Adelina stammt aus einer reichen Kaufmannsfamilie. Eigentlich sollte sie ein glückliches, unbeschwertes Leben haben, aber sie ist gezeichnet. In Adelinas Welt gibt es seit ihrer Kindheit eine seltsame Fieberkrankheit, die wenigen, die sie überleben, sind gezeichnet, Adelina fehlt ein Auge. Aber manchmal haben sich auch durch die Krankheit besondere Fähigkeiten bekommen. Adelina ist überzeugt, dass sie nicht zu diesen Auserwählten gehört. Ihr Vater hat immer wieder von ihr verlangt, dass sie ihre Fähigkeiten erforschen und zeigen solle. Sie hätte das nur zu gern getan, denn er bestrafte ihre Unfähigkeit mit Liebesentzug. In seinen Augen ist seine entstellte Tochter nichts mehr wert, als er einen uralten Ehemann für sie aussucht, flieht Adelina. Weiterlesen
Autor: Leselust Team
Steve Hockensmith: Weiße Magie – Vorsicht Stufe!
Tarotkarten und eine Kriminalgeschichte: Bei dieser gewagten Mixtur hätte einiges schief gehen können. Hat es aber nicht. Dafür sorgen eine wunderbar witzige Heldin, schräge Nebenfiguren und die Tarotkarten, die als amüsante „Sidekicks“ im Hintergrund fungieren, aber nicht handlungsrelevant in die Story eingreifen. Der zweite Roman der „Vorsicht Magie“-Reihe erinnert ein wenig an „Fargo“ – nur dass die Handlung im wesentlich hitzigeren Arizona angesiedelt ist.
Alanis, die vor vielen Jahren aus ihrer Trickbetrüger-Familie abgehauen ist, strandet in einem Kaff im staubigen Arizona. Hier hat sie von ihrer Mutter den Tarotladen „Weiße Magie – gut und günstig“ geerbt, der dazu diente, hilfesuchenden Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Weiterlesen
C. G. Robinson & G. F. Kovite: Der Krieg der Enzyklopädisten
Ein zerrissenes Buch, welches doch als Ganzes vor mir liegt. Ich habe diese Rezension lange vor mir her geschoben, will sagen, vor vier Monaten schon gelesen. Das zeigt auch, dass ich zwar nicht innerlich zerrissen bin, aber mein Urteil über den „Krieg der Enzyklopädisten“, sehr zwiespältig ist – aber letztendlich von mir doch positiv bewertet wird. Es ist eine neue Form, eine neue Idee ein Buch so zu schreiben.
Ich meine nicht die unterschiedlichen Schauplätze, sondern den Mut, zwei Autoren gewähren zu lassen, die bestimmt auch ihre unterschiedlichen Lebensdramen in diesem Buch verarbeitet haben. Weiterlesen
Kathrin Lange: Ohne Ausweg
„Rasant“ beschreibt diesen 3. Fall des Berliner Kommissars Faris Iskander wohl am Besten. Wer es noch nicht weiß: Faris Iskander ist Moslem, gebürtiger Berliner und wird in seiner Sonderkommission vorzugsweise bei Fällen mit islamistischem Hintergrund eingesetzt. Trotz mehrer Fälle mit großer Öffentlichkeitswirksamkeit, gilt er immer noch als guter Undercoveragent, wenn auch mit ziemlich gestrickter Vita. Mehrere Anschläge mit tödlichem Gas aus der Spraydose weisen zu dem Terroristen Muhammad al-Sadiq, der aus dem Gefängnis heraus anscheinend einen großen Terroranschlag auf Berlin plant. Faris muss sich ins Gefängnis einweisen lassen und an der Leibwächtertruppe vorbeikommen, um Muhammad al-Sadiq von seinen Absichten zu überzeugen, sich am Terroranschlag beteiligen zu wollen, Weiterlesen
Mary Miller: Big World: Storys
Mary Miller ist eine junge (Jahrgang 1977) US-amerikanische Autorin, deren Romandebüt „Süßer König Jesus“ (Originaltitel „The last days of California) von 2013 hierzulande hochgelobt wurde („Sie wird als »the next big thing« gehandelt.“ s. Klappentext Metrolit Verlag). Im Februar 2017 ist ihr Kurzgeschichtenband „Big World“ aus dem Jahre 2009 in einer Übersetzung von Alissa Walser bei dtv erschienen. Darin zwölf Kurzgeschichten über junge Frauen in den USA.
Da ist das namenlose Paar in „Cedars of Lebanon“, die einen verdreckten, gebrauchten Campingwagen herrichten, um damit ein paar Tage wegzufahren. Und während die Frau im Grunde schon weiß, dass sie ihren Freund verlassen wird, wie sie alle Männer verlassen hat, raucht er seinen Joint, guckt einen Film auf DVD oder grillt Hotdogs. Oder das Mädchen und sein Vater, die nach dem Tod der Mutter miteinander zurechtkommen müssen. Die zwei Schwestern Melissa und Audrey verbringen ihre Zeit vor dem Fernseher und in Bars, trinken und schleppen Jungs ab. Weiterlesen
Tim Parks: Thomas & Mary
Tim Parks beweist aufs Neue, dass er viele Facetten des Schreibens beherrscht und den wenigen Autoren angehört, die unterschiedliche Genres bedienen können.
In Thomas & Mary beschreibt Parks die Zerrüttung einer langjährigen Ehe in verschiedenen Stadien. Dabei bedient er sich unterschiedlicher Perspektiven, in unterschiedlich zu lesenden Episoden. Überwiegend wird die Situation aus der Sicht von Thomas geschildert. Anfangs hat man das Gefühl, die Fassung eines Textrohlings zu lesen, in dem die Zusammenhänge noch nicht ausgearbeitet wurden. Man vermisst im Text den sonst so fesselnden literarischen Tiefgang, den Parks doch so trefflich beherrscht, was sich aber in späteren Episoden ändert. Deshalb bitte unbedingt weiterlesen! Weiterlesen
Sophie Kendrick: Das Gesicht meines Mörders
Als Clara im Krankenhaus aufwacht, kann sie sich an nichts mehr erinnern – nicht einmal mehr an ihren Namen. Neben ihr sitzt ein Mann, Roland, der behauptet, ihr Ehemann zu sein. Und doch ist sie sich sicher, dass sie ihn noch nie gesehen hat. Sie kann sagen, welches Jahr gerade ist, wer Bundeskanzler ist oder in welchem Land sie sich befindet. Doch alle persönlichen Informationen scheinen wie aus ihrem Gehirn gelöscht! Roland erzählt ihr, dass sie Opfer eines Überfalls im eigenen Haus geworden sei, das daraufhin sogar niedergebrannt sei. Clara muss Roland vorerst glauben, merkt aber schnell, dass vor allem ihre Vergangenheit noch viele Geheimnisse birgt. Weiterlesen
David Gemmell: Die Drenai Saga 01: Die Legende
Seitdem er am Skeln-Pass eine scheinbar unbezwingbare, weit überlegene Übermacht fast im Alleingang aufgehalten hat, ist Druss, der unbezwingliche Druss, Meister der Axt eine Legende. Mittlerweile ist er alt geworden. Mit sechzig Jahren blickt er auf ein Leben zurück, das dem Kampf gewidmet war. Er hat alles verloren, was ihm lieb und teuer war – seine Frau, die er aus der Sklaverei befreien musste, seinen besten Freund, seine Gesundheit. Jetzt schmerzt das Knie, die Schulter auch, sein Bart und sein Haupthaar sind grau geworden. Snaga, der Schnitter, seine singende Axt hängt an der Wand seiner abschieden gelegenen Hütte, er weiß, dass er bald ruhen kann – für immer. Weiterlesen
Florian Huber: Hinter den Türen warten die Gespenster
Dieses Buch ist kein Roman. Der promovierte Historiker Florian Huber hat vielmehr Tagebuchaufzeichnungen, Briefe und andere Zeitzeugnisse aus der Nachkriegszeit in Deutschland ausgewertet, um daraus ein interessantes Gesamtbild der ersten Jahre ab 1945 zu zeichnen.
In dieser Collage kommen Frauen vor, die ohne Mann die Familie durchbringen müssen, Kinder, die ohne Vater aufwachsen, und Männer, die aus dem Krieg zurückkehren und sich im Nachkriegs-Deutschland und in ihrer veränderten Familie nicht mehr zurechtfinden. Weiterlesen
Olivier Bourdeaut: Warten auf Bojangles
Eine wunderschöne, lebensbejahende Geschichte mit viel Faible für alles Verrückte hat der Franzose Olivier Bourdeaut geschrieben – und dafür alle wichtigen Literaturpreise in Frankreich gewonnen. Er führte die Bestsellerliste in seinem Land an. Zum Glück für alle Literaturfans liegt das Büchlein jetzt auch auf Deutsch vor.
Georges liebt seine schillernde Frau, der er jeden Tag einen anderen Namen verpasst. Das Paar, das mit Sohn und einem großen Vogel namens Taugenichts zusammenlebt, tanzt in den Tag hinein – am liebsten zu dem alten Nina-Simone-Song „Mr Bojangles“, trinkt viel Alkohol und feiert mit guten Freunden. Auf die Normen dieser Welt pfeift das Paar. Weiterlesen
