J. R. Ward: Crown of War and Shadow

Sorrel lebt als Außenseiterin in einem abgelegenen Dorf und versucht, ihre ungewöhnlichen magischen Fähigkeiten geheim zu halten. Sie kann Verletzte heilen – sieht aber gleichzeitig den Tod eines Menschen voraus, sobald sie ihm in die Augen blickt. Als die magische Barriere „Fulcrum“, die die Menschenwelt vor Dämonen schützt, zusammenbricht, gerät Sorrel unter Verdacht und muss fliehen.

Von ihrer ihr selbst unbekannten Mutter hat sie einen magischen Kompass und eine geheimnisvolle schwarze Krone geerbt. Sie soll die Krone zu einer legendären Kriegerkönigin bringen, die den Kampf gegen den Dämonenkönig aufnehmen soll. Für den gefährlichen Weg durch ein von Monstern und Dämonen heimgesuchtes Land braucht Sorrel einen Beschützer und verpflichtet den Söldner Merc, einen Nordmann. Dieser verlangt als Gegenleistung eine Nacht mit ihr.

Merc hat seine eigenen Geheimnisse, und auch Sorrels Herkunft ist längst nicht geklärt. Während die beiden gemeinsam unterwegs sind, kommen sie sich näher, werden aber gleichzeitig von Feinden verfolgt und immer tiefer in den Kampf gegen die Dämonen hineingezogen. Schon bald geht es nicht mehr nur darum, die Krone abzuliefern – Sorrels eigene Vergangenheit scheint mit der drohenden Katastrophe unmittelbar verbunden zu sein …

Unterm Strich ist „Crown of War and Shadow“ ein typischer J.-R.-Ward-Mix aus Fantasy, düsterer Bedrohung und Romantik.

Die Grundidee mit der magischen Barriere, den Dämonen, der geheimnisvollen Krone und Sorrels besonderen Fähigkeiten funktioniert durchaus und bietet der Autorin die willkommen genutzte Gelegenheit, ihre Stärken – packende Actionszenen und emotional-erotische Verwerfungen – auszuleben.

Auch die Beziehung zwischen Sorrel und Merc liefert Spannung, wobei Ward das bekannte Muster aus misstrauischer Heldin und geheimnisvollem, dominantem Beschützer konsequent bedient. Allerdings wirkt manches arg vorhersehbar. Wir haben die verborgene Herkunft, dazu die große Bestimmung, düstere Geheimnisse und natürlich die unvermeidliche Anziehung zwischen den beiden. Gerade dadurch verliert die eigentlich interessante Fantasywelt etwas an Eigenständigkeit.

Wer Ward wegen ihrer Mischung aus Action, großen Gefühlen und erotischer Spannung liest, bekommt also genau das, was er erwartet. Wer dagegen eine wirklich originelle Fantasygeschichte mit überraschenden Wendungen sucht, dürfte sich gelegentlich fragen, ob das alles nicht schon ein bisschen zu bekannt klingt.

J. R. Ward: Crown of War and Shadow (Crown of War and Shadow – 2026)
Aus dem amerikanischen Englisch übersetzt von Julia Abrahams, Babsi Schwarz und Christopher Hardebusch
Bramble Verlag, Juni 2026
622 Seiten / Hardcover mit OU / € 25,00
Titelillustration von Christine Foltzer

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr

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