Janina Ukena: Illusion: A Lie Worth Believing

Ein faszinierendes Las-Vegas-Szenario und eine starke Grundidee, die mich am Ende leider emotional nicht erreichen konnten.

Worum geht es?

Für die junge Sängerin Stella geht ein Traum in Erfüllung: Sie darf Teil der legendären „Show Illusion“ in Las Vegas werden. Doch hinter den glitzernden Kulissen der magischen Performance lauern dunkle Geheimnisse. Stellas Vorgängerin Fia ist nach einem mysteriösen Unfall spurlos verschwunden. Zudem ist Levin, der charismatische Kopf und Illusionist der Show, ebenso faszinierend wie undurchsichtig. Erzählt aus den wechselnden Perspektiven von Stella und Levin entfaltet sich ein gefährliches Spiel, bei dem die Grenzen zwischen Realität und Täuschung verschwimmen. Eine künstliche Intelligenz (KI) spielt dabei eine tragende Rolle.

Meine Meinung

Das Setting einer großen Illusions-Show in Las Vegas hat mir als Grundidee unglaublich gut gefallen. Auch der Einstieg fiel mir leicht: Der fast schon poetische Schreibstil hat mich anfangs direkt abgeholt und fasziniert. Leider hielt diese Begeisterung nicht lange an.

Was ich anfangs noch als poetisch empfand, entwickelte sich schnell zu einem echten Störfaktor. Gefühlt nach jedem zweiten Satz folgt ein bildgewaltiger Vergleich. Die ständigen Sätze mit verschachtelten Einschüben und Zusatzkommas wirkten irgendwann sehr aufgesetzt. Dadurch verlor der Stil für mich etwas an Glaubwürdigkeit und hat mich immer mal wieder komplett aus dem Lesefluss gebracht. Statt emotionaler Tiefe bewirkte diese sprachliche Überladung bei mir leider genau das Gegenteil.

Auch die Charaktere blieben für mich distanziert und schwer greifbar – mit Ausnahme von Stella, die mir von allen Figuren noch am nahbarsten erschien. Die Liebesgeschichte zwischen ihr und Levin konnte ich emotional überhaupt nicht fühlen. Insgesamt war mir die Handlung oft zu düster und in einigen Teilen leider auch zu unlogisch. Da es sich um den Auftakt einer New-Adult-Suspense-Dilogie handelt, bleiben am Ende viele Fragen offen. Es bleibt zu hoffen, dass diese Lücken im zweiten Band geschlossen werden können.

Positiv hervorzuheben ist, dass das Buch stellenweise wirklich spannend ist. Auch die Einbindung der KI als modernes Element fand ich eine klasse Idee. Allerdings wurde hier, genau wie bei den Konflikten zwischen den Charakteren, viel Potenzial verschenkt. Eine tiefere Ausarbeitung der Charakterdynamiken hätte der gesamten Geschichte sehr gutgetan.

Vermutlich gehöre ich einfach nicht mehr zur Kernzielgruppe. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass das Buch bei einem jüngeren Publikum deutlich besser ankommt.

Fazit

Die Grundidee ist keineswegs schlecht und die Story hat definitiv ihre spannenden Momente. Für mich hat es jedoch an echter Tiefe gefehlt und der künstlich poetische Schreibstil hat das Lesen erschwert. Ich habe die Geschichte zwar nicht ungern gelesen, kann aber keine klare Empfehlung aussprechen – es sei denn, man ist unter 20 Jahre alt und mag düstere, bildhafte Romance-Suspense.

Janina Ukena: Illusion: A Lie Worth Believing
Knaur, Februar 2026.
417 Seiten, Paperback, 16,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Katja Plattner.

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