David Foenkinos: Das geheime Leben des Monsieur Pick

In dem kleinen Kaff Crozon in der Bretagne gibt‘s eine Bibliothek für alle Romane, die nie einen Verlag gefunden haben. Eines Tages findet sich dort jedoch ein Meisterwerk, das fortan die gesamte Welt der Literatur in Aufregung und Verzückung versetzt.

Das ist der Ausgangspunkt in David Foenkinos Roman „Das geheime Leben des Monsieur Pick“. Und der Autor des Fundstücks ist in dem Dörfchen kein Unbekannter. Es ist der Pizzabäcker Henri Pick. Doch niemand kann sich vorstellen, dass er, den man niemals mit einem Buch in der Hand gesehen hat, wirklich in seiner knappen Freizeit heimlich einen Roman geschrieben haben soll. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Patrick Flanery: Ich bin niemand

Sehr viel innerer Monolog, wenig Handlung – auf diesen kurzen Nenner lässt sich der Roman „Ich bin niemand“ des 1974 geborenen US-amerikanischen Autors Patrick Flanery bringen.

Ein Geschichts-Professor, der an der New York University lehrt und das zuvor zehn Jahre lang in Oxford getan hat, erhält plötzlich seltsame Pakete, die ihm zeigen, dass sein Leben komplett überwacht wird. Doch warum geschieht das? Er ist doch – in Anlehnung an den Titel – „ein Niemand“. Hängt es möglicherweise mit einer Affäre zusammen, die er mal mit einer ägyptischen Studentin hatte? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Kerstin Preiwuß: Nach Onkalo

Kerstin Preiwuß, eine 1980 geborene deutsche Autorin aus Mecklenburg, widmet sich nun schon in ihrem zweiten Roman den Menschen, die irgendwo auf dem Lande leben, ihre Schrullen pflegen und wenig mit dem modernen Leben in den Städten zu schaffen haben.

War es in „Restwärme“ (2014) eine etablierte Geologin, die sich nach Jahren wieder den beengenden Verhältnissen bei ihrer Familie in der mecklenburgischen Provinz stellen muss, ist es in ihrem neuesten Werk „Nach Onkalo“ ein Mann, der nach dem Tod seiner Mutter Schwierigkeiten hat, allein Fuß zu fassen.

Matuschek, so heißt dieser Mann, wohnt irgendwo in der Knüste. Außer seinem Taubenschlag hat er nichts. Gut, es gibt eine russische Nachbarsfamilie, die ihm hilft, und den alten und kranken Witt, der ebenfalls Tauben züchtet. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Florian Huber: Hinter den Türen warten die Gespenster

Dieses Buch ist kein Roman. Der promovierte Historiker Florian Huber hat vielmehr Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und andere Zeitzeugnisse aus der Nachkriegszeit in Deutschland ausgewertet, um daraus ein interessantes Gesamtbild der ersten Jahre ab 1945 zu zeichnen.

In dieser Collage kommen Frauen vor, die ohne Mann die Familie durchbringen müssen, Kinder, die ohne Vater aufwachsen, und Männer, die aus dem Krieg zurückkehren und sich im Nachkriegs-Deutschland und in ihrer veränderten Familie nicht mehr zurechtfinden. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Olivier Bourdeaut: Warten auf Bojangles

Eine wunderschöne, lebensbejahende Geschichte mit viel Faible für alles Verrückte hat der Franzose Olivier Bourdeaut geschrieben – und dafür alle wichtigen Literaturpreise in Frankreich gewonnen. Er führte die Bestsellerliste in seinem Land an. Zum Glück für alle Literaturfans liegt das Büchlein jetzt auch auf Deutsch vor.

Georges liebt seine schillernde Frau, der er jeden Tag einen anderen Namen verpasst. Das Paar, das mit Sohn und einem großen Vogel namens Taugenichts zusammenlebt, tanzt in den Tag hinein – am liebsten zu dem alten Nina-Simone-Song „Mr Bojangles“, trinkt viel Alkohol und feiert mit guten Freunden. Auf die Normen dieser Welt pfeift das Paar. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Graeme Simsion: Der Mann, der zu träumen wagte

Wer die beiden Vorgänger-Romane des australischen Autors Graeme Simsion, „Das Rosie-Projekt“ und „Der Rosie-Effekt“, gelesen hat, könnte über Werk Nummer drei etwas enttäuscht sein.

„Der Mann, der zu träumen wagte“ ist anders: weniger lustig, insgesamt normaler als die beiden so originellen Rosie-Romane: Ein 49-jähriger Mann, der sich in seinem Leben leidlich gut eingerichtet hat, bekommt nach 22 Jahren eine E-Mail von seiner ehemaligen Geliebten Angelina. „Hi“ ist das einzige, was sie schreibt. Doch diese zwei Buchstaben setzt eine ganze Kettenreaktion in Gang. Soll er antworten? Wenn ja, was? Soll er sie womöglich sogar treffen? Was kann er seiner Frau Claire darüber sagen? Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Andreas Stichmann: Die Entführung des Optimisten Sydney Seapunk

Man fragt sich, worauf genau dieses Buch eigentlich hinauswill und steht am Ende der Lektüre ratlos da.

Ort des Geschehens ist ein früherer Hippie-Bauernhof namens Sonnenhof, auf dem heute noch einige wenige Behinderte wohnen. Sie werden von dem 39-jährigen Ramafelene, seiner pessimistischen Mutter Ingrid und der 17-jährigen Bianca betreut, die auf dem Hof Sozialstunden ableistet. Ramafelene verliebt sich in Bianca.

Soweit so dumpf, aber beschaulich. Man ist zwar nicht glücklich, kommt aber mehr schlecht als recht über die Runden.

Unruhe bringt ein schwerreicher Spinner namens David in den Laden. Er infiltriert die Sonnenhof-Bewohner nicht nur mit abstrusen Theorien zur Linderung des Hungers auf der Welt, sondern möchte seinem Bruder auch vier Millionen Euro durch seine eigene fingierte Entführung abpressen. Der Plan scheitert grandios und hat einige sehr unschöne Folgen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Jonas Lüscher: Kraft

Humorvoll, intelligent und durchsetzt mit einem kräftigen Schuss Philosophie – das ist Jonas Lüschers Roman „Kraft“.

Richard Kraft ist ein Tübinger Rhetorik-Professor, der zwar hochgebildet ist und bestens zu komplexen wissenschaftlichen Fragestellungen Stellung beziehen kann, aber mit seinen Mitmenschen weniger gut klarkommt. Anders ausgedrückt: Kraft schwafelt alles und jeden in Grund und Boden. Es gibt nur wenige, die das aushalten.

Als sich die Chance ergibt, für einen besonders ausgefeilten Vortrag im Sillicon Valley ein Preisgeld von einer Millionen Dollar zu erhalten, wittert vor allem Krafts Frau die Chance Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Harry Gmür: Liebe und Tod in Leipzig

Mit diesem Buch könnte man es sich leicht machen und sagen: Es handelt sich um das 90 Jahre alte vollkommen unreife Geschreibsel eines 21-jährigen Jungspunds – verfasst in einer gestelzten Sprache, die vermutlich schon damals unmodern war. Mit einem Wort: Furchtbar!

Die Protagonisten fallen von einem Liebesrausch in den nächsten, und am Ende sind fast alle auf dramatischste Weise ums Leben gekommen. Es gibt Liebesschwüre noch und nöcher, Väter, die ihre Töchter lebenslang verstoßen, und düstere Brüder, die nichts als Rache für die Schmach an der Schwester im Sinn haben. Das alles läuft vollkommen humorlos ab. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

T.C. Boyle: Die Terranauten

Anfang der 90er-Jahre haben sich in den USA acht Menschen für zwei Jahre in eine künstliche Welt einschließen lassen, um ein Leben zu simulieren, das vollkommen unabhängig vom Rest der Erde auskommt. „Biosphäre 2“ hieß das Projekt. Es sollte wissenschaftliche Erkenntnisse für eine mögliche Station auf dem Mars liefern.

US-Kultautor T.C. Boyle hat unter dem Titel „Die Terranauten“ die Erfahrungen der Teilnehmer von damals zu einem 600-Seiten-Wälzer verarbeitet: Mit großem Enthusiasmus gestartet, kommt es schnell zu ersten Problemen. Die selbst erzeugten Nahrungsmittel sind einseitig und reichen nur so gerade eben aus, um das ganze Team zu ernähren. Wenn die Sonne draußen nicht scheint, produzieren die Pflanzen im Innern des Glaskomplexes nicht genügend Sauerstoff. Der Wert sinkt auf ein Level, das gefährlich für das Überleben der Menschen und Tiere wird. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: