In „Nacht ohne Engel“ von Ulrich Woelk trifft der Berliner Taxifahrer Vincent nach 25 Jahren seine Jugendliebe Jule wieder. Sie sitzt plötzlich in seinem Taxi. Doch die beiden ehemals linken Demonstranten haben sich auseinanderentwickelt. Sie ist eine erfolgreiche Wirtschafts-Fachfrau geworden, während er zumindest beruflich auf der Strecke geblieben ist.
Und so sind in diesem kurzen Roman, der mit vielen Rückblenden arbeitet, auch die unterschiedlichen Lebensentwürfe Thema: einerseits angepasst und wirtschaftlich erfolgreich, andererseits der ewige Taxifahrer mit Hang zum Schreiben. Weiterlesen



Der große amerikanische Erzähler Richard Ford („Unabhängigkeitstag“, „Die Lage des Landes“) hat ein schmales Bändchen vorgelegt, in dem er sich an seine Eltern Parker und Edna erinnert. Und weil er die beiden als eigenständige Persönlichkeiten sieht, widmet er beiden jeweils ein eigenes Kapitel, wobei er den Teil über den Vater 30 Jahre später geschrieben hat als den über die Mutter.

Eine gute Gelegenheit für einen Abstecher ins New York des 19. Jahrhunderts bietet ein Roman von 1852, der erst jetzt erstmals ins Deutsche übersetzt worden ist: Walt Whitmans „Jack Engles Leben und Abenteuer“. Das Werk ist deshalb interessant, weil es ein Prosawerk eines der größten Dichter Nordamerikas ist. Whitman (1819-1892) ist vor allem durch sein später geschriebenes poetisches Lebenswerk „Leaves of Grass“ (Grashalme) berühmt geworden.
