Jennifer Haigh: Licht und Glut

Die Energie-Industrie entdeckt einen kleinen heruntergekommenen Ort namens Bakerton in Pennsylvania für ihre Zwecke und macht den ortsansässigen Grundstückseigentümern verlockende Pachtangebote.

Das Städtchen hat den Niedergang von Kohle und Stahl nicht gut verkraftet, und so können die meisten Menschen, die dort leben, das Geld gut gebrauchen.

Doch „Licht und Glut“ ist weit davon entfernt, ausschließlich ein umweltpolitischer Roman zu sein. Schön ist vor allem, wie psychologisch genau die so unterschiedlichen Figuren in diesem Buch gezeichnet sind. Da ist Gefängniswärter Rich mit psychisch labiler Ehefrau und drogenabhängigem Bruder, da ist Pastorin Jess, die sich auf eine Affäre mit einem verheirateten Mitarbeiter einer der Erdgasfirmen einlässt, Weiterlesen

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Hendrik Groen: Tanztee

Hendrik Groen ist wieder da. Nach seinem international so erfolgreichen Buch „Eierlikörtage“ (2016) folgt nun das zweite Tagebuch aus dem Altenheim in Amsterdam-Nord: „Tanztee“.

Und sofort ist der sympathische Groen-Sound wieder da – also die Stimme des mittlerweile 85-Jährigen, der sich gemeinsam mit seinen Freunden vom Seniorenheim-Club „Alanito“ (Alt, aber noch nicht tot) so viele schöne Stunden wie möglich macht – einer kaltherzigen Heimleitung, den eigenen Gebrechen und den teils miesepetrigen Mitbewohnern zum Trotz. So organisieren die hochbetagten Alanito-Mitglieder regelmäßige Restaurantbesuche in wechselnde Lokalitäten (unter anderem McDonald’s), fahren zum Aachener Weihnachtsmarkt oder Weiterlesen

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Georg M. Oswald: Alle, die du liebst

Georg M. Oswald, ein 53-jähriger deutscher Autor, lässt seine Hauptfigur, den Anwalt Hartmut Wilke, nach Kenia reisen. Dort trifft er seinen Sohn Erik, zu dem er nie ein besonders gutes Verhältnis hatte.

Erik hat auf der (fiktiven) Insel Kiani für viel Geld eine Bar gekauft, die er seinem Vater nun stolz präsentieren möchte.

Doch auch Vater Hartmut hat gute Gründe, zumindest vorübergehend eine Auszeit von Deutschland zu nehmen. Beruflich hat er eine Steuerhinterziehungsklage am Hals, privat einen schlimmen Scheidungskrieg mit seiner Exfrau Clara. Doch der Trip, auf dem Hartmut von seiner 20 Jahre jüngeren Freundin Ines begleitet wird, scheint ein Erfolg zu werden … Weiterlesen

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Heinz Strunk: Jürgen

Jürgen Dose ist das, was man einen „armen Willi“ nennt. Er lebt als Mittvierziger mit seiner bettlägerigen Mutter zusammen und arbeitet als Wärter in einer Tiefgarage. Sein bester Freund Bernd sitzt im Rollstuhl und ist meistens schlecht gelaunt.

Doch Jürgens größtes Problem sind die Frauen. Es will ihm einfach nicht gelingen, eine Partnerin zu finden. Er trifft sich mit einer Internetbekanntschaft, geht zum Speed-Dating und lässt sich schließlich auf ein teures Wochenende in Polen ein – weil die Frauen da angeblich leicht zu haben sind.

„Jürgen“ ist ein witziges Buch, und man fühlt mit dem armen Helden, der von einer Pleite in die nächste durchs Leben taumelt. Weiterlesen

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Dan Vyleta: Smoke

„Smoke“ von Dan Vyleta ist ein Roman, der sehr stark beginnt, dann aber leider auch stark nachlässt. Grundannahme bei dieser Geschichte, die im England des ausgehenden 19. Jahrhunderts spielt, ist, dass die bösen Gedanken der Menschen in Form von Rauch sichtbar werden. Zwei Freunde, Thomas und Charlie, entdecken jedoch, dass es Ausnahmen gibt und machen sich auf, das Geheimnis zu ergründen.

Zuerst gelingt es dem 1974 geborenen kanadischen Autor mit Wurzeln im Ruhrgebiet, den Leser in die faszinierende Atmosphäre des viktorianischen Zeitalters zu tauchen. Man denkt an Bücher von Charles Dickens, enge Londoner Gassen und skurrile Typen. Weiterlesen

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David Foenkinos: Das geheime Leben des Monsieur Pick

In dem kleinen Kaff Crozon in der Bretagne gibt‘s eine Bibliothek für alle Romane, die nie einen Verlag gefunden haben. Eines Tages findet sich dort jedoch ein Meisterwerk, das fortan die gesamte Welt der Literatur in Aufregung und Verzückung versetzt.

Das ist der Ausgangspunkt in David Foenkinos Roman „Das geheime Leben des Monsieur Pick“. Und der Autor des Fundstücks ist in dem Dörfchen kein Unbekannter. Es ist der Pizzabäcker Henri Pick. Doch niemand kann sich vorstellen, dass er, den man niemals mit einem Buch in der Hand gesehen hat, wirklich in seiner knappen Freizeit heimlich einen Roman geschrieben haben soll. Weiterlesen

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Patrick Flanery: Ich bin niemand

Sehr viel innerer Monolog, wenig Handlung – auf diesen kurzen Nenner lässt sich der Roman „Ich bin niemand“ des 1974 geborenen US-amerikanischen Autors Patrick Flanery bringen.

Ein Geschichts-Professor, der an der New York University lehrt und das zuvor zehn Jahre lang in Oxford getan hat, erhält plötzlich seltsame Pakete, die ihm zeigen, dass sein Leben komplett überwacht wird. Doch warum geschieht das? Er ist doch – in Anlehnung an den Titel – „ein Niemand“. Hängt es möglicherweise mit einer Affäre zusammen, die er mal mit einer ägyptischen Studentin hatte? Weiterlesen

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Kerstin Preiwuß: Nach Onkalo

Kerstin Preiwuß, eine 1980 geborene deutsche Autorin aus Mecklenburg, widmet sich nun schon in ihrem zweiten Roman den Menschen, die irgendwo auf dem Lande leben, ihre Schrullen pflegen und wenig mit dem modernen Leben in den Städten zu schaffen haben.

War es in „Restwärme“ (2014) eine etablierte Geologin, die sich nach Jahren wieder den beengenden Verhältnissen bei ihrer Familie in der mecklenburgischen Provinz stellen muss, ist es in ihrem neuesten Werk „Nach Onkalo“ ein Mann, der nach dem Tod seiner Mutter Schwierigkeiten hat, allein Fuß zu fassen.

Matuschek, so heißt dieser Mann, wohnt irgendwo in der Knüste. Außer seinem Taubenschlag hat er nichts. Gut, es gibt eine russische Nachbarsfamilie, die ihm hilft, und den alten und kranken Witt, der ebenfalls Tauben züchtet. Weiterlesen

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Florian Huber: Hinter den Türen warten die Gespenster

Dieses Buch ist kein Roman. Der promovierte Historiker Florian Huber hat vielmehr Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und andere Zeitzeugnisse aus der Nachkriegszeit in Deutschland ausgewertet, um daraus ein interessantes Gesamtbild der ersten Jahre ab 1945 zu zeichnen.

In dieser Collage kommen Frauen vor, die ohne Mann die Familie durchbringen müssen, Kinder, die ohne Vater aufwachsen, und Männer, die aus dem Krieg zurückkehren und sich im Nachkriegs-Deutschland und in ihrer veränderten Familie nicht mehr zurechtfinden. Weiterlesen

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Olivier Bourdeaut: Warten auf Bojangles

Eine wunderschöne, lebensbejahende Geschichte mit viel Faible für alles Verrückte hat der Franzose Olivier Bourdeaut geschrieben – und dafür alle wichtigen Literaturpreise in Frankreich gewonnen. Er führte die Bestsellerliste in seinem Land an. Zum Glück für alle Literaturfans liegt das Büchlein jetzt auch auf Deutsch vor.

Georges liebt seine schillernde Frau, der er jeden Tag einen anderen Namen verpasst. Das Paar, das mit Sohn und einem großen Vogel namens Taugenichts zusammenlebt, tanzt in den Tag hinein – am liebsten zu dem alten Nina-Simone-Song „Mr Bojangles“, trinkt viel Alkohol und feiert mit guten Freunden. Auf die Normen dieser Welt pfeift das Paar. Weiterlesen

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