Michael Kleeberg: Der Idiot des 21. Jahrhunderts

Dies ist ein Roman, (obwohl Roman?) ich fange mal neu an: dies ist ein Divan… so, ja, Divan (Untertitel)? Ich habe nicht Literatur studiert, ich lese nur gerne. Und so wusste ich nicht, dass Divan  (eine West-östliche Annährung) von Goethe ist. Und überhaupt, dieses Werk, wenn man es negativ ausdrücken will, schlägt Dir Deine Dummheit um die Ohren. Aber ich kann mich festbeißen. Ich war mein Leben lang Sportler. Und ich bin philosophisch betrachtet tatsächlich ein Idiot des 21. Jahrhunderts! Was begreifen wir schon? Und so nähern wir uns inhaltlich diesem wunderbaren Buch. Erschlagen von dem Weltwissen des Autors und wieder aufgerappelt durch meine bohrende Neugier. Sagen wir es mal so: ich habe nie den Koran gelesen, nicht mal einen in der Hand gehabt, aber so geht es mir im Übrigen mit der Bibel auch. Aber zum ersten Mal habe ich die Geschichte des Islam, die Lehren, die Interpretationen, von den  irregeleiteten Fundamentalisten bis hin zu auch mir nahestehenden Philosophien und Wahrheiten, in Ansätzen begriffen. Eine banale Erkenntnis: wer im Islam doof ist, der versteht auch den Koran nicht und wenn denn nur über die Imame, die dann ihre jeweilige Sicht erklären und zu instrumentalisieren wissen. Weiterlesen

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Madeleine Puljic: Noras Welten 01: Durch den Nimbus

Wir alle lesen gerne, manche mehr, andere weniger, aber das Eintauchen in die Phantasie des Autors, in eine fremde Welt fasziniert uns. Nun stellen Sie sich einmal vor, wie es wäre, wenn Sie leibhaftig in den Roman, den Sie gerade lesen eintauchen könnten? Nun, in einen Horror-Roman würde man wohl eher nicht besuchen wollen, aber so ein zünftiges Fantasy-Abenteuer komplett mit Burgbelagerung, Verliesbesuch und Drachen, das hätte doch schon etwas, oder?

Nora, die Protagonistin des vorliegenden Buches kann genau das, was sich so mancher von uns wünscht. Sie fällt bei der Lektüre durch, besser in die Seiten, besucht den Handlungsort des Textes, egal ob Roman, Novelle oder Artikel und ist darüber alles andere als glücklich. Eines Tages las sie ein Werbeplakat von New York und fand sich fluchs auf der anderen Seiten des Atlantiks wieder.

So kann das nicht weitergehen, hat sie doch keinerlei Kontrolle über ihre Gabe. Sie beschließt einen Psychiater aufzusuchen, der ihr mittels Hypnose notfalls die Fähigkeit zu Lesen nehmen soll. Weiterlesen

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Paul McNeive: Resistent

In Manhattan herrscht ein Ausnahmezustand, der scheinbar jeden unvorbereitet erwischt. Polizei, Krankenhäuser und Behörden stehen vor einem Rätsel, denn auffallend viele Menschen erkranken und sterben.

„… Professor, mein Team ist mit allen Krankenhäusern in Kontakt. Alle sagen, dass sie keine weiteren Patienten mehr aufnehmen können. Und ihre Parkplätze sind voll mit Menschen, die versuchen, aufgenommen zu werden“
„Und was machen sie mit diesen Leuten?“ (…)
„Für den Moment bleibt ihnen nichts anderes übrig, als sie nach Hause zu schicken … Wir müssen mit ansehen, wie Patienten septisch werden, und zwar extrem schnell.“ (S. 320/321)

Der einzige, der viel zu spät eine Idee für die Ursache der Katastrophe zu erkennen glaubt, ist Detective John Wyse vom New York Police Department. Seine Idee ist eher eine Ahnung, für die ihm leider handfeste Beweise fehlen. Nur eines ist sicher, ihm rennt die Zeit davon und die Personen, die ihm Auskunft geben könnten, sind außer Landes. Weiterlesen

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So klingt Händel: Klassik für Kinder

Was soll ich sagen?!? Mein Sohn (fast drei) liebt dieses Buch. Seit es bei uns eingetroffen ist, erklingt fast täglich die händelsche Musik in unseren vier Wänden – und im Auto, wo das Buch auch auf gar keinen Fall fehlen darf.

Im Gegensatz zu anderen Soundbüchern, die wir schon besitzen, ist dieses auch für kleine Kinder wirklich einfach zu bedienen. Die ausgewählten Musikbeispiele ( z.B. aus der „Wassermusik“ oder „Sarabande“) sind lang genug, um einen kleinen Eindruck in Händels schöpferisches Werk zu erhalten. Und die Seiten sind so liebevoll illustriert, dass es auch ohne die Musik Spaß macht, in dem Buch zu schmökern. Besonders gefällt mir die Idee, dass die Kinder auf jeder Seite spielerisch einbezogen und zum Mitmachen animiert werden. Weiterlesen

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Rachael Lippincott: Drei Schritte zu dir

Die 17-jährige Stella leidet an Mukoviszidose, einer unheilbaren Erbkrankheit, die vor allem ihre Lungen befällt und das Atmen schwer macht. Deshalb hat sie in ihrem kurzen Leben schon mehr Tage im Krankenhaus verbracht, als sie zählen kann. Nur eine Lungentransplantation könnte ihr wirklich helfen. Solange muss sie gut auf sich aufpassen und sich keinen Ansteckungsrisiken aussetzen. Leichter gesagt als getan. Denn nebenan im Krankenzimmer ist Will eingezogen, ein gut aussehender junger Mann, von dem sich Stella magisch angezogen fühlt. Doch sie muss aus Sicherheitsgründen immer mindestens drei Schritte Abstand halten, um sich nicht anzustecken.

Mukoviszidose ist spätestens seit John Greens „Das Schicksal ist ein mieser Verräter“ ein wichtiges Thema in Jugendbüchern. Viele Leserinnen haben mit Hazel und August gelitten und geweint. Rachael Lippincotts Roman funktioniert sehr ähnlich, kann aber auch für sich allein stehen. Weiterlesen

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Javier Marías: Berta Isla

Der spanische Schriftsteller Javier Marías (Jahrgang 1951) gilt als Anwärter auf den Literaturnobelpreis. Er wurde in Madrid geboren. Sein Vater, ein Philosoph, litt unter der Verfolgung durch das Franco-Regime. Die Familie lebte zeitweise in den USA, so dass Marías zweisprachig aufwuchs. Javier Marías erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen. Er lehrte in Oxford und lebt heute in Madrid. Es kommt daher nicht von ungefähr, dass beide Städte wiederkehrende Schauplätze in seinen Romanen sind. So auch in Marías‘ neuestem mit dem Titel „Berta Isla“, den der S. Fischer Verlag in einer Übersetzung von Susanne Lange am 22. Mai 2019 veröffentlichte.

In dem mehr als 650 Seiten starken Roman erzählt Javier Marías die Geschichte des  (Ehe-)Paares Berta Isla und Tomás (Tom) Nevinson. Tomás‘ Mutter ist Spanierin, sein Vater Brite. Berta und Tomás lernen sich während ihrer Schulzeit in den 1960er Jahren in Madrid kennen und wissen, dass sie füreinander bestimmt sind. Tomás geht nach dem Abitur zum Studium nach Oxford. Berta und er erleben als Studenten die sexuelle Befreiung der 1968er Jahre. Sie in Spanien, Tomás in Großbritannien. Und dennoch wissen sie, dass sie nach Tomás‘ Rückkehr heiraten werden. Weiterlesen

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Peternelle van Arsdale: Tief im Wald

Die Geschichte beginnt so: Vor langer Zeit lebten zwei Schwestern …

… und mit diesen Worten beginnt von Arsdales märchenhafter Fantasy-Roman wirklich. Das Etikett „Fantasy“ braucht der Roman eigentlich nicht, da er alle Merkmale eines Märchens zeigt.

Die Geschichte beginnt mit zwei Schwestern, die verstoßen werden und sich tief im Wald in zwei ungeheuerliche Wesen verwandeln, die die Zeiten überdauern. In der Einsamkeit haben sie sich in Seelenesserinnen verwandelt und kehren nur in die Siedlungen der Menschen zurück, um die Erwachsenen zu töten.

Eines Tages kommen sie auch in Alys` Dorf. Alys begegnet als einzige den bösen Schwestern und spürt eine Verbindung zu ihnen. Am Morgen nach deren Erscheinen sind auch dieses Mal alle Erwachsenen tot und die Kinder, auch Alys, müssen ins Nachbardorf umsiedeln. Hier bleiben sie fremd unter den tief religiösen Bewohnern, die sich mit der Zeit mit immer fanatischeren Maßnahmen vor den Seelenesserinnen schützen wollen.So wird  ein kleineres Dorf geschaffen und die Familien müssen ihre etwas außerhalb gelegenen Häuser aufgeben. Weiterlesen

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Tara Isabella Burton: So schöne Lügen

Wer es in New York bis Dreißig nicht geschafft hat, wird es gar nicht mehr schaffen. Diese erbarmungslose Regel gilt im Dunstkreis der Reichen und Schönen. Louise ist 29 Jahre alt und wollte in New York Schriftstellerin werden. Dumm nur, dass sie nichts zu Papier bringt und sich mit drei schlechtbezahlten Nebenjobs notdürftig über Wasser hält. Da tritt die reiche Lavinia in ihr Leben. Jung, schön, blond, reich, exzentrisch. Sie nimmt Louise unter ihre Fittiche, staffiert sie aus, schleppt sie mit auf dekadente Partys, führt sie ein in eine Welt, die sich Louise immer erträumt hat, in die sie aber nicht zu passen scheint. Zumindest nicht, bevor sie radikale Entscheidungen trifft. Was folgt, ist eine Freundschaft zwischen Abhängigkeit, Dominanz und Unterwerfung. Tara Isabella Burton zeichnet das Bild einer Gesellschaft des Scheins, in der Likes und Follower mehr zählen, als echte Beziehungen. In der jeder nach immer neuen Extremen sucht, um sich interessant zu machen. In der Verbrechen ungestraft bleiben, da alle verlernt haben, hinzusehen und mitzufühlen.

Lavinia trägt Vintage-Kleidung, bricht in Parks ein, ist mit Künstlern sowie mit „nicht richtigen“ Prostituierten befreundet und geht auf Partys, in denen Zwerge mit Dildos performen. Sie ist ein klassisches It-Girl, obwohl sie eigentlich nichts leistet. Sie hat ihr Studium abgebrochen, um während eines Sabbaticals einen Roman zu schreiben, der sich grottenschlecht liest. Weiterlesen

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Alva Gehrmann: I did it Norway!

Auf ihrer Homepage erklärt die Journalistin und Autorin Alva Gehrmann über sich selbst: »Schreiben ist leicht, man muss nur die falschen Wörter weglassen.« Das Schreiben scheint ihr tatsächlich leicht zu fallen, denn sie zeigt eine Vielfältigkeit, die sich auch in ihrem Sachbuch wieder findet. Ihr aktuelles Buch über Norwegen schenkt eine Fülle von Details über ein freundliches Volk, das durch Öl reich geworden ist.

Die Autorin reiste über einen Zeitraum von einigen Jahren immer wieder nach Norwegen: So nach und nach erlebt sie Kulturereignisse, lernt sportliche Wettkämpfe und ein Arbeitsleben kennen, das dem Norweger ein intensives Freizeit- und Familienleben ermöglicht. Denn freitags geht es spätestens um 15.00 Uhr ins Wochenende. Wer länger arbeitet, verliert seinen guten Ruf.

Die beliebten Holzhütten weit weg vom normalen Alltag erlauben pure Natur. Wer so lebt, hat eine innige Beziehung zur Familie und der Natur. Ein solches Umfeld bietet zugleich Raum für Kunst und Kultur und fördert Werte, die ein soziales Miteinander in den Vordergrund stellen. Ein Dorf, in dem Bücher die Hauptrolle spielen, ein Museum, das einsam am Fjord auf Besucher wartet oder ein Rockfestival in der Einsamkeit sind nur einige Beispiele. Spontane Feiern werden ebenso gern angenommen wie ehrenamtliches Engagement. Weiterlesen

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Evelyn Kühne: Inselküsse: Ein Ostseeroman

Maries Leben läuft nicht immer in geraden Bahnen. Eben hat die alleinerziehende Mutter einen lukrativen Auftrag ergattert, da droht ihre Existenzgrundlage sich in Luft aufzulösen. Das Haus, in dem sie mit ihren drei Kindern wohnt, soll verkauft und saniert werden. Sie kann sich kaum vorstellen, wie sie die anstehende Mieterhöhung stemmen soll. Und dann bricht auch noch das marode Dach ihrer Töpferwerkstatt ein. Wie soll sie nun die Ware für den Auftrag – die Ausstattung eines neuen Hotels auf Rügen – produzieren? Auch wenn sie sich mit der Hotelbesitzerin Susanne auf Anhieb gut versteht, sieht sie keine andere Möglichkeit, als abzusagen

Als sie ihrer Nachbarin Ruth ihr Leid klagt, erfährt Marie etwas Erstaunliches: Die alte Dame hat vor wenigen Monaten ein Haus auf Rügen geerbt. Nur zu gerne würde sie es wiedersehen und vielleicht sogar dorthin ziehen. Wie wäre es, wenn Marie sie mit ihrer 14jährigen Tochter Karo und den 9jährigen Zwillingen Ole und Til begleiten würde? Vielleicht wäre es sogar möglich, dort zusammen zu wohnen. Weiterlesen

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