Thomas Page McBee: Amateur: Mein neues Leben als Mann

In seinem autobiografischen Roman „Amateur“ beschreibt der Transmann Thomas Page McBee seinen Weg zu einem Charity-Boxkampf im New Yorker Madison Square Garden, den er 2016 gegen einen Boxer namens Eric Cohen bestritten hat. Man kann sich den Kampf bei YouTube immer noch ansehen.

Gerade zu Beginn trifft die Bezeichnung „Roman“ auf diesen Text nur halb zu. Die durchaus interessanten Passagen über das Box-Training werden immer wieder durch Reflexionen des Autors über das Wesen von Männlichkeit unterbrochen. Stellenweise geht es dabei arg wissenschaftlich zu, und man wähnt sich in einem etwas drögen und fremdwortdurchsetzten Sachbuch. Das bremst den Lesefluss.

In der zweiten Buchhälfte gewinnt der Text an Fahrt und der negative Eindruck vom Anfang verflüchtigt sich etwas. Höhepunkt ist natürlich der Kampf selbst.

Insgesamt geht es in diesem Buch letztlich um die alte Herbert-Grönemeyer-Frage „Wann ist ein Mann ein Mann?“

Das mag in Zeiten von Gender-Diskussionen eine wichtige und politisch korrekte Fragestellung sein. Es könnte jedoch auch Zeitgenossen geben (Männer wie Frauen), die sie für weniger relevant halten – etwas, das übrigens auch im Text selbst thematisiert wird, geht es doch womöglich eher um die Frage, was einen guten Menschen ausmacht, egal ob er männlich oder weiblich ist.

Thomas Page McBee: Amateur: Mein neues Leben als Mann.
Blumenbar, Juli 2020.
224 Seiten, Taschenbuch, 18,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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