Gerhild Stoltenberg: Überall bist du

Tom hat Martha verlassen und diese versinkt in ein tiefes Loch. Alles in ihrer Heimatstadt erinnert sie an ihren Liebsten, an die Beziehung, die gemeinsam verbrachten Stunden und Ausflüge. Deshalb muss sie einen Schnitt machen: Sie flieht ins ferne Belgrad. Von hier aus beginnt sie Geschichte zu erzählen und in dieser spielen drei Kinder im Alter von ein bis fünf Jahren eine wichtige Rolle. Es sind allerdings nicht Marthas eigene Kinder, sondern die Kinder einer Mutter, bei der sie schließlich babysittet. Oskar, Nippon und Beppi können Martha allerdings nur am Rande von ihrem Liebeskummer ablenken, sie muss immer wieder an Tom denken.

Dass Tom eigentlich gar nicht Tom heißt, erfährt man etwa zur Mitte des Romans. Für Martha wäre es zu schmerzhaft, ständig seinen wahren Namen zu denken und zu schreiben, deswegen hat sie im kurzerhand einen anderen verpasst. Weiterlesen

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Ella Simon: Das Leuchten einer Sommernacht

Lynne arbeitet bei einer Agentur, die schwer kranken Kindern ihre (meist letzten) Wünsche erfüllt. In ihrem Job hat sie deshalb schon einiges gesehen und ist hart im Nehmen. Auf den Anblick ihrer Jugendliebe hat sie allerdings niemand vorbereitet. Vor zwölf Jahren floh sie Hals über Kopf mit Reed, den sie bereits seit Kindertagen kannte, nach London. Er konnte nicht mehr im kleinen Heimatstädtchen bleiben und für die damals 15 Jahre alte Lynne stand fest, dass er auf keinen Fall alleine gehen würde. Doch dann ging viel schief und die beiden verloren sich aus den Augen. Eigentlich müsste Reed in Australien Rugby spielen, doch nun steht er vor der perplexen Lynne in Cardiff und bringt sie völlig aus dem Konzept.

Dieser Roman ist toll, einfach wunderschön. Man kann es nur so sagen. Eine romantische Kömodie, die zwar in vielen Teilen vorhersehbar ist, aber durch ihre überaus sympathischen Figuren so viel Farbe gewinnt, Weiterlesen

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Anika Beer: Kieselsommer

Die 15-jährigen Freundinnen Tilda und Ella können es kaum glauben: Es sind Sommerferien und sie machen zwei Wochen allein Urlaub in einer kleinen Hütte im Spreewald. Ella hofft auf das Schicksal und die große Liebe. Bereits am ersten Abend wünscht sie sich sehnlich, endlich einen Freund, den Freund überhaupt, die wahre Liebe zu finden. Tilda belächelt den Versuch ihrer sonst zurückhaltenden Freundin und staunt nicht schlecht, als am nächsten Tag tatsächlich ein junger Mann namens Mats vor der Tür der beiden steht. Zwischen Ella und Mats scheint es Liebe auf den ersten Blick zu sein. Doch was wird nun aus dem gemeinsamen Urlaub? Tilda fasst einen Entschluss … Weiterlesen

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Su Turhan: Kommissar Pascha 01: Ein Fall für Zeki Demirbilek

An dem Münchner Eisbach wird ein toter Mann gefunden, in dessen Rücken mit Reißzwecken ein Schriftzug gesteckt wurde. Schnell wird klar, dass der Mann kein Deutscher war. Zeki Demirbilek, Münchner mit türkischen Wurzeln, leitet erst seit Kurzem das Sonderdezernat für Fälle mit Migranten, kurz Dezernat Migra. Eigentlich hat er noch nicht einmal Mitarbeiter, aber wohl schon einen ersten Mordfall! Während sein Team langsam an Stärke gewinnt, tauchen weitere Leichen auf, die alle in einem Zusammenhang zu stehen scheinen. Wie ist die junge Gül, Erbin eines Dönerimperiums, damit in Verbindung zu bringen?

Bei dem vorliegenden Band handelt es sich um einen bereits 2013 erschienenen Fall von Kommissar Demirbilek, der anlässlich des Erscheinungsdatums des nunmehr fünften Bandes neu aufgelegt wurde. Weiterlesen

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A. Meredith Walters: Für uns macht das Universum Überstunden

Ellie McCallum wird von Pflegefamilie zu Pflegefamilie gereicht in ihrer Jugend. Mit Anfang zwanzig kann sie kaum auf Erfolge zurückblicken, wenn man da nicht gerade den abgeschlossenen Aufenthalt im Jugendgefängnis dazuzählen möchte. Gerade fasst sie wieder Fuß in der Gesellschaft, als ihr Flynn Hendricks über den Weg läuft. Seit Jahren hat sie den jungen Mann nicht mehr gesehen. In der Schule wurde er von ihr und ihren Freunden wegen seines Asperger-Syndroms gehänselt. Ellie ist sich dieser Schuld bewusst, auch wenn sie selbst immer wieder zaghaft versucht hatte, sich mit ihm anzufreunden. Und jetzt läuft sie ihm ständig über den Weg, dabei hat sie auch so schon genügend Probleme! Weiß Flynn, dass sie einst sein Leben zerstört hat? Weiterlesen

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David Levithan: Was andere Menschen Liebe nennen

Stephen ist 16 Jahre alt, hat keine Freunde, war noch nie in der Schule oder hat mit Gleichaltrigen gespielt. Seit einiger Zeit hat er sogar nicht mal mehr mit einem Menschen geredet – denn seine Mutter ist gestorben. Warum das alles so ist? Stephen ist für andere Menschen unsichtbar. Nur seine Mutter und seinen Vater wissen, dass es ihn gibt, doch sein Vater hat die Familie vor langer Zeit verlassen und nach dem Tod der Mutter ist Stephen auf sich gestellt. Nur wenn er sich stark konzentriert, kann er Dinge wie Türklinken benutzen oder Gegenstände berühren. Denn so geisterhaft Stephens Existenz zu sein scheint, hat er doch menschliche Bedürfnisse, muss essen und möchte an die frische Luft. Als er im Hausflur schließlich die neue Mitbewohnerin Elizabeth trifft, kann er seinen Ohren kaum trauen: Elizabeth spricht ihn direkt an und scheint ihn sehen zu können! Der erste Mensch seit 16 Jahren! Kann das möglich sein? Weiterlesen

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Sara Pennypacker: Mein Freund Pax

Es herrscht Krieg und Peters Vater muss als Soldat an die Front. Peter soll deswegen zu seinem Großvater in ein weit entferntes Dörfchen ziehen. Doch zu dem alten Mann kann er seinen besten Freund Pax nicht mitnehmen. Pax ist nicht etwa ein Schulkamerad, sondern ein zahmer Fuchs, den Peter vor Jahren vor dem sicheren Tod gerettet hat. Sein Vater zwingt ihn schließlich, Pax vor seinem Umzug in einem Waldstück auszusetzen. Auch in der neuen Umgebung kann Peter den Fuchs nicht vergessen. Er beschließt, auszureißen und die weite Strecke zu Fuß zurückzulegen, um wieder mit Pax vereint zu sein.

Sara Pennypacker hat bereits mit „Der Sommer der Eulenfalter“ ein einfühlsames Jugendbuch geschrieben, das sich ebenfalls einem ungewöhnlichen Thema zuwandte. Weiterlesen

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Hilary Freeman: Mein schönes falsches Leben

Als die 17-jährige Ella eines Morgens die Augen aufschlägt, ist sie eine andere. Und irgendwie doch nicht. Sie ist noch Ella, aber anders. Sie trägt eine andere Frisur, ihr Zimmer ist anders dekoriert, sie hat andere Freundinnen, ihre Eltern sind nicht geschieden und in der Schule belegt sie völlig andere Kurse als sonst. Was ist passiert? Ella beginnt nach Ursachen zu forschen, während sie sich Stück für Stück in dem fremden Leben zurechtfinden muss. Hat das alles etwas mit dem Autounfall zu tun, der ein paar Wochen zurückliegt? Oder mit der seltsamen alten Frau, die ihr ständig begegnet, die aber niemand außer ihr zu sehen scheint?

Die Idee von Hilary Freeman ist nicht schlecht, aber man hätte mehr aus ihr machen können. Viel zu lange hält sie sich mit Ellas neuem Leben auf, bis sie auf den Kernpunkt – im Wesentlichen eine Theorie über Parallelwelten, die aus Wendepunkten im Leben resultieren – kommt. Weiterlesen

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T. A. Wegberg: Meine Mutter, sein Exmann und ich

Joschka ist 15, hat eine Zwillingsschwester namens Liska und zwei Väter. Naja, eigentlich hatte er eine Mutter und einen Vater, bis sich seine Mutter in Frederik umbenennen lassen wollte und sich zum Mann umoperieren ließ. Transgender. Joschka kann damit nichts anfangen und plötzlich will seine Mutter auch nicht mehr, dass er sie „Mama“ nennt. Vor seinen Freunden schirmt er seine Mutter panisch ab, damit diese nicht von der Sache Wind bekommen. Denn in seinem Leben ist auch so schon genug los: Er freundet sich mit dem seltsamen Neuling Sebastian an und kommt endlich seiner großen Liebe Emma näher.

Wegbergs Roman ist lustig und ernst zugleich. Er findet einen perfekten Mittelweg zwischen witzigen Szenen aus Joschkas Familienleben und einer ernsten Annäherung an das Thema Transgender. Weiterlesen

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Simon Packham: Stumme Helden lügen nicht

In nur einer Nacht verändert sich das Leben des 15-jährigen Chris schlagartig. Sein bester Freund Declan kommt bei einem Autounfall ums Leben und nichts ist mehr wie zuvor. Plötzlich bringt Chris keinen einzigen Ton mehr über die Lippen. Er ist verstummt im Angesicht dessen, was er getan hat. Seine Lehrer, Eltern und Mitschüler reagieren mit einer Mischung aus Gelassenheit, Belustigung und Bestürzung. Nur das Mädchen Ariel glaubt, dass mehr hinter Chris‘ Stille steckt und versucht, an ihn heranzukommen.

Simon Packhams Roman ist kurz und knapp gehalten. Man lernt Chris am Tag nach dem Unfall kennen und begleitet ihn in den darauffolgenden Wochen. Die Geschichte wird komplett aus seiner Sicht beschrieben, weshalb man als Leser meist weiß, was in ihm vorgeht. Sein Geheimnis, das dann gar nicht so wild ist, wie es aufgebauscht wird, erfährt man trotzdem erst kurz vor Ende des Romans. Weiterlesen

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