Claire Adam: Goldkind

Peter und Paul sind 13 Jahre alt und Zwillinge. Mit ihren Eltern Clyde und Joy leben sie auf Trinidad und Tobago. Es ist nicht die allerbeste Wohngegend und vor kurzem wurde bei der Familie bereits eingebrochen. Seitdem herrscht zwischen Clyde und seinem Sohn Paul eine angespannte Stimmung. Denn Paul stellte sich vor den Angreifer und wollte sich zur Wehr setzen und somit alle in Lebensgefahr bringen. Wenige Tage später kommt Paul abends nicht nach Hause. Im Busch ist man zur Dunkelheit in den sicheren eigenen vier Wänden, doch auch um Mitternacht fehlt von dem Jungen jede Spur. Wütend geht Clyde auf die Suche nach seinem Sohn. Doch auch am Morgen ist Paul nicht wiederaufgetaucht.

„Goldkind“ ist die Geschichte einer Familie, die ganz besonderen Prüfungen ausgesetzt ist. Als Joy die Zwillinge zur Welt bringt, geht etwas schief. Peter kommt ohne Problem auf die Welt, bei Paul kommt es zu Komplikationen. Das Kind sei möglicherweise nun geistig behindert, so die Ärzte. Und es zeigt sich mit den Jahren tatsächlich, dass Paul besondere Aufmerksamkeit braucht. Er ist langsamer, schreit manchmal unvermittelt und kann nicht so einfach erzogen werden. Peter dagegen ist ein wahres Goldkind. Er bringt vom ersten Tag an die besten Noten mit nach Hause und scheint überdurchschnittlich klug. Die Welt steht ihm offen. Er könnte an jede Universität gehen. Wenn da nicht Paul wäre. Denn Paul braucht Peter, deswegen werden sie in dieselbe Klasse eingeschult, verbringen viel Zeit zusammen. Weiterlesen

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P.M. Freestone: Shadowscent 01: Die Blume der Finsternis

Die 17-jährige Rakel befindet sich zu einem Tauschhandel in Aphorai, der Hauptstadt Aramteschs, als der Kronprinz Nisai vergiftet wird. Nur ein schnell beschafftes Gegengift wäre seine Rettung. Doch der im Sterben liegende Kaiser verbietet es, dass eine Dufthüterin am Hof arbeitet, die sich mit Düften, Giften und anderen Gerüchen bestens auskennt. Rakel hat seit ihrer Geburt eine sehr feine Nase und nimmt verschiedenste Düfte mit Leichtigkeit wahr, gemeinsam mit Ash, dem Leibwächter des Ersten Prinzen Nisai, muss sie nach einem Gegengift suchen.

P.M. Freestone entwirft eine spannende Fantasy-Welt, in der diejenigen die Macht haben, die eine feine Nase besitzen. Nur ein Schluck kann töten oder das Paradies der Sinne bedeuten. Die Grenze zwischen Gut und Böse ist deshalb fast fließend und eine feine Nase kann das eigene Leben retten. Rakel ist sich ihrer Macht durchaus bewusst, in das Abenteuer mit Ash stolpert sie aber unversehens. Die beiden verbinden bis zu dem Anschlag auf Nisai nichts. Im Gegenteil: Ihre Lebenswelten könnten unterschiedlicher kaum sein. Ash ist schon immer dazu bestimmt, sein Leben für das des Ersten Prinzen zu geben. Es steht als Tattoo in ewiger Tinte auf seiner Haut und er sieht es als seine Berufung an. Rakel lebt eigentlich mit ihrem Vater außerhalb der Großstadt und ist nur manchmal in der Stadt. Ihre Mutter ist seit langem tot und nun geht es auch dem Vater nicht gut. Rakel würde alles tun, um ihn zu retten. Weiterlesen

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Ellen Sandberg: Das Erbe

München, 2018: Als Mona einen Brief erhält, ist sie verwundert. Sie soll etwas von ihrer Tante, die sie kaum kannte, geerbt haben. Bestimmt ein schickes Schmuckstück, vielleicht sogar das wertvolle Gemälde aus Klaras Besitz. Doch Mona wird überrascht, denn Klara hat ihr das komplette Schwanenhaus mit mehreren Mietsparteien und ihrer eigenen Wohnung vermacht. Den ganzen Schmuck, das Gemälde und ein volles Bankkonto gibt es kostenlos oben drauf. Das kann nur für Ärger suchen, denn Monas Mutter, zu der sie kein gutes Verhältnis hat, war an dem Gemälde interessiert. Doch welches Geheimnis verbirgt das Haus wirklich?

München, 1938: Die 14-jährige Klara lebt mit ihrer Familie in einer schicken Mietswohnung im Schwanenhaus. Es gehört einem reichen Juden namens Roth und dieser sieht sich per Gesetz gezwungen, sein Hab und Gut abzugeben. Klaras Vater sieht seine Chance. Doch dann werden die Roths verhaftet und Klara bangt um die Zukunft ihrer Freundin Mirjam, der Tochter der Roths. Kurzerhand zwingt sie ihre Eltern, Mirjam bei sich aufzunehmen. Doch die Ruhe hält nicht lange an … Weiterlesen

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David Nicholls: Sweet Sorrow: Weil die erste Liebe unvergesslich ist

Sommer, 1997: Der 16-jährige Charlie hat die Schule beendet und vor ihm liegt ein Sommer voller Nichtstun. Er hat einen kleinen Job, um sich etwas Geld zu verdienen, aber auch massig Zeit, mit der er etwas anfangen muss. Beim Lesen auf einer Wiese lernt er Frances, genannt Fran, kennen. Sie macht in der Nähe bei einem Theaterkurs mit und Charlie wagt das Abenteuer, ebenfalls Theater zu spielen. Denn Frances gefällt ihm und er hätte gerne ihre Nummer. Eigentlich denkt er, dass dies nach nur einem halben Vormittag erledigt sei, doch Fran zwingt ihn, jeden Tag wieder zu den Proben zu erscheinen.

An den Schreibstil von David Nicholls musste ich mich erst ein wenig gewöhnen. Seit „Zwei an einem Tag“ hatte ich nichts mehr von ihm gelesen. Er schreibt nicht schlecht, nein, das ist es nicht. Eher umständlich, lange verschachtelte Sätze, mit denen Simone Jakob, die Übersetzerin dieses englischen Werkes, sicher so ihre liebe Mühe hatte. Aber mit der Zeit wird es besser und man findet Zugang zur Geschichte. Beschrieben wird die Lebenswelt eines 16-jährigen Jungens, der es wirklich nicht einfach hat: Sein Vater und seine Mutter leben in Trennung, die Mutter hat einen neuen Partner und seine 12-jährige Schwester Billie hat sie gleich dorthin mitgenommen. Zurück blieben Charlie und sein Dad, Weiterlesen

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Volker Klüpfel & Michael Kobr: DRAUSSEN

Cayenne und Joshua sind Teenager und doch unterscheidet sich ihr Leben maßgeblich von dem anderer Jugendlicher. Von einem Smartphone können sie nur träumen, Fernseher und Spielekonsolen gibt es in ihrer Welt auch nicht. Dafür Eichhörnchen vom Feuer, ständige Wachsamkeit und den täglichen Kampf ums Überleben. Die beiden hausen mit einem Mann namens Stephan in den Wäldern und ziehen regelmäßig von einem Ort zum anderen, um nicht aufzufallen. Zurzeit hat es sie nach Brandenburg in Deutschland verschlagen. Doch eine brenzlige Situation, bei der Cayenne so stark verletzt wird, dass sie ins Krankenhaus muss, zwingt sie auch hier wieder, den liebgewonnenen Wohnwagen auf einem Campingplatz aufzugeben und weiterzuziehen.

„DRAUSSEN“ spielt auf verschiedenen Erzählebenen und an verschiedenen Orten. Man lernt Cayenne, Joshua und Stephan kennen, aber auch einige Politiker und ihre Handlanger, die einen großen Blackout in Deutschland fürchten. Wie das alles zusammenpasst, findet man erst später raus. Weiterlesen

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Val Emmich u.a.: Dear Evan Hansen

Evan ist 17 Jahre alt und in seiner Schule ein ziemlicher Außenseiter. Freunde hat er keine, aber er kommt auch so ganz gut klar. Sein Therapeut hat ihm die lästige Aufgabe gegeben, mit Briefen an sich selbst jeden Tag positiv zu beginnen. „Dear Evan Hansen …“ heißt es darin immer am Anfang, unterzeichnet sind die Briefe mit „Ich“. Einen solchen Brief hat Evan auch diesmal geschrieben und vergisst ihn ausgerechnet im Schuldrucker. Der Sonderling Connor findet den Brief und zieht mit ihm hämisch von dannen. Evan ist geschockt. Connor wird ihn doch sicher mit dem brisanten Inhalt erpressen. Doch nichts passiert. Connor kommt nicht zur Schule, auch seine Schwester, auf die Evan ziemlich steht, verschwindet. Dann die überraschende Nachricht: Connor hat Selbstmord begangen und einen Abschiedsbrief für Evan hinterlassen. Dumm nur, dass Evan selbst diesen verfasst hat. Im ersten Moment klärt Evan das Missverständnis nicht auf und seltsame Geschehnisse nehmen ihren Lauf.

Ein Außenseiter hat plötzlich die Chance, dazuzugehören. „Dear Evan Hansen“ ist ursprünglich ein sehr erfolgreiches Musical. Für den Roman hat sich Val Emmich mit den Schöpfern des Musicals, Steven Levenson, Benj Pasek und Justin Paul, zusammengetan. Was dabei herausgekommen ist, ist ein Jugendroman für Jugendliche ab 14 Jahren, der sich gut liest und die Zeit wie im Flug vergehen lässt. Weiterlesen

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Marie Brunntaler: Wolf

Schrötten im Schwarzwald, 1820: Als der ein etwa 15-jähriger Junge in der Wildnis aufgegriffen wird, nehmen sich die Mönche im Kloster seiner an. Doch da es zu einem Zwischenfall kommt, kann Gabriel, wie sie ihn getauft haben, nicht bleiben. Er kommt zu einer Schröttener Bauersfamilie namens Steinhauer, bei denen der Mann gelähmt ist und nicht mehr an der täglichen Arbeit teilnehmen kann. Gabriel macht sich nützlich und beweist bald, dass er sich sogar mit Heilbehandlungen auskennt. Als sich die um einiges ältere Bäuerin schließlich in ihn verliebt, beginnen mysteriöse Dinge.

Marie Brunntaler hat mit „Wolf“ einen interessanten, kurzen Roman geschrieben. Auf nur gut 240 Seiten entfaltet sich recht rasch, ohne Umwege oder Längen, die Haupthandlung. Gabriel wird in der Natur aufgefunden, wirkt erst geistig zurückgeblieben, spricht dann aber ab dem zweiten Tag doch fließend. Wo er gelebt hat oder was er in den letzten Jahren gar getan hat, daran kann er sich nicht erinnern. Auch nicht daran, wer ihm sein medizinisches Wissen gelehrt hat. Er weiß diese Dinge, ohne genau zu wissen, warum. Das macht ihn von Anfang an mysteriös. Und er wickelt sehr schnell, viele der Bewohner und Bewohnerinnen Schröttens um seinen Finger. Weiterlesen

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V. E. Schwab: Vicious – Das Böse in uns

Eli und Victor sind Freunde an der Uni. Doch als Eli seine Abschlussarbeit über die EOs, die ExtraOrdinären, schreiben will, verschiebt sich etwas in ihrer Freundschaft. Victor ist von dem Thema nicht sonderlich begeistert. Es soll Menschen geben mit besonderen Fähigkeiten, die heimlich unter ihnen leben. So ein Quatsch! Darüber kann man doch nicht seine Abschlussarbeit schreiben. Doch dann macht Eli eine folgenschwere Entdeckung und der Ehrgeiz der beiden Freunde ist geweckt. Was, wenn sie selbst zu EOs werden könnten?

Victoria Schwab hat mich in den letzten Jahren immer wieder mit ihren „Monsters of Verity“-Büchern begeistert. Hier bewies sie neue Ideen und dass sie spannend eine Geschichte erzählen kann. Auch wenn mich die Story von „Vicious“ nicht ganz so gepackt hat, setzt sie ihrem Können mit dem Roman noch die Krone auf. Denn „Vicious“ ist so spannend, wie ein Roman nur sein kann. Er ist geprägt von schnellen Szenenwechseln. Wird es nur einen Hauch spannend, heißt es plötzlich: Sprung in Ort oder Zeit, wir erfahren Hintergrundinformationen oder andere interessante Dinge. Das führt dazu, dass man unbedingt weiterlesen MUSS und WILL. Um jeden Preis. Weiterlesen

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Pamela Redmond Satran: Younger – Tausche Alter gegen Liebe

Alice ist 43 Jahre alt und steht vor den Scherben ihrer Ehe. Ihr Zahnarzt-Ehemann ist mit seiner Dentalhygienikerin durchgebrannt, ihre Tochter macht einen Freiwilligendienst auf einem anderen Kontinent und Alice bleibt nur das Haus. Nachdem sie sich fast ein Jahr lang bemitleidet hat, geht sie nach einem Umstyling mit ihrer lesbischen Freundin Maggie an Silvester feiern. In einer Bar lernt sie Josh kennen, der wohl irgendwas Mitte 20 ist und verdammt gut aussieht. Kurz nach dem Jahreswechsel kommt es zwischen den beiden zu einem Kuss, danach sehen sie sich erstmal nicht wieder. Doch Alice hat gemerkt, dass sie mit ein paar Tricks als viel jünger durchgeht. Vielleicht würde sie endlich wieder einen Job finden, wenn sie behauptet, erst Ende 20 zu sein?

Pamela Redmond Satran entwirft eine sympathische, teils lustige Geschichte über eine Mittvierzigerin, die plötzlich die Chance erhält, ihre Jugend nachzuholen. Nur wenige Monate nach ihrem Start ins Berufsleben vor 20 Jahren wurde Alice schwanger. Ihre Tochter und darauffolgende Versuche, weitere Kinder zu bekommen, hielten sie seitdem von der Arbeit ab. Und so ist mit 43 Jahren nicht nur ihre Ehe kaputt, sie weist auch keinerlei berufliche Erfahrung auf. Natürlich ist auch ein Liebesleben nicht existent, denn Alice war – im Gegensatz zu Nicht-mehr-Ehemann Gary – immer treu. Es macht Spaß, dem Verlauf der Geschichte zu folgen, hier und da zu lachen, immer wieder ins Schmunzeln zu kommen. Denn es klappt: Alice wird für deutlich jünger gehalten, findet endlich ihren Traumjob, hat eine blutjunge Freundin und bekommt dann auch noch Josh … doch was, wenn alles ernster wird als gedacht? Weiterlesen

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Christoph Marzi: Mitternacht

Als Nicholas James eines Morgens auf seinem Hausboot wach wird, befindet sich ein ihm fremder Mann in seiner Kajüte. Dabei ist die Tür von innen verschlossen und der Mann dürfte gar nicht hier sein. Dann verschwindet er auch ebenso schnell wie er gekommen ist. Nicholas kümmert sich erstmal nicht weiter um den Zwischenfall. Doch als er dem Fremden erneut begegnet, lässt er nicht locker. Peter Chesterton zeigt ihm schließlich eine völlig neue Welt, in der die Verstorbenen als Geister weiterleben. Doch dies gelingt ihnen nur so lange, wie sich in der Menschenwelt jemand an sie erinnert. Und hier kommt Chesterton ins Spiel: Er trägt die Geschichten der Geister weiter und lässt sie Menschen erinnern, was in der Vergangenheit liegt.

Für mich ist „Mitternacht“ noch mit eins der schlechtesten Marzi-Bücher, um das mal gleich vorneweg zu sagen. Dabei bin ich glühende Verehrerin dieses talentierten Autors. Oftmals sprühen seine Romane vor originellen Ideen gepaart mit einem wiedererkennbaren Schreibstil. Weiterlesen

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