Dr. Mariana Hausleitner: Bukowina – Eine europäische Vielvölkerregion

Das Buch von Mariana Hausleitner bietet einen umfassenden Einblick in eine Region Europas mit einer schicksalshaften Geschichte: die Bukowina. Wie der Untertitel beschreibt: eine europäische Vielvölkerregion. Die Autorin, Dr. Mariana Hausleitner, studierte Geschichte und Politologie, promovierte an der Universität Bremen, war als Gastprofessorin in Berlin und München tätig und hat zahlreiche Publikationen zu diesem Themenbereich veröffentlicht.

Die Bukowina, mit der historisch bedeutsamen Stadt Czernowitz, liegt heute in der Ukraine, grenzt an Rumänien und war bis zum Ersten Weltkrieg Teil der Österreichisch-Ungarischen Monarchie.

Das Buch gibt einen intensiven Einblick in die wechselvolle Zeit- und Kulturgeschichte, einschließlich der Literaturgeschichte der Bukowina. Mit einem Bezug zu Schriftstellern, die uns bis heute begleiten; zu den bekanntesten Vertretern zählen Paul Celan und Rose Ausländer. „Für viele ist das Bild der Bukowina geprägt von der deutschsprachigen Literatur, die jüdische Autorinnen und Autoren wie Rose Ausländer und Paul Celan verfassten. Besonders Rose Ausländer schrieb oft über ein friedliches Nebeneinander der Menschen aus fünf Kulturen in der Bukowina“, wie es in einem Zitat heißt. 

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Nadine Schneider: Drei Kilometer

Der Roman „Drei Kilometer“ von Nadine Schneider begleitet das Leben der Protagonistin Anna. Anna lebt in einem Dorf in Rumänien, im Banat. Das Land steht kurz vor dem Zusammenbruch der Diktatur, vor der Revolution 1989. Die Sprache ist unverblümt und in vielen poetischen Metaphern eingerückt. Das Buch beginnt mit einem wunderbaren Satz: „Der Fahrtwind war der schönste Begleiter. Strich mir durchs Haar und kühlte meine Stirn.“

Anna gehört der deutschsprachigen Minderheit an. Die Frage: bleiben oder das Land verlassen? begleitet Anna, begleitet ihre Eltern, begleitet ihre Freunde Hans und Misch. Drei Kilometer, ein Maisfeld, trennt sie vom gefährlichen Weg in die Freiheit nach Jugoslawien. Der Schritt muss bis zum Herbst getan werden, bevor das Maisfeld abgeerntet ist. Ängste, die hochkommen. Annas Vater darf schließlich für einen Verwandtenbesuch nach Deutschland. Das rumänische Regime genehmigt ihm die Reise. Der Vater plant, in Deutschland zu bleiben. Annas Freunde denken über ein Weggehen nach. Fragen, die unausgesprochen im Alltag stehen. Wird man es schaffen? Was passiert, wenn man es nicht schafft? Was passiert mit denen, die bleiben? Werden sie unter Repressalien des Regimes leiden müssen?  

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Sven Koch: Dünenwahn

Spannend und dramatisch sind schon die ersten Seiten des Krimibandes ‚Dünenwahn‘ von Sven Koch. Eintauchen ins Milieu – ein großer Drogenschmuggel auf einem unscheinbaren Containerschiff, der schiefgeht. Das Containerschiff ist auf dem Weg über die Nordsee in Richtung Baltikum. Eine heikle Mission, die den Protagonisten, Kommissar Tjark Wolf, erwartet; die weiteren Entwicklungen bringen ihn an seine Grenzen. Er zeigt Ecken und Kanten, die ihn als Helden sympathisch machen.

Wir begegnen ‚kleinen Fischen‘, die eher zufällig in den Drogenschmuggel hineingeraten, bis hin zu denen, die die großen Profite machen. Da ist Cliff van Doorn, der skrupellos über Leichen geht. Hinter den Dünen, hinter der heilen Welt, verbirgt sich Abgründiges. Nebenbei erfährt man über das harte Leben der Krabbenfischer der Nordsee.

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Andreas Unterweger: Haus ohne Türen

Der Titel des Gedichtbandes von Andreas Unterweger hat mich neugierig gemacht: „Ein Haus ohne Türen“. Was finde ich in den Räumen?

Das Band beginnt mit dem Zitat „Wenn man schreibt, gehen die Türen nicht zu“ von Alfred Kolleritsch, Begründer der österreichischen Literaturzeitschrift ‚manuskripte‘. Er starb 2020. Andreas Unterweger übernahm die Literaturzeitschrift als Herausgeber.

Die Gedichte und Textfragmente von Andreas Unterweger laden ein – zu einer spannenden Reise. Auf dieser Reise begegnen mir starke und leise Wortbilder. Ich treffe auf Wortspiele. Auf Sprachbilder – einer Melange aus Begegnungen in anderen Ländern, Melancholie, Humor, Selbstironie, Beobachtung.

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