Colleen Hoover & Tarryn Fisher: Never Never

Eines Morgens sitzt Charlie in der Schule und weiß nicht einmal mehr ihren eigenen Namen. Sie kann sich an nichts erinnern, nicht wo sie wohnt, wer zur ihrer Familie gehört und von dem Typen, der neben ihr sitzt und ihr Freund sein soll, weiß sie auch nichts. Silas ist der Typ neben ihr und ihm geht es genauso! Wer ist er und wer ist Charlie? Die beiden müssen sich gemeinsam auf eine Schatzsuche nach ihren eigenen Erinnerungen begeben und schnell wird klar, dass dies nicht einfach ist. Ihre Familien sind verfeindet seit einem Vorfall, Charlies Vater sitzt sogar im Gefängnis. Der Kontakt zwischen Charlie und Silas wird von keiner der Familien gern gesehen. Und dann finden die beiden auch noch heraus, dass sie einander betrogen haben. War das wirklich die ganz große Liebe zwischen ihnen?

Colleen Hoover steht für herzzerreißende, gefühlvolle Schmachtgeschichten mit gelegentlichem Sex und ganz vielen Irrungen und Wirrungen. Tarryn Fisher schreibt Thriller für Frauen. Wie passen diese beiden Autorinnen also zusammen und was kommt hinten raus? Auf jeden Fall kein Hoover-typischer Roman. Fans werden da eher enttäuscht sein. „Never Never“ kratzt bestenfalls an der Oberfläche und liefert einen unglaubwürdigen Ablauf der Geschichte, am Ende wird es sogar ganz abstrus und durcheinander. Irgendwie ist dieser Roman nicht gelungen. Weiterlesen

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Stefanie Höfler: Der große schwarze Vogel

Es ist ein strahlender Oktobertag, als die Mutter des 14-jährigen Bens überraschend tot im Bett aufgefunden wird. Ben beschreibt einige Tage danach, was mit der restlichen Familie – ihm, seinem kleinen Bruder, der liebevoll Krümel genannt wird, dem Vater und der Tante – passiert. Wie ist es, wenn plötzlich die Mutter nicht mehr da ist? Ben muss viel über seine Mutter nachdenken, macht sich aber auch Gedanken, wie es weitergehen soll, wie die Zukunft aussieht ohne sie.

Stefanie Höfler hat einen ruhigen Roman über Trauer geschrieben, der nicht nur etwas ist für junge Leser und Leserinnen ab 13 Jahren, sondern auch Eltern und Erwachsene generell ansprechen sollte. Es sind die leisen Töne, die hier die Musik machen. Ja, man könnte fast sagen, die Autorin schafft es, Bens Sprachlosigkeit in Worten einzufangen. Die Geschichte setzt sehr dramatisch im Moment der versuchten Wiederbelebung von Bens Mutter durch die Sanitäter ein. Ben ist im Nebenraum und hört nur, was passiert. Die Bilder dazu sind aber unweigerlich in seinem Kopf. Die Wohnung ist klein, man kann sich der Situation nicht entziehen. Auch nicht, als die Sanitäter aufgeben und seine Mutter für tot erklärt wird. Als Leser oder Leserin ist man gleich mittendrin statt nur dabei und kann sich – wie Ben – nicht aus dem Staub machen. Weiterlesen

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Kathleen Glasgow: Mädchen in Scherben

Charlotte ist 17 Jahre alt und zurzeit in der geschlossenen Abteilung der Psychiatrie untergebracht. Bis vor wenigen Tagen lebte sie auf der Straße, verletzte sich regelmäßig selbst, nahm Drogen. Jetzt hat sie ein Dach über dem Kopf, schweigt aber den ganzen Tag beharrlich. Sie ist hier sicher, sicher vor ihm. Das glaubt Charlotte und sie würde alles dafür tun, um hierzubleiben. Sie will nie wieder nach da draußen, bei ihn und all die Gefahren, die zusätzlich lauern.

Kathleen Glasgows „Mädchen in Scherben“ ist von der ersten Zeile an harte Kost. Noch dazu ist der Start in die Geschichte mehr als befremdlich. Man lernt Charlotte wenige Tage nach ihrer Aufnahme in die Psychiatrie kennen. Sie spricht nicht und auch ihre Gedanken, an denen man als Leser oder Leserin natürlich Anteil hat, sind alles andere als geordnet. Man erfährt dennoch schnell, dass sie einen Selbstmordversuch hinter sich hat und sich oft gefährlich tief geritzt hat. Die Mädchen, mit denen sie nun zusammenlebt, haben ähnliche Schicksale hinter sich und die Stimmung auf der Station kann nur als bedrückend beschrieben werden. Weiterlesen

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Sarah Crossan: Nicu & Jess

Der Teenager Nicu lebt erst seit wenigen Wochen in Großbritannien, aus Rumänien ist er mit einem Teil seiner Familie hergezogen, um schnell Geld zu verdienen. Von dem Geld soll eine Braut für Nicu in seiner Heimat gekauft werden. Dabei hat niemand Nicu gefragt, ob er eine haben will! Nicu würde viel lieber hierbleiben, in der Schule lernen und einen guten Job haben. Doch dann lässt er in einem Laden einen Schokoriegel mitgehen und wird zu Sozialstunden verdonnert.

Jess und ihre Clique sind cool. Ladendiebstähle sind ihr täglich Brot. Doch diesmal wird Jess erwischt, zum wiederholten Mal. Ihre Mutter und der Stiefvater sind von den Sozialstunden sofort begeistert, Jess eher weniger. Sie und Nicu treffen bei dem Kurs, der Jugendlichen helfen soll, wieder auf die richtige Bahn zu finden, aufeinander – und es ist, als prallten Welten aufeinander.

Sarah Crossans Bücher sind etwas Besonderes und es sei jeder Leserin, jedem Leser ans Herz gelegt, zumindest eine kleine Leseprobe zu konsultieren, bevor man sich für den Kauf entscheidet. Weiterlesen

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Maile Meloy: Bewahren Sie Ruhe

Eine Kreuzfahrt über die Weihnachtsferien, eine super Idee nach dem anstrengenden Jahr, das hinter ihnen liegt. Die Cousinen Liv und Nora gehen begeistert mit ihren Ehemännern Benjamin und Raymond an Bord. Mit dabei sind auch ihre Kinder, June (5), Marcus (11), Sebastian (8) und Penny (11). An Bord sind sie mit Abstand die jüngsten Reiseteilnehmer, genießen die Fahrt aber dennoch. Als die Mütter mit den Kindern in Argentinien einen Ausflug an Land machen, kommt es allerdings zur Katastrophe. Die Kinder sind wie vom Erdboden verschluckt und wenig später wird eine Leiche ausgegraben. Liv, Nora, Benjamin und Raymond sind in höchster Alarmbereitschaft und schieben sich gegenseitig die Schuld zu.

Bei Maile Meloys Roman muss man erstmal sortieren, wer wer ist und wie alt diese Menschen sind. Damit habe ich einen Großteil der ersten Kapitel verbracht. Dann wird die Geschichte (erstmal) gut. Weiterlesen

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Cath Crowley: Das tiefe Blau der Worte

Drei Jahre ist es her, seitdem Rachel ihrer australischen Heimatstadt den Rücken zukehrte, um bei ihrer Großmutter in einem Küstenstädtchen zu wohnen. Drei Jahre, seitdem sie ihrem besten Freund Henry in einem Brief ihre Liebe gestand. Drei Jahre, in denen er das mit keinem Wort erwähnt hat. Nun ist Rachel zurück, der Schulabschluss liegt hinter den jungen Menschen, aber Rachels letztes Jahr war von schlechten Nachrichten gekennzeichnet. Ihr Bruder Cal, nur wenig jünger als sie, ertrank im Meer und Rachel zog sich in ihre Trauer zurück und schaffte deshalb den Schulabschluss nicht. Muss sie nun wirklich jeden Tag an Henrys Seite im Buchladen arbeiten, jeden Tag erinnert werden, dass er die hübsche Amy liebt und nicht sie?

Cath Crowleys Roman braucht ein paar Kapitel Anlaufzeit, dann wird er aber richtig gut. Es ist ein Buch für junge Leser und Leserinnen, all jene, die gute Literatur zu schätzen wissen, die Tiefe zwischen den Zeilen suchen. Weiterlesen

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Estelle Laure: Während ich vom Leben träumte

Das Leben der 17-jährigen Eden verändert sich von einem auf den anderen Moment schlagartig. Nur ein falscher Tritt und sie rutscht auf einem Stein am See aus und schlägt sich den Kopf hart an. Koma. Wäre ihre Freundin Lucille nicht bei ihr gewesen, vielleicht sogar Tod. Doch Eden kämpft sich ins Leben zurück und hat kurz vor ihrem Aufwachen einen seltsamen Traum von einem ihr fremden Mädchen. Nach einigen Tagen auf der Koma-Station im Krankenhaus merkt sie, dass das fremde Mädchen im Zimmer neben ihr im Koma liegt. Eden lernt auch ihren besten Freund Joe kennen und verliebt sich ausgerechnet in diesen Jungen. Zu Jasmine, dem Mädchen im Nebenzimmer, scheint sie auf jeden Fall eine besondere Beziehung zu haben. Gelingt es Eden vielleicht sogar, das Mädchen aus seinem Koma zu wecken?

Moment mal. Eden, Lucille? Vielleicht springen sogar Digby und Wren irgendwo rum? Ja, aufmerksame Leser und Leserinnen haben vielleicht die lockere Verbindung gemerkt, die es hier gibt. Weiterlesen

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David M. Barnett: Miss Gladys und ihr Astronaut

Gladys ist um die 70 Jahre alt und manchmal etwas vergesslich, zugegeben, vielleicht sogar schon sehr vergesslich. Ihr Sohn befindet sich zurzeit im Gefängnis, deswegen muss die alte Frau sich um ihre beiden Enkel, die 15-jährige Teenagerin Ellie und den 10-jährigen James kümmern. Dass eigentlich Ellie den Haushalt schmeißt und sogar schwarzarbeiten geht, um die kleine Familie über Wasser zu halten, darf niemand wissen. Deswegen hält Ellie in der Schule Abstand. Doch James wird von seinen Klassenkameraden gemobbt und seine Eltern sollen zum Gespräch in die Schule kommen. Wie löst man dieses Problem?

Astronaut Thomas Major hat ganz andere Probleme. Er sitzt im Raumschiff auf einer Marsmission, ihm ist langweilig und er möchte mit seiner Exfrau telefonieren, die er umständehalber leider niemals mehr echt und in Farbe sehen wird. Denn die Marsmission ist eine Mission ohne Rückticket. Weiterlesen

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Elizabeth H. Winthrop: Mercy Seat

Louisiana, 1943: Der junge Schwarze Willie ist angeklagt, weil er ein weißes Mädchen vergewaltigt haben soll. Diese hat sich in der darauffolgenden Nacht umgebracht mit dem Revolver ihres Vaters. Nun steht Willies Strafe fest: Er soll auf dem elektrischen Stuhl, einer Neuheit im Strafsystem, sterben. In dem kleinen Örtchen sind die Meinungen über die Strafe geteilt. Der Pfarrer glaubt nicht, dass Willie wirklich schuldig ist. Auch die Ehefrau des anklagenden Anwalts ist skeptisch. Und ihr Sohn will unbedingt die Hinrichtung sehen. Willies Vater Frank will nur noch einmal seinen Sohn lebend sehen und dann seinen Grabstein aufstellen. Am Tag von Willies Hinrichtung treffen die verschiedensten Menschen aufeinander.

„Mercy Seat“ ist ein besonderes Buch. In den unterschiedlichsten Perspektiven entwirft die Autorin ein buntes, aber bedrückendes Bild verschiedenster Südstaaten-Leben in den 1940ern. Weiterlesen

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Ray Celestin: City Blues Quartett 01: Höllenjazz in New Orleans

New Orleans, 1919: Eine Serie von Morden hält die Stadt in Atem. Immer wieder werden italienische Ladenbesitzer mit einer Axt gemeuchelt. Schnell glaubt die Polizei, den Täter in den Reihen der italienisch stämmigen Bevölkerung des multikulturellen Städtchens suchen zu müssen, als auch ein Deutscher sich in die Reihen der Opfer einreiht. Angst und Schrecken gehen um, Michael Talbot übernimmt die Ermittlungen bei der Polizei. Aber auch andere Personen in der Stadt haben ein Interesse an der Aufklärung, etwa die forsche junge Frau Ida Davis, die für ein Detektivbüro arbeitet, hier aber in eigener Sache und Neugier unterwegs ist. Luca d’Andrea war selbst einmal Polizist, gehörte aber auch der italienischen Mafia an und arbeitete im Hintergrund für sie, bis das mal schief ging. Dann war er jahrelang im Gefängnis. Nun ist er in der Stadt zurück und interessiert sich ebenfalls für die Mordserie.

„Höllenjazz in New Orleans“ ist ein klasse Buch, so viel nur vorweg. Ray Celestin fängt auf den Seiten perfekt die Stimmung in der Stadt ein, die von Jazzmusik geprägt ist und in der sehr viele Einwanderer aus den unterschiedlichsten, vor allem europäischen Ländern wohnen. Weiterlesen

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