ist ungeheuer lustig, denn man kann sich vorstellen, dass die Wohnung der seltsam anmutenden Frau mittleren Alters namens Marie aus Toulouse, nach und nach, quasi wie im Comic, von Kühleschränken zu gestellt wird. Und das alles in bester Absicht. Das bleibt den Medien nicht verborgen und unsere Frau ohne große emotionale Eigenschaften, muss sich langsam aber sicher mit diesem absurden Verlauf nach ihrem allerersten Telefongespräch mit der Onlineberatung, der liefernden Firma, beschäftigen. Und wird dabei zu einer Performance Ikone! Hier sei gesagt, ohne zu viel zu verraten, alles bleibt im wohltuenden Erzählstil. Ein wohlmeinender Schriftsteller hält Marie die ganze Zeit die Hand und ein (quasi) Beobachter der ganzen absurden Geschichte, weist uns, teilweise satirisch, das ganze Buch durch den Weg in ein…HAPPY END! Aber bitte selber lesen! Unbedingt!

Alain Monnier: Die wunderbare Welt des Kühlschranks in Zeiten mangelnder Liebe.
Arche, April 2015.
160 Seiten, Gebundene Ausgabe, 16,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Fred Ape.

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