Jostein Gaarder: Ein treuer Freund

26 Jahre nach dem Weltbestseller „Sophies Welt“ hat der Norweger Jostein Gaarder einen neuen, wunderbar leisen und ebenso philosophischen Roman geschrieben: „Ein treuer Freund“ ist ein wunderbares Buch über die Liebe und über einen Menschen auf der Suche nach Gesellschaft.

Protagonist Jakop erzählt seine Geschichte im Rückblick in einem Brief an Agnes, die Frau, die er liebt. Und dieser Jakop ist ein herrlich liebenswerter, skurriler Kauz vom Schlag eines Hundertjährigen, der aus dem Fenster stieg und verschwand. Seine Leidenschaft ist es, zu Beerdigungen zu gehen – von Wildfremden, die er nicht kennt. Aber bevor er sich zum Leichenschmaus mit der Familie an einen Tisch setzt, hat er sich über den Verstorbenen und alle Angehörigen genau informiert. Die Familien werden für Jakop zu Ersatzfamilien, nach denen er sich sein ganzes Leben lang gesehnt hat. Weiterlesen

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Clemens Meyer: Die stillen Trabanten: Erzählungen

Clemens Meyer (1977 in Halle an der Saale geboren) lebt und arbeitet in Leipzig. Für seine Arbeiten wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet. Die Presse ist voll des Lobes für den Autor, der schon mit großen Erzählern wie Salinger oder Hemingway verglichen wurde. Im März erschien Meyers neuestes Werk „Die stillen Trabanten – Erzählungen“ beim S. Fischer Verlag.

Darin drei mal drei Erzählungen, die von jeweils einer Miniatur eingeleitet werden. Da ist der alternde Mitarbeiter eines Wachdienstes, der seinen Dienst in einer Trabantenstadt versieht, zu der auch ein Ausländerwohnheim, das Objekt 95, gehört. Für ihn verweben sich während eines nächtlichen Rundganges Vergangenheit und Gegenwart miteinander, in denen er sich seiner Zuneigung zu einer Bewohnerin des Objektes 95 (wieder-)erinnert. Oder der alte Mann auf einer Bank, der einem Unbekannten von der alten Strandbahn entlang der Küste erzählt. Weiterlesen

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Colleen Hoover: Nächstes Jahr am selben Tag

Seit die 18-jährige Fallon bei einem Brand vor zwei Jahren schwere Verbrennungen davontrug, ist das Leben der Nachwuchsschauspielerin nicht mehr dasselbe. Genau am Tag vor ihrer Abreise von L.A. nach New York lernt sich den gleichaltrigen Benton, genannt Ben, kennen. Die Chemie zwischen den beiden stimmt sofort und sie verbringen einen tollen Tag miteinander. Doch Fallon hat sich selbst eine Regel aufgestellt: Verliebe dich niemals, bevor du nicht dich selbst kennst. Und dafür braucht es noch fünf Jahre. Fallon und Ben beschließen, sich jedes Jahr zur selben Zeit am selben Ort zu treffen und den Tag miteinander zu verbringen. Nach fünf Jahren wollen sie dann entscheiden, ob aus ihnen mehr werden kann.

Colleen Hoovers Buch ist genau so, wie man es erwarten würde. Ein wahrer Hoover-Roman, vor allem für die Fans der tollen Autorin, aber auch für all jene, die es werden wollen. Weiterlesen

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Haruki Murakami: Birthday Girl

Haruki Murakami schafft es wie kein Zweiter, den Raum zwischen den Zeilen zu füllen. Mag dieses Buch mit seinen 72 beschriebenen und illustrierten Seiten auf den ersten Blick übersichtlich wirken, so öffnet der Autor die Augen für all das, was sich dahinter verbirgt. Das Ungesagte seiner Prosa kann es mit jedem umfangreichen Roman aufnehmen. Der Autor regt die Imagination des Lesers an, verleitet dazu, sich mit universellen Themen wie dem Zauber und Fluch von Wünschen auseinanderzusetzen.

Zur Erzählung: An ihrem zwanzigsten Geburtstag geht eine junge Frau wie gehabt ihrer Arbeit in einem Restaurant nach. Doch ausgerechnet heute wird der Geschäftsführer krank und sie muss dem mysteriösen Eigentümer, der die oberste Etage bewohnt und den niemand zu Gesicht bekommt, dessen Abendessen aufs Zimmer liefern. Der ältere Herr bietet der Kellnerin an, ihr einen Wunsch zu erfüllen. Egal, welchen. Die Antwort überrascht ihn. Und den Leser überrascht die Auflösung – oder vielmehr das Ausbleiben derselben. Weiterlesen

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Don Carpenter: Freitags im Enrico’s

Vier Schriftsteller treffen zwischen 1959 und 1975 immer wieder an Amerikas Westküste aufeinander. In dieser bewegten Zeit des gesellschaftlichen Wandels, voller Beat-Poeten und Hippiekultur, Vietnamkrieg und freier Liebe, entwickelt die Story einen außergewöhnlichen Sog. Freitags bei Enrico‘s ist ein Abgesang auf eine Ära und den Beruf des Schriftstellers. Die unterschiedlichen Autorenschicksale zeigen, dass Schreiben Ruf und Fluch zugleich ist. Schriftsteller sind Getriebene, ohne Aussicht auf Ankommen. Daran vermögen (Miss-) Erfolge nichts zu ändern. Nostalgisch, berührend, lesenswert!

Im pulsierenden San Francisco debattiert die künstlerische Boheme über die Liebe und das Leben. Charlie ist Koreaveteran, der an einem Kriegsepos arbeitet und dem eine große Karriere prognostiziert wird. Studentin Jamie hat das Schreiben im Blut, eine ungeplante Schwangerschaft droht ihren Träumen jedoch ein Ende zu bereiten. Dick, ein selbstverliebter Müßiggänger, erlebt nach einem kurzen Erfolg den herben Fall. Einbrecher Stan scheint seine wahre Berufung gefunden zu haben, muss aber erst eigene Dämonen besiegen. Weiterlesen

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Petteri Nuottimäki: Rechne immer mit dem Schlimmsten

Ein skurriler Roman kommt aus Schweden: Petteri Nuottimäkis „Rechne immer mit dem Schlimmsten“. Darin versucht ein Mann namens Matti Aalto, der einst mit seiner Familie von Finnland nach Schweden ausgewandert ist, mit sehr eigenwilligen Methoden, seine drei Kinder auf das harte Erwachsenenleben vorzubereiten. Wer alles richtig macht, dem winkt als Erbe die Insektenzucht, die Matti besitzt – und das schon bald, weil er sterbenskrank ist. Er verkauft seine Tierchen zur Schädlingsbekämpfung an die Forstindustrie.

Doch die Kinder haben wenig bis gar keine Lust auf dieses Erbe. Sie wollen lieber ein Billardcafé gründen, auf Pferde wetten oder in den Antiquitäten-Markt einsteigen – wenn auch allesamt reichlich erfolglos … Weiterlesen

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Hera Lind: Mein Mann, seine Frauen und ich

In ihren vorherigen Roman nach wahren Geschichten haben die Heldinnen von Hera Lind immer sehr abenteuerliche Geschichten erlebt. Deutlich unaufgeregter ist das Liebesabenteuer, das Nadia Schäfer im neuen Roman der Bestseller-Autorin erlebt.

„Mein Mann, seine Frauen und ich“ ist ein Liebesmärchen aus 1001 Nacht. Die Mittvierzigerin Nadia bekommt einen Anruf von einem Mann, den sie gar nicht kennt, nur einen Monat später ist sie mit ihm verheiratet und wandert fünf Jahre später mit ihm in den Oman aus. Allerdings hat ihr Mann Karim schon eine Frau. Und nach ihrem 50. Geburtstag schiebt er auch Nadia auf die Ersatzbank ab, nimmt sich eine Drittfrau. Weiterlesen

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Graham Swift: Ein Festtag

Ein zauberhaftes Büchlein legt der 1949 geborene englische Autor Graham Swift vor. Es heißt „Ein Festtag“ und spielt in einer Zeit, in der sich begüterte englische Familien noch Personal leisteten und es allgemein recht gesittet und förmlich zuging.

Zumindest nach außen hin – denn als die Familie, in der die junge Jane als Dienstmädchen arbeitet, am Muttertag 1924 einen Picknick-Ausflug ohne sie unternimmt, fährt die junge Frau schnurstracks zu ihrem Geliebten Paul. Der ist reicher Sprössling einer anderen begüterten Familie und soll demnächst standesgemäß verheiratet werden. Die beiden widmen sich an diesem herrlich frühlingshaften „Festtag“ vor allem einem: der körperlichen Liebe. Paul, der schnelle Autos liebt, hat seiner Familie und seiner Verlobten weisgemacht, dringend für sein Jura-Studium pauken zu müssen. Der Tag – soviel, aber auch nicht mehr, sei verraten – endet nicht gut. Weiterlesen

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Amy Gentry: Good as Gone

Vor acht Jahren ist die 13-jährige Julie nachts spurlos aus ihrem Elternhaus verschwunden. Einziger Anhaltspunkt ist die Beobachtung ihrer damals 10-jährigen Schwester Jane, die aus einem Versteck heraus beobachtet haben will, wie Julie von einem Mann mit einem Messer aus dem Haus geführt wurde. Das ist nun acht Jahre her und von Julie fehlt jede Spur. Doch eines Abends steht wie von Geisterhand eine junge Frau vor der Tür der Eltern: Julie! Freudig wird sie wieder in die Familie aufgenommen und umsorgt. Sie scheint Schlimmes erlebt zu haben und berichtet von Verschleppung und jahrelanger Vergewaltigung durch einen mexikanischen Drogenring. Doch Anna, Julies Mutter, beginnt bald an der Geschichte zu zweifeln. Weiterlesen

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Viola Shipman: So groß wie deine Träume

Don und Mattie sind seit fast 50 Jahren verheiratet. Vor vier Jahren erhielt Mattie die zerstörende Diagnose ALS, amyotrophe Lateralsklerose. Amyotrophe Lateralsklerose, kurz ALS, ist eine nicht heilbare Krankheit des Nervensystems. Sie führt unter anderem zu Lähmungen und lässt die Patienten immer mehr die Kontrolle über ihren Körper verlieren. Auch atmen können sie irgendwann nicht mehr und müssen dauerhaft an ein Beatmungsgerät angeschlossen sein. Im Kopf allerdings bleiben sie völlig normal und bekommen alles mit. Die Pflege von Mattie wird für Don jedoch immer schwerer und mit dem Umzug in ein kleineres Domizil, stellt er auch die Mittzwanzigerin Rose als Pflegerin ein. Sie bringt mit ihrer siebenjährigen Tochter Jeri neuen Wind in das Haus des Ehepaares. Mattie lässt anhand der Gegenstände in ihrer aus Zedernholz gefertigten Hochzeitstruhe ihr Leben Revue passieren. Weiterlesen

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