Italien ist nicht nur eines der Lieblingsreiseländer der Deutschen und der Inbegriff des Dolce Vita. Das Land des Stiefels hat seit der Antike große Schriftsteller hervorgebracht. Wie abwechslungsreich es hier literarisch zugeht, soll unser Italien-Literaturspecial zeigen. Ob gefallene Engel in Venedig, schwüle Erotik auf Sizilien, Retro-Charme in Neapel, verlorene Täler in Südtirol, alte Fehden auf Capri, elegante Hochstapler in Verona, bekannte italienische Künstler oder historische Heldinnen beim Giro d’Italia – darunter Klassiker, Neuentdeckungen und Literaturgrößen wie Andrea Camilleri.
Unsere RezensentInnen haben ihre Lieblingsbücher für den Reisekoffer oder den heimischen Liegestuhl zusammengestellt. Buon divertimento – viel Spaß!
Unsere Rezensentin Diana Wieser empfiehlt:
Literaturnobelpreisträgerin Grazia Deledda entwirft in „Schilf im Gras“ betörend schöne Landschaftsbeschreibungen der noch unberührten Insel Sardinien zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Natur ist reich, die Lebensumstände arm. Knecht Efix agiert für die drei unverheirateten Töchter seines Gutsherrn als Vermittler, Kuppler, Seelentröster – auch, um eine alte Schuld zu begleichen.
Grazia Deledda: Schilf im Wind
Luca Ventura lässt ein ungleiches Ermittler-Duo auf der Sehnsuchtsinsel Capri rund um die Blaue Grotte nach Verbrechern fahnden. Gekonnt spielt der Autor mit landestypischen Marotten wie der alten Feindschaft zwischen Nord- und Süditalienern. Seine Krimiplots haben brandaktuelle, meist ökologisch fokussierte Hintergrundthemen wie Meeresverschmutzung und Crowd-Farming. Weiterlesen
Sprache ist vielfältig und damit auch die Bücher, die wir lesen. Es gibt dicke Bücher, dünne Bücher, Bücher, die uns zum Lachen bringen und solche, nach denen wir ein paar Stunden lang in Tränen aufgelöst dasitzen und uns fragen, was eigentlich der Sinn des Lebens ist. Es gibt gute Bücher. Und ja, auch schlechte Bücher. Es gibt Bücher, in denen wir uns verlieren können und Bücher, die uns sachlich anweisen, wie unser Mittagessen schmackhaft wird. Aber ganz egal, wie verschieden sie auch sein mögen – sie sind alle Bücher.
Eines ist es sicher nicht: reine Kinder- und Jugendliteratur. Auch die Geschichten, die sich vordergründig an ein junges Publikum richten, sind für Menschen jeden Alters lesenswert. Michael Ende und seine Bücher lassen sich nicht in Schubladen stecken.
Im Jahr 1979 erschien ein weiterer Roman, der zutiefst mit Michael Endes Lebenswerk verknüpft ist: Die unendliche Geschichte. Seit seinem Erscheinungsjahr hat der Roman zahlreiche Buchpreise gewonnen – auch für den Deutschen Jugendbuchpreis war er 1980 nominiert – und wurde in Film, Fernsehen und Hörspiel in Szene gesetzt. Kinder und Jugendliche auf der ganzen Welt sind mit Atréju und Bastian auf Abenteuerreise durch Phantásien gegangen. Bis heute hat das Buch keinen Deut seines Zaubers eingebüßt. Auch zu „
Einen ungewöhnlichen Zugang zu Michael Ende, zu seinem Leben, seiner Vorstellungswelt und seiner Persönlichkeit bietet Charlotte Roths Roman „Die ganze Welt ist eine große Geschichte, und wir spielen darin mit“. Ganz bewusst hat die Autorin nicht die Form einer faktenorientierten Biografie gewählt. Sie verknüpft „die Fakten des äußeren Lebens mit fiktiven Verdichtungen, um einen Blick in die Innenwelt zu werfen.“ Erfahren Sie