Jill Myles: Queen of Blood 01: Die Bestimmung

Seri ist nur ein einfaches Bauernmädchen vom Stamm der Vidari. Schon 100 Jahre unterdrücken die herrschenden Athoniten ihr Volk und es regt sich langsam so etwas wie organisierter Widerstand unter den Vidari. Seri ist wenig begeistert, als sie herausfindet, dass ausgerechnet ihr Liebster Rilen zu den Widerständlern zählt, denn das ist mehr als gefährlich. Dann kommt der Blutprinz Graeme ins Land, um den Platz auf seinem Thron einzunehmen und ein weiteres Mal nach einer Ehefrau fürs Leben zu suchen, seiner so genannten Eterna. Als Seri in diesem Zusammenhang die Möglichkeit erhält, als Dienerin einer der adeligen Frauen viel Geld zu verdienen, nimmt sie Chance an. Und es passiert Unsagbares: Seri wird von der Gottheit der Athoniten zu Graemes Eterna auserkoren und soll ihn heiraten! Dabei ist sie doch schon in Rilen verliebt und plant ganz gewiss nicht, am Hof der Athoniten zu leben.

Über die Blutprinzen findet Seri später noch weitere schockierende Details heraus. Ihr Leben erinnert an das von Vampiren, ohne dass sie im Roman selbst auch nur einmal so genannt werden. Jessica Clare, bekannt durch diverse erotisch angehauchte Fantasy- und Nicht-Fantasy-Romane, schreibt hier unter dem Pseudonym Jill Myles eine Vampirgeschichte im weitesten Sinne, Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Evelyn Skye: The Crown’s Game

Russland, 1825: Die 16-jährige Vika trainiert mit ihrem Vater seit vielen Jahren, um einmal die Zauberin des Zaren zu werden. Der Zar beschäftigt stets einen Zauberer, der ihm in der Kriegsführung hilft. In manchen Generationen werden allerdings zwei Zauberer geboren und Vika muss feststellen, dass der etwa gleichaltrige Nikolai auch Anspruch auf den Platz erhebt. Es kommt zu einem Wettkampf in fünf Runden, dem Spiel um die Krone, bei dem es nur einen Sieger geben. Der andere Zauberer muss sterben. Als Vika auch noch beginnt, etwas für Nikolai zu empfinden, scheint die Lage aussichtslos.

Evelyn Skye hat russische Literatur und Geschichte studiert. Das spürt man auch in ihrem Roman. Sie legt die Handlung ins Russland des beginnenden 19. Jahrhunderts. Von den Menschen weiß aber kaum jemand, dass Zauberei überhaupt existiert. Sieht jemand einen Zauber, versucht er ihn ganz banal zu erklären. Deshalb lebte Vika bisher eher im Verborgenen auf einer russischen Insel. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Winnie M Li: Nein

Als die 29-jährige Vivian, Amerikanerin chinesischer Eltern, und der 15-jährige Johnny aufeinandertreffen, verändert sich das Leben beider für immer. Denn für Johnny hat das Wort Nein keine Bedeutung und er vergewaltigt Vivian in einem beliebten Ausflugspark in der Nähe von Belfast. Danach geht er seiner Wege, sie wollte es schließlich auch und hat versprochen, niemandem etwas zu sagen. Dass er nur wenige Stunden später von der Polizei gesucht wird, war so nicht geplant. Er flüchtet zu einem Freund. Vivian muss unterdessen Fragen über Fragen beantworten, immer wieder das Geschehene schildern und beschämende Untersuchungen über sich ergehen lassen.

Winnie M Li schreibt in „Nein“ unter anderem eigene Erfahrungen nieder. Sie selbst war vor vielen Jahren auch Opfer einer Vergewaltigung und auch sonst ist ihr ihre Hauptfigur Vivian nicht unähnlich. Sie selbst stammt aus Taiwan, ist Amerikanerin und liebt – wie Vivian – das Reisen. Ein spannendes Interview mit der Autorin gibt es auf Jetzt.de zu lesen. Der Roman „Nein“ entstand auch aus der Motivation heraus, die Gedanken eines Täters näher zu beleuchten. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Brigid Kemmerer: Worte, die leuchten wie Sterne

Rev war schon immer anders als die anderen Jugendlichen. Von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht, fand er nach den dramatischen Ereignissen bei seinem Vater kaum zur Ruhe. Erst in den letzten Jahren scheint er etwas Glück zu haben. Er hat eine Pflegefamilie gefunden, die ihn sogar adoptieren möchte! Rev ist hin- und hergerissen. Als er dann auch noch eine Email seines leiblichen Vaters erhält, mit dem er seit mehr als 10 Jahren keinen Kontakt hatte, ist das Gefühlschaos perfekt.

Emma würde sich selbst als Gamer bezeichnen und doch ist sie mehr. Sie hat sogar schon ein Computerspiel programmiert. Echte Freunde hat sie wenige und auch von ihrer Mutter erhält sie keine Unterstützung. Sie hält Emmas Hobby und Berufswunsch als Programmiererin für ein Hirngespinst und brotlose Kunst, denn auch der Vater hat mit dem gleichen Beruf wenig Vorzeigbares hervorgebracht. Doch Emma glaubt an ihre Träume. Als dann ein Troll im Internet auftaucht, sie beschimpft und bedroht, kommt Mitspieler Ethan gerade recht. Er hilft ihr, gegen den aufdringlichen Typen vorzugehen. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Eva Siegmund: H.O.M.E. – Das Erwachen

Zoë ist 17 Jahre alt und die begabte Schülerin einer Eliteakademie, die junge Menschen auf einen Einsatz im Ungewissen vorbereitet. Sie ist sogar die Kommandantin ihrer Gruppe und liebt niemanden mehr als ihren Leutnant Jonah. Dann allerdings wird Zoë plötzlich im Krankenhaus wach. Das Erstaunen der Menschen um sie herum ist groß, denn Zoë habe 12 Jahre lang im Koma gelegen und sei nun zurück im Leben. Zoë ist verwirrt und weiß nicht recht, was sie glauben soll. Hat sie sich die H.O.M.E.-Akademie wirklich nur eingebildet? Schon bald stehen Menschen vor ihrem Bett, die sich als Vater, Mutter und Bruder entpuppen. Nur vage kann sich Zoë an den jungen Mann erinnern, die anderen Personen scheinen völlig fremd. Was wird hier gespielt? Je mehr Zoë wieder am Leben der anderen teilnimmt, desto größer werden ihre Fragen.

Schnell muss Zoë feststellen, dass sich das Leben in Deutschland, genauer Berlin, sehr verändert hat. Etwa zu dem Zeitpunkt als Zoë ins Koma fiel, wurde das Wasser knapp. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Melissa Albert: Hazel Wood: Wo alles beginnt

Alice ist 17 Jahre alt, als sie und ihre Mutter die Nachricht erhalten, dass ihre Großmutter Althea Proserpine, eine bekannte Märchenerzählerin, gestorben ist. Dabei hat Alice sie niemals kennengelernt! Mit ihrer Mutter zieht sie seit vielen Jahren von einem Ort in den USA an den anderen. Nirgendwo bleiben sie viel länger als ein halbes Jahr. Und doch folgt ihnen stets das Unglück, seltsame Dinge geschehen und Alice wird misstrauisch. Als ihre Mutter dann gänzlich verschwindet, muss Alice handeln. Sie nimmt sich ihren Mitschüler Finch zur Seite, der ein großer Verehrer Altheas ist, und bricht zu ihren Wurzeln auf: Sie will Hazel Wood, das Anwesen, auf dem ihre Großmutter lebte, suchen.

Melissa Albert hat einen magischen Roman über Märchen geschrieben, der eine in sich geschlossene Geschichte anbietet. Das Ende gibt Raum für Fortsetzungen, diese sind aber nicht nötig und aktuell auch nicht geplant. Man taucht ein in das Amerika der Gegenwart und lernt einen älteren Teenager kennen, der wurzellos durchs Land zieht. Alice folgt ihrer Mutter und hat außer ihr eigentlich kaum Vertraute. In einer Schulklasse war sie nie lang genug, um ernsthaft Freunde zu finden. Zudem kämpft sie mit ihrer eigenen Wut und inneren Zerrissenheit. Ihre Mutter ist eine wichtige Stütze und hilft ihr bei Wutausbrüchen und Unsicherheiten. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Alma Katsu: The Hunger – Die letzte Reise

Springfield, Illinois im Jahr 1846: Die „Donner Party“ eine Gruppe von Familien mit Kindern, die von dem Donner-Clan angeführt wird, macht sich auf den Weg nach Kalifornien. Alle sind sich im Klaren, dass die Reise keine leichte sein wird. Doch so beschwerlich, wie sie sich dann herausstellt, hat sie sich niemand vorgestellt. Schon bald wird ein Junge des Trecks unweit des Lagers tot aufgefunden. Er ist seltsam verstümmelt, die Wunden sind aber keinem Tier, das die Anwesenden kennen, zuzuordnen. Schon bald werden Männer entsandt, die das Monster stellen sollen. Unterdessen bewegt sich die Menschengruppe immer weiter auf einen Gebirgspass zu, der als besonders gefährlich gilt.

Alman Katsus Roman, der eine Mischung aus historischer Geschichte und Thriller bietet, ist von der ersten Seite an sehr atmosphärisch dicht geschrieben. Die Donner Party hat es wirklich gegeben. Sie wanderte die im Roman beschriebene Strecke nach Westen mit 87 Personen, 34 von ihnen überlebten die Reise nicht, da die Gruppe in den Bergen vom Winter überrascht wurde. Es ist überliefert, dass es zu kannibalistischen Handlungen kam. Ein Monster findet sich in den Aufzeichnungen der Siedler nicht – aber wer sagt, dass es dieses nicht doch gegeben hat? Auf dieser Frage baut Alma Katsu ihre Geschichte auf. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Kelly Rimmer: Was das Herz nie vergisst

Mit 38 Jahren ist Sabina das erste Mal schwanger. Sie und ihr Mann Ted schäumen über vor Freude und natürlich möchte Sabine die Neuigkeit auch gleich mit ihren Eltern teilen. Doch Graeme und Megan reagieren schockiert und abweisend. Was ist mit ihren sonst so liebevollen Eltern los und warum blocken sie bei diesem Thema so ab? Freuen sie sich denn nicht, Großeltern zu werden? Eigentlich sollte sich immerhin Sabina freuen, doch das seltsame Verhalten trübt jedes Gefühl in ihr. Dann rückt die Mutter endlich mit der Sprache raus: Sabina wurde bei ihrer Geburt adoptiert! Sie war Teil der in Australien in den 1960ern bis 1980ern systematisch durchgeführten erzwungenen Adoptionen, in denen minderjährige Mädchen ihrer Kinder beraubt wurden. Sabina begibt sich tapfer auf die Suche nach ihren Wurzeln.

„Was das Herz nie vergisst“ ist nette Lektüre – nicht mehr, nicht weniger. Das liegt vielleicht daran, dass ich noch nie so viele kursiv geschriebene Worte in einem einzigen Roman entdeckt habe. Alles scheint hier wichtig, betonenswert und irgendwie schräggestellt. Mit der Zeit geht einem das ganz schön auf die Nerven. Was allerdings viel schlimmer wiegt, ist die Leichtigkeit, mit der im Roman alles passiert. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Robin Benway: Wir drei verzweigt

Grace ist 16 Jahre alt und eigentlich sollte sie beim Homecoming-Ball mit ihrem Freund Max strahlen. Stattdessen verbringt sie ihre Zeit in einem Kreißsaal, während Max den Abend genießt. Denn Grace ist schwanger und bringt ihre Tochter nur mit Hilfe ihrer Eltern zur Welt. Nur wenig Minuten danach gibt sie das Mädchen zur Adoption frei. War das die richtige Entscheidung? Grace besinnt sich auf ihre eigene Vergangenheit, denn sie wurde selbst nach der Geburt adoptiert. Nun erfährt sie, dass sie mit Maya (15) und Joaquin (17) zwei Geschwister hat, die sie nicht kennt. Grace ist neugierig und nimmt vorsichtig Kontakt auf. Aber auch die Frage nach ihrer leiblichen Mutter brennt ihr auf der Seele.

„Wir drei verzweigt“ entwickelt sich zu einem fantastischen Roman mit sehr ernstem, aber gut umgesetztem Thema. Aus der Sicht der drei sehr unterschiedlichen Jugendlichen wird die Geschichte beschrieben. Maya wurde ebenfalls nach der Geburt adoptiert, nur wenige Monate nach ihrer Aufnahme bekam die Familie dann allerdings doch noch eine leibliche Tochter. Mit ihrer Adoptivschwester Lauren muss Maya seitdem das Leben bestreiten. Ihre Adoptivmutter ist zudem alkoholabhängig, was das Leben nicht gerade leichter macht. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten:

Neal Shusterman: Kompass ohne Norden

Caden ist eigentlich ein ganz normaler 15-jähriger Junge. Aber es gibt diese Momente in seinem Leben, da ist er Teil einer Schiffbesatzung auf einem Schiff mit besonderem Ziel. Die tiefste Stelle des Meeres im Marianengraben wollen sie messen und Caden, der wenig Ahnung von Navigation hat, soll sie führen. Dann wieder ist Caden ein ganz normaler Schüler und glaubt, ein Mitschüler wolle ihn umbringen. Und immer wieder das Schiff, das Schiff, der einäugige Kapitän, sein einäugiger Papagei. Als sowohl der Kapitän als auch der Papagei von ihm verlangen, den jeweils anderen zu töten, überschlagen sich plötzlich die Ereignisse und Caden muss erkennen, was seine Mitmenschen von der ganzen Sache halten: Schizophrenie lautet die Diagnose.

Auf Neal Shustermans Roman muss man sich sehr einlassen. Man wird in das Geschehen geworfen und weiß nicht recht, wo oben und unten sind. Die Zeit auf dem Schiff verläuft seitwärts wie eine Krabbe, die Mannschaft ist äußerst sonderbar und das Schiff scheint geradezu riesig. Und dann wieder ist Caden ein normaler Junge mit einer Schwester und Eltern, kein Schiff weit und breit. Weiterlesen

Teilen Sie den Beitrag mit Ihren Freunden und Kontakten: