Uli Aechtner: Die Bach runter

Was würden wir tun, wenn durch irgendein Unglück alles um uns herum zusammenbrechen würde? Kein Strom mehr. Und kein Trinkwasser. Keine Möglichkeit mehr, sich im Supermarkt mit Lebensmitteln zu versorgen. Die meisten von uns hätten in einem solchen Fall vermutlich ein Problem, denn wer ist auf so eine Situation schon vorbereitet?

Die Antwort auf diese Frage lautet: Prepper. Mit diesem Begriff (von prepare – vorbereiten) bezeichnet man Personen, die für eine Krise vorsorgen, indem sie Lebensmittelvorräte anlegen, sich in Überlebenstechniken ausbilden und mit Waffen beschäftigen.

Mit Personen aus diesem Umfeld bekommt es der bereits aus anderen Krimis von Uli Aechtner (‚Todesrauscher‘, ‚Mordswetter‘) bekannte Kommissar Christian Bär in ihrem neuesten Roman zu tun.

Dabei geht es zunächst nur um ein Baby, das ein Schäfer in der warmen Asche eines Lagerfeuers findet. Da es dem Baby gut geht und nur zu klären ist, wer die Eltern sind und wer es an diesen seltsamen Ort gelegt hat, scheint Christian Bärs Welt in Ordnung. Zumal er Urlaub hat, in dem er viel mit seiner Nichte Amelie unternehmen möchte.. Weiterlesen

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Alma M. Karlin: Einsame Weltreise

Als Alma M. Karlin im November 1919 mit wenig Geld zu ihrer langen Reise aufbricht, liegt die Welt noch in den Nachwehen des vergangenen Krieges. Doch ein unbändiger Wissensdurst und Forscherinnendrang macht es ihr unmöglich, in der Heimat zu bleiben.

Ein heimtückisches Übel hat sie ereilt, nachdem sie ihren ersten Roman verkauft hatte: „[Ich] entwickelte Anzeichen von Größenwahn, sah mich schon als modernen Columbus eine neue Welt entdecken und traf ernstliche Vorbereitungen zur Eroberungsfahrt.“

Ihr erstes Ziel ist Japan, das sie allerdings – der widrigen Umstände wegen – erst nach einem rund zweijährigen Umweg über den amerikanischen Kontinent erreicht. Auf diesem ersten Abschnitt ihrer Reise findet sie zwar Bekannte, mit denen sie sich gut versteht, und vor allem mit dem Botaniker Herrn G. unternimmt sie zahlreiche Landausflüge, bei denen sie Land, Leute, Tiere und Pflanzen entdeckt, aber letztendlich trennen sich die Wege und Alma landet einsam – nur begleitet von ihrer treuen Schreibmaschine Erika – und abgebrannt in Peru. Doch auch nach Schmutz, Armut, Verzweiflung, Krankheit und der gefühlt fortwährenden Bedrängung und sexuellen Belästigung durch Männer, kommt es ihr nicht ernsthaft in den Sinn, ihre Entdeckungsreise abzubrechen. Weiterlesen

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Ella Zeiss: Tage des Sturms 02: Von Hoffnung getragen

Russland, 1942: Mit 16 Jahren wird Harri in das Zwangsarbeitslager in Tscheljabinsk deportiert. Hier muss er in Kälte und Eis unter Aufwendung seiner ganzen Kraft tagtäglich schuften. Die Situation bessert sich auch nicht, als sein ehemaliger Nachbar Erich im Lager eintritt. Er muss sich ständig Sorgen machen um den schlechten Gesundheitszustand des jungen Mannes. Auch seine Familie vermisst Harri schmerzlich. Ein Lichtblick scheint Jahre später das Kriegsende zu sein. Doch wird jetzt wirklich alles besser?

Mit „Von Hoffnung getragen“ legt Ella Zeiss den zweiten und abschließenden Band ihrer kurzen Serie um die Familien Pfeiffer und Scholz vor, die sich bereits in den ersten Kriegsjahren, niedergeschrieben in „Wie Gräser im Wind“, durchbeißen mussten. Einst waren sie Nachbarn, wurden aber vom Krieg in alle Winde zerstreut. Im zweiten Band stehen vor allem Harri Pfeiffer und Yvonne Scholz, die jüngere Schwester von Erich, im Mittelpunkt. Weiterlesen

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Chloe Benjamin: Die Unsterblichen

New York, 1969: Die vier Geschwister Varya (13), Daniel (11), Klara (9) und Simo (7) haben einen Sommer voller Abenteuer vor sich. Es geht das Gerücht, dass eine seltsame Frau in einer Wohnung das Schicksal, sogar den Todestag eines jeden, der vor sie tritt, voraussagen kann. Die vier Kinder ahnen nicht, welchen Stein sie mit ihrem Besuch bei der Frau ins Rollen setzen. Vor allem Simon ist danach wie ausgewechselt und wütend. Was hat die Frau ihm prophezeit? Warum läuft er, als Klara einige Jahre später ausziehen will, um in den Westen zu gehen, gegen alle Regeln auf und folgt ihr, obwohl er noch minderjährig ist?

Chloe Benjamin folgt in ihrer Geschichte den vier jungen Menschen, die sie gleich am Anfang vorstellt. Zuerst ist Simon dran, der sich gegen alles und jeden auflehnt, nur um er selbst zu sein. Dann Klara, die ihren Traum wahr machen möchte und Zauberin werden will.  Schließlich Daniel, der auf sein Leben zurückblickt und viele Fragen hat. Und dann Varya, voller Schuldgefühle und Geheimnisse. Alle vier Personen lernt man im Verlauf des Romans näher kennen. Drei von ihnen sind dabei glanzvoll umsetzt, spannend mit aufreibenden Themen und Fragen, nur Varya bleibt irgendwie auf der Strecke. Sie bildet das Ende des Romans und ich hatte genau da etwas mehr erwartet, als dann gekommen ist. Weiterlesen

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JL Butler: Mein: Wie weit wirst du gehen, um ihn zu behalten?

Die Londoner Scheidungsanwältin Francine Day zählt zu den Besten unter den Besten. Alles hat sie unter Kontrolle. Ihr Spezialgebiet ist der Erhalt von Vermögen ihrer scheidungswilligen Mandanten. Eines Tages steht der attraktive Martin Joy, ein neuer, schwer reicher Auftraggeber vor ihr. Das Scheidungsverfahren könnte ein ganz normaler Fall werden, doch Francine spürt seit der ersten Sekunde ihres Treffens eine starke Anziehung. Kurz darauf erliegt die eingefleischte Single-Frau seinem Charme. Verstand, Ethik und ihre berufliche Karriere stehen auf einmal in der zweiten Reihe. Francine schwelgt im Liebesrausch und kämpft mit Eifersucht. Ausgerechnet an dem Abend, an dem sie seiner Ehefrau Donna heimlich folgt, hat diese sich mit Martin verabredet. Zweifel nagen an Francine. Sie muss unbedingt mehr über das Ehepaar Donna und Martin erfahren. Sind sie vielleicht doch noch ein Paar und spielen anderen etwas vor?

Am Fenster des Pubs sitzend, das direkt gegenüber von Donnas Haus steht, verbringt sie den späten Abend und trinkt etwas gegen ihren Frust. Irgendwann hat sie einen Aussetzer. Francine kann sich an die letzten zwei Stunden ihrer Observierung nicht mehr erinnern. In dieser Nacht verschwindet Donna spurlos. Weiterlesen

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Tim Krohn: Julia Sommer sät aus

Ich bleibe dabei, auch beim dritten Band bleibt diese Idee grandios. Nämlich „Ein Buch über Gefühlsregungen zu schreiben, die von Mitmenschen vorgeschlagen werden, und die Tim Krohn so wunderbar in diese Mietshausgeschichten aus der Röntgenstraße in Zürich, einflechtet. In allen Gestalten, noch so verrückt oder jung, sexbesessen, forschend oder über das Sterben sinnend – in allen findet sich ein Teil von uns wider.“ Mittlerweile weiß ich sogar, wo die Röntgenstraße in Zürich ist – gut, ich bin nicht extra hingefahren, aber eher zufällig bei einem Besuch, entdeckte ich die Straße und das machte alles noch vorstellbarer. Weiterlesen

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Christian Hardinghaus: Die Spionin der Charité

Seit seinem Roman um den Arzt, der Soldat wurde um seine Familie zu retten, bin ich ja ein großer Fan von Christian Hardinghaus Romanen. Der Roman beginnt in Bern 1974. Die 56jährige Lilly Kolbe regt sich furchtbar über die Feiern zum Gedenken der Widerstandskämpfer des 20. Juli auf. Waren doch die Attentäter um Staufenberg bei weitem nicht die Einzigen, die für den Widerstand Kopf und Kragen riskiert haben. Lilly arbeitete in den ersten 40 ger Jahren des 20. Jahrhunderts in der Berliner Charité unter dem berühmten Professor Ferdinand Sauerbruch. Dort gab es den Donnerstagsclub, dessen Mitglieder nach ihren Möglichkeiten versuchen, dem Naziregime Steine in den Weg zu werden. Ihre Aktionen waren wenig öffentlichkeitswirksam und alle Mitglieder schworen, den Donnerstagsclub nach dem Krieg für immer geheim zu halten. Aber vielleicht ist jetzt, nach 30 Jahren des Schweigens, der Moment des Redens gekommen? Weiterlesen

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Anders de la Motte: Spätsommermord

Der 1971 im südschwedischen Billesholm geborene Autor durchlief eine Ausbildung zum Polizisten in Stockholm. Als solcher arbeitete er einige Jahre im Staatsdienst, um später als Security privatwirtschaftlich zu arbeiten. Schon während seiner Zeit als Ordnungshüter entdeckte er seine Fähigkeit, Geschichten spannend zu erzählen. Seine beruflichen Erfahrungen kamen ihm dabei zugute. Auch darum konnte der Autor recht schnell die Herzen der schwedischen Leser und Leserinnen erobern. 2010 erhielt er für sein Krimidebut „Game“ den Preis der schwedischen Akademie für Krimiautoren. Weitere Preise folgten. Anders de la Motte ist seiner Heimat in Schonen treu geblieben und lebt mit seiner Familie in der Nähe von Malmö. So ergeht es auch seiner Protagonistin in seinem neuen Titel „Spätsommer Mord“. Kommissarin Anna Vesper verlässt Stockholm und zieht mit ihrer Tochter Agnes in die tiefste Provinz Schonens. Doch die Gründe hierfür sind grundverschieden. Für den Autor war es eine Bewegung zurück zu den Wurzeln. Für Anna Vesper war es eine Flucht vor unbewältigter Vergangenheit. Weiterlesen

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Kirsten Ciccarelli: Iskari 02: Die gefangene Königin

Der erste Band rund um die Iskari, „Der Sturm naht“, war eins meiner Highlights aus dem Jahr 2017. Umso größer war die Erwartungshaltung an den neuen Band. Wie schon angekündigt, hat die neue Geschichte allerdings neue Hauptfiguren und das machte mir persönlich den Einstieg sehr schwer. Vielleicht war aber auch einfach zu viel Zeit seit dem Lesen des letzten Bandes vergangen. „Die gefangene Königin“ folgt der Geschichte von Roa und ihrer Schwester Essie und dem König Dax, der der Bruder der Hauptfigur Asha aus dem ersten Band ist. Auch Roa ist im ersten Band als Randfigur schon aufgetaucht.

Roa hat mittlerweile Dax geheiratet, obwohl sie doch eigentlich Theo liebt. Der nimmt ihr dies schrecklich übel und zieht sich deshalb vor ihr zurück. Die Heirat mit Dax, von der sich Roa wichtige Allianzen verspricht, hält er für einen schlimmen Verrat. Roa ihrerseits hängt an ihrer Schwester Essie, die vor acht Jahren zu Tode kam, obwohl eigentlich Dax hätte sterben sollen. Seitdem begleitet Essie ihre Schwester in Form eines Falkens, der ständig auf Roas Schulter sitzt. Weiterlesen

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Kevin Hearne: Überfallen

Der letzte Auftritt unseres Druiden lässt weiter auf sich warten. Zwar ist die Situation für Atticus O´Sullivan nicht eben rosig, sind doch so gut wie alle Götter der Pantheons auf die eine oder andere Art hinter ihm her, doch wie er dieses Mal beim geweissagten Armageddon seinen Kopf aus der Schlinge ziehen wird, ist und bleibt zunächst offen. Um die Zeit bis zum Erscheinen des Abschluss-Bandes des Zyklus´ nicht allzu lang werden zu lassen, legt der Verlag in vorliegendem Band neun Kurzgeschichten aus und um das Leben unseres Eisernen Druiden auf. Diese spielen zwischen den Romanbänden, und beleuchten zumeist auf faszinierende Art die Vergangenheit unseres Druiden.

Gleich in der ersten Erzählung rettet er zum Beispiel einige Schriftrollen mit magischen Sprüchen aus der damals noch existierenden Bibliothek von Alexandria – wobei die Schriften leider nicht ganz so unbewacht sind, wie erhofft – sprich, die altägyptischen Götter sind hinter Atticus her. Dass unser Druide in seinem mehr als eintausend Jahre währendem Leben auch berühmte Figuren kennen gelernt hat, ist klar. Dass er aber zusammen mit Shakespeare den Hexen bei ihrem magischen Treiben nachgestellt hat, gehört nicht zum allgemeinen Wissensgut. Weiterlesen

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