Liane Moriarty: Neun Fremde

Zehn Tage mitten im Sommer in einem abgelegenen Wellness-Resort in Australien. Neun Menschen lassen sich auf dieses vielversprechende Abenteuer ein. Neun Fremde sind es allerdings nicht. Unter den Personen ist auch eine dreiköpfige Familie und ein Ehepaar. Die übrigen Personen kennen einander allerdings tatsächlich nicht. Und erstmal läuft alles ganz anders, als sie es erwartet hätten. Fünf Tage sollen sie zu Beginn des Aufenthalts in ständigem Schweigen verbringen.

Und ihre Taschen werden auch noch auf Schmuggelware in Form von Wein und Schokolade durchsucht. Denn hier herrschen strikte Diätvorschriften. Leiterin Masha hat sogar noch einen weitaus komplexeren Plan für die Neun.

Mich konnte „Neun Fremde“ irgendwie nicht komplett packen. Es gibt das ein oder andere interessante oder spannende Kapitel, aber bis dahin dauert es unheimlich lang. Die erste Hälfte ist in meinen Augen insgesamt sehr langweilig. Alle Personen werden knapp vorgestellt. Manche von ihnen, wie die Autorin Frances, werden dabei etwas mehr bedacht als andere, wie etwa die Alleinreisende Carmel. Weiterlesen

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Ami Polonsky: Und mittendrin ich

Grayson ist 12 Jahre alt und ein unglücklicher Junge. Vor den Gleichaltrigen zieht er sich immer mehr zurück. Aber als Amelia in die Klasse kommt, ändert sich das zunehmend. Die beiden finden einen gemeinsamen Nenner und freunden sich miteinander an. Doch Grayson könnte ihr niemals sein Geheimnis verraten. Denn in Wirklichkeit fühlt er sich wie ein Mädchen. Möchte ein Mädchen sein, Kleider tragen und all die Dinge tun, die Mädchen tun. Und dann ist Grayson ganz mutig und bewirbt sich bei der Schultheater-Aufführung für die weibliche Hauptrolle!

Ami Polonsky bearbeitet in ihrem Jugendroman für Jugendliche ab 12 Jahren ein sensibles Thema. Schon seit der Kindheit ist Grayson gerne ein Mädchen. Er steckt im falschen Körper, das wusste sogar schon seine Mutter, die vor vielen Jahren verstorben ist. Seitdem lebt Grayson bei Onkel, Tante und deren Sohn. Und niemand weiß, wie es in ihm aussieht. Nur heimlich probiert er Kleider an, malt seine Träume und hofft, dass sie eines Tages wahr werden. Die Schulaufführung scheint ein Lichtblick. Was wäre, wenn er wirklich die weibliche Hauptrolle spielen dürfte? Als seine Tante und der Onkel davon erfahren, sind sie sie verunsichert. Grayson wäre damit dem Mobbing seiner Mitschüler ausgesetzt. Weiterlesen

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L.P. Hartley: Ein Sommer in Brandham Hall (1953)

Sommer, 1900: Als sein Schulfreund eine Einladung ausspricht, nimmt Leo sie nur zu gerne an. Ein ganzer Sommer auf dem Anwesen Brandham Hall. Das klingt nach verwinkelten Gängen, zahlreichen Zimmer, Herumwandern in den Ländereien der Familie und ganz viel Spaß. Aufgeregt macht sich Leo auf den Weg. Schon bald lernt er Marian, die Schwester seines Schulfreundes kennen, die in Kürze den Grafen Trimingham heiraten soll. Als Leo plötzlich Nachrichten zwischen ihr und dem benachbarten Bauern Ted überbringen soll, ahnt er in seiner kindlichen Verliebtheit nicht, was um ihn herum passiert. Er verknallt sich immer mehr in Marian und merkt viel zu spät, um was es wirklich geht.

Der Eisele Verlag veröffentlicht mit „Ein Sommer in Brandham Hall“ den englischen Klassiker von Leslie Poles Hartley neu. Er ist zuvor bereits unter den Titeln „The Go-Between“, welcher auch der Titel des englischen Originals ist, und „Der Zoll des Glücks“ erschienen. Die Übersetzung dieser Ausgabe hat Wibke Kuhn vorgenommen. Weiterlesen

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Cheyanne Young: Jeden Tag ein Wort von dir

Rocki ist 17 Jahre alt und es hat ihr den Boden unter den Füßen weggerissen. Ihre Freundin Sasha ist nach längerer Krankheit verstorben und Rocki weiß einfach nicht, wie es ohne sie weitergehen soll. Doch Sasha hat für die Zeit nach ihrem Tod Briefe vorbereitet, die Rocki auf einige Abenteuer schicken sollen. Die Sache hat jedoch einen Haken, denn Rocki soll die Aufgaben nicht allein erledigen. Mit von der Partie ist auch Sashas leiblicher Bruder, den sie vor den Pflegeeltern und ihrer besten Freundin geheim gehalten hat. Nun soll Rocki ihm zeigen, was Sasha im Leben wichtig war und wo sie glücklich war. Wenn das mal gut geht …

Sasha befand sich ab einem sehr frühen Zeitpunkt in ihrem Leben in ihrer wohlbehüteten und finanziell abgesicherten Familie. Die Suche nach ihrer leiblichen Familie unterstützte die Pflegefamilie jedoch nie. Heimlich fand Sasha schließlich ihren älteren, leiblichen Bruder, hielt diese Information aber geheim. Nach ihrem Tod teilt sie sie mit ihre besten Freundin, die dadurch ganz schön vor den Kopf gestoßen ist. Schließlich lässt sie sich auf das Abenteuer mit dem fremden jungen Mann ein und wird immer wieder von Sasha überrascht. Der Roman begleitet die beiden jungen Menschen auf ihren Erlebnistouren und eignet sich für Leserinnen und Leser ab 15 Jahren. Weiterlesen

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Clare Furniss: Morgen ist heute schon vorbei

Hattie hatte sich ihre Sommerferien ganz anders vorgestellt. Sie ist 17 und könnte den ganzen Sommer genießen, doch dann sind vier Schwangerschaftstests, auf die sie heimlich gepinkelt hat, allesamt positiv. Hattie ist schwanger. Von Reuben. Ihren besten Freund. Der weiß von nix und schlägt sich irgendwo in Frankreich mit süßen französischen Mädchen die Nächte um die Ohren. Als sich eine seltsame Großtante in das Leben der Familie schleicht, ergreift Hattie die Chance und nimmt sich eine Auszeit. Mit Gloria bereist sie Orte aus deren Vergangenheit und versucht dabei, sich über ihre eigene Zukunft klar zu werden.

Der Roman beginnt mit witzigen Emails, die Hattie an den verreisten Reuben schreibt. Doch obwohl sie sich noch so viel Mühe gibt, antwortet er nicht oder selten. Und wenn, dann nur sehr knapp, in wenigen aussagelosen Worten. Dabei könnte Hattie einen besten Freund gerade sehr gut gebrauchen, denn auch ihre beste Freundin ist verreist. Die macht sich immerhin Sorgen, als Hattie ihr die Schwangerschaft offenbart und sucht nach Tipps bei Google. Doch Hattie ist und bleibt auf sich allein gestellt. Weiterlesen

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Nicole C. Vosseler: Die Hüterin der verlorenen Dinge

Ivy war zehn Jahre alt, als ihre Mutter Lila spurlos verschwand. Am Morgen war sie noch da und als Ivy aus der Schule kam, war sie nicht mehr auffindbar. Seitdem klammerten sich Ivy und ihr Vater an die Hoffnung, dass Lila eines Tages vielleicht doch noch wiederauftauchen könnte. Doch nach mehr als 13 Jahren möchte Ivys Vater nun endlich nach vorne schauen und mit seiner neuen Partnerin Joy eine Familie gründen. Aus diesen Gründen muss er Lila für tot erklären lassen. In Ivy sträubt sich alles.

Die junge Frau geht einem Hobby der besonderen Art nach. In ihrer Heimatstadt New York sammelt sie verlorene Gegenstände auf. Porzellanfigürchen, liegengelassene Tonträger, Kleidungsstücke. All diese Dinge hortet sie in ihrer Wohnung und schreibt genaustens auf, wann und wo sie sie gefunden hat. Denn sie ist überzeugt, alles, was verloren gegangen ist, findet seinen Platz wieder und hinterlässt eine Spur. Als ihr Vater Ivy die Nachricht seiner neu geplanten Heirat mit Joy eröffnet, nimmt sie endlich allen Mut zusammen und sucht nach Spuren ihrer Mutter. Polizei und Presse waren vor 13 Jahren allerdings sehr gründlich und Ivy sucht nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen. Weiterlesen

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Joanna Cannon: Drei Dinge über Elsie

Florence ist 84 Jahre alt und lebt in einem Altersheim. Als ein neuer Bewohner einzieht, steht ihre Welt auf einmal Kopf, denn dieser Mann sieht haargenau aus wie jemand, der ihres Wissens 1953 in einem Fluss ertrunken ist. Mit ihrer Freundin Elsie berät sie, was zu tun ist. Und dann begeben sich die Frauen auf die Suche nach der Wahrheit. Das führt allerdings dazu, dass sie sich auch mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen müssen. Denn einst passierte etwas Schreckliches, das bis heute nicht ans Licht gekommen ist.

Vielleicht habe ich zu viel von „Drei Dinge über Elsie“ erwartet und wurde deshalb enttäuscht. Alles beginnt erstmal ganz gut. Man lernt Florence kennen, später Elsie. Eine enge Freundschaft verbindet die beiden Frauen, man kann aber auch etwas Seltsames, Unerklärliches spüren. Dann geht bei der Geschichte aber irgendwie was schief. Man liest Kapitel über Kapitel und Kapitel nach Kapitel. Weiterlesen

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Rhiannon Navin: Alles still auf einmal

Zachs Klasse ist in hellem Aufruhr. Die Lehrerin hat sie angewiesen, sich alle leise im Wandschrank zu verstecken. Dort kauern sie nun, als die Schüsse zu hören sind. Peng. Peng. Peng. Immer wieder. Keines der kleinen Kinder traut sich, auch nur einen Laut von sich zu geben. Und dann ist alles vorbei. Niemand von ihnen ist verletzt. Zach findet im Tumult seine Mutter und ist glücklich. Doch das bleibt nicht lange so. Schnell wird klar, dass sein größerer Bruder Andy zu den Opfern des Attentats gehört. Super, denkt sich Zach, dann kann er mich endlich nicht mehr ärgern. Doch was es wirklich heißt, dass Andy tot ist, wird ihm erst nach und nach bewusst.

Rhiannon Navins Roman geht von der ersten Zeile an mitten unter die Haut. Es beginnt mit der Versteck-Situation im Klassenzimmer. Dem ungewissen Bangen, was dort draußen los sein könnte. Man hört im Halbdunkeln nur Geräusche. Geräusche, die nicht sonderlich gut klingen, vor allem aus Sicht eines Erwachsenen nicht. Weiterlesen

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Sharlene Teo: Schöne Monster

Singapur, 2003: Szu ist 16 Jahre alt und eine Außenseiterin in der Schule. Über die Berühmtheit ihrer Mutter, die einst in einem bekannten Horror-Film namens „Ponti“ mitspielte, versucht sie die Aufmerksamkeit ihrer Mitschülerinnen zu erlangen. Doch das klappt nicht wirklich gut. Erst als sie Circe, einem Mädchen aus ihrer Jahrgangsstufe, hilft, entwickelt sich zwischen den Mädchen ein Freundschaftsband, das seltsamer nicht sein könnte.

Sharlene Teos Geschichte entwickelt sich durch drei Figuren auf verschiedenen Zeitebenen. Begleitet wird Amisa, Szus Mutter, in den 1970er und 1980er Jahren, Szu selbst im Jahr 2003 und schließlich ihre Freundin Circe, als diese bereits erwachsen ist, im Jahr 2020. Der Schauplatz der Geschichte bleibt dabei meist gleich und man erlebt Singapur im Wandel der Zeit. Selbst der Sprung von 2003 bis 2020 ist wirklich eindrucksvoll, denn Circe ist erfolgreich, frisch geschieden und geht ihren Weg, undenkbar beispielsweise für Amisa im Jahr 1975. Weiterlesen

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Krystal Sutherland: Es muss ja nicht perfekt sein

Esthers Familie ist verflucht. Und das liegt alles nur an Erlebnissen, die ihr Großvater einst im Vietnamkrieg hatte. Dort traf er den Tod höchstpersönlich und wurde mit einem Fluch belegt. Seitdem stirbt ein jeder aus der Solar-Familie an seiner größten Angst. Esthers Zwillingsbruder Eugene fürchtet sich vor der Dunkelheit, der Vater verlässt wegen Agoraphobie den Keller nicht mehr und die Mutter ist abergläubig. Ein Onkel starb an seiner Angst vor Keimen und auch für Esther sieht es nicht gut aus. Sie kennt ihre größte Angst noch nicht, hat aber deshalb Angst vor allem Möglichen. Sie führt eine Liste, auf der sie all diese Dinge notiert. Als diese Liste in die Hände ihres ehemaligen Klassenkameraden Jonah gerät, ändert sich alles. Jonah möchte Esther helfen, sich ihren Ängsten zu stellen. Jeden Sonntag möchte er sich mit ihr treffen und eine der 50 auf dem Zettel notierten Ängste aufarbeiten. Esther ist wenig begeistert, willigt dann aber doch ein.

„Es muss ja nicht perfekt sein“ ist ein ganz besonderer Jugendroman. Auch wenn das auf den ersten Blick nicht gerade deutlich wird. Denn es beginnt alles etwas holprig. Man lernt eine Familie kennen, die mehr als sonderbar ist. Alles wird aus Esthers Perspektive beschrieben. Sie ist eine Außenseiterin und hat nur eine wirkliche Freundin, Hephzibah, die an selektivem Mutismus leidet und mit niemandem spricht. Viele Jahre dachte Esther sogar, dass Hephzibah nur eine einbildete, nicht real existierende Freundin sei. Weiterlesen

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