Anca Sturm: Der Weltenexpress

Flinn ist 13 Jahre alt und trägt nicht nur einen geschlechtslosen Namen, auch sonst denkt niemand in ihrer Umgebung, dass sie ein Mädchen sein könnte. Sie ist so unscheinbar und traurig, denn vor zwei Jahren verschwand ihr älterer Bruder Jonte spurlos. Nur einige sonderbare Postkarten hat sie seitdem von ihm erhalten. Die Postkarten zeigen einen großen Passagierzug – zumindest für Flinn! Denn weder die Polizei noch ihre Mutter können den Zug sehen. Und dann eines Abends, als Flinn an dem uralten Bahnsteig abhängt, an dem auch Jonte verschwunden ist, hält genau dieser Zug vor ihren Augen an. Flinn nimmt allen Mut zusammen und geht an Bord. Vielleicht kann sie dort ja Jonte finden?

Schnell zeigt sich, dass der Zug etwas ganz Besonderes ist. Die Aneinanderreihung der Waggons stellt eine Schule für besonders begabte Kinder dar, die aus schwierigen Verhältnissen stammen und deren Potenzial deswegen nicht zur Geltung käme. Bekannte Persönlichkeiten wie Albert Einstein haben die Schule einst besucht! Doch Flinn muss auch feststellen, dass nicht jeder Schüler oder Schülerin im Weltenexpress sein kann. Weiterlesen

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Will McCallum: Wie wir Plastik vermeiden

„Plastiktüten sind auf der ganzen Welt zu einem Symbol der Plastikkrise geworden. Bei einer durchschnittlichen Nutzungsdauer von gerade einmal fünfzehn Minuten schätzen Wissenschafter, dass es zwischen 500 und 1000 Jahren dauert, bis sie sich zersetzt haben.“ (Zitat Kapitel „Plastiktütenverboten rund um den Globus“)

Allein dieses kurze Zitat zeigt eindringlich, welches Problem Plastik für die Umwelt und Tierwelt darstellt. Will McCallum hat in seinem Sachbuch zum Thema die wichtigsten Fakten rund um Kunststoffe versammelt. Dabei ist eine Dreiteilung zu erkennen: Im ersten Drittel widmet er sich allgemeinen Infos und stellt klar, dass noch vor 60 Jahren die Menschen sehr gut ohne Plastik gelebt haben. Dass sie auch irgendwie ihre Lebensmittel aus dem Supermarkt nach Hause transportiert haben, sich gewaschen haben, die Zähne geputzt haben – alles ohne Plastik. Heute allerdings ist es undenkbar auf die in sehr unterschiedlicher Form auftretenden Kunststoffe zu verzichten. Im zweiten Drittel des Buches gibt der Autor dann Tipps, wie man Plastik in den unterschiedlichen Räumen des Hauses oder im Job vermeiden kann. Im letzten Teil des Buches stellt er dann in den Mittelpunkt, wie man eine Plastikfrei-Kampagne aufziehen kann, an welchen Stellen man sich über Plastik beschweren kann und wie man das am Besten anstellt. Kurz: Wie man Menschen für die eigenen Ideen möglichst gut begeistern kann. Weiterlesen

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Ingrid O. Volden: Unendlich mal unendlich mal mehr

Petra ist zwölf Jahre alt und lebt mit ihrer alleinerziehenden schwedischen Mutter in Norwegen. Dort geht sie in die siebte Klasse und hat zwei beste Freunde, den stotternden Chris, der immer mal wieder etwas absichtlich kaputt macht, und Melika, ein Flüchtlingsmädchen, das sehnsüchtig darauf wartet, dass auch ihr Bruder es bis nach Norwegen schafft. Doch auch Petra selbst hat genügend Probleme: Sie hasst ungerade Zahlen, muss deshalb beim Frühstück immer zwei, vier oder sechs Brote essen, tritt nicht auf Gullideckel und die Zahl Pi macht ihr ganz besonders Angst in ihrer Endlosigkeit. Als Petra sich im Klassenraum übergeben muss, wird der psychologische Dienst der Schule auf sie aufmerksam.

Ingrid O. Volden ist ein herrliches kleines Buch über Freundschaften gelungen. Petra ist nicht gerade die beliebteste Schülerin der Klasse, hat aber zwei Freunde, auf die sie sich verlassen kann. Chris rettete sie einst vor dem Ertrinken in einem eiskalten See – seitdem geht Petra nicht mehr ins Wasser. Weiterlesen

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Ulf Schiewe: Land im Sturm

Bayern, 995 n. Chr.: Arnulf ist ein junger Schmied, der mit beiden Beinen im Leben steht. Er wird die Schmiede von seinem Vater erben und es wird zudem Zeit, dass er dazu eine passende Frau findet. Als die Tochter des Vogtes ihm schöne Augen macht, ist Arnulf wie von Sinnen. Er lässt sich auf das gefährliche Spiel ein – denn entdeckt werden dürfen die beiden auf keinen Fall. Doch dann läuft alles aus dem Ruder und Arnulf muss die Flucht ergreifen. Auf seinem Weg nach Augsburg lernt er Hedi kennen, die bei einem Überfall durch die Ungarn ebenfalls von ihrer Familie getrennt wurde. Gemeinsam begeben sie sich in das Abenteuer der großen Stadt und suchen nach ihrem Glück.

Ulf Schiewe hat mit „Land im Sturm“ einen Roman geschrieben, dessen Handlung auf knapp über 900 Seiten auch fast 900 Jahre deutsche Geschichte umspannt. Die Hauptfiguren der einzelnen Epochen sind dabei meist miteinander verwandt, könnten also sagen, dass der Schmied Arnulf ihr Ur-(…)-Ur-Ur-Großvater war. Weiterlesen

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Jonas Winner: Die Party

Als die ehemaligen Schulfreunde in 2018 zu einer Halloween-Revival-Party eingeladen werden, ahnen Nick, Donna, Ashley, Terry, Louise, Kim, Ralph, Henry, Janet und Scott nichts Schlimmes. Der Gastgeber ist ihr alter Schulfreund Brandon, der in seiner Villa ihre letzte Party wiederaufleben lassen möchte. An Halloween 1986 waren sie alle in dieser Konstellation zuletzt vereint. Eine Party, die mehrere Leben für immer veränderte. Eine Party, auf der Schreckliches geschah. Doch was war es? Und wer war beteiligt? Schon nach wenigen Minuten ahnen die ehemaligen Schulfreunde, dass es etwas Zerstörerisches sein muss. Denn kaum hat die Party begonnen, stürzt der Gastgeber Brandon in die Tiefe und wird vom schweren Kronleuchter begraben. Gleich im Anschluss – alle sind noch geschockt – meldet er sich per Videobotschaft. Nur einer der Gäste wird die 24 Stunden der Party überleben und es gibt kein Entkommen …

Jonas Winners neuer Roman hat viele Protagonisten, die man alle ein wenig kennenlernt. Am Greifbarsten wird dabei wohl noch Nick, dem viele Kapitel des Romans gewidmet sind. Er lebt als mehr oder wenige erfolgreicher Autor von Thrillern in Brooklyn, New York. In seinem Heimatstädtchen New Jericho war er seit dem Schulabschluss nicht mehr, auch Kontakt zu den ehemaligen Freunden hatte er wenig. Weiterlesen

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Todd Lockwood: Die ewigen Gezeiten 01: Der Sommerdrache

Maia ist in einer Familie aufgewachsen, die einem sogenannten Aery Drachen hält und mit ihnen jährlich Junge heranzieht, die dann vom Kaiser jedes Jahr abgeholt werden, um sie für den Krieg anzulernen. Doch dieses Jahr haben Maia und ihr Bruder Darian Hoffnung, dass sie beide jeweils eins der Jungtiere behalten dürfen, um es aufzuziehen und später zur Zucht einzusetzen. Es zeichnet sich allerdings ab, dass in einem geburtenschwachen Jahr, in dem es auch Katastrophen für andere Aeries gab, alle Jungtiere an den Kaiser gehen. Als dann nur Darian einen Drachen behalten darf und Maia leer ausgeht, ist ihre Enttäuschung grenzenlos. Es muss doch einen Weg geben, einen Drachen zu bekommen!

Todd Lockwoods Romanhandlung in wenigen Sätzen gänzlich zu erfassen, ist schier unmöglich. Es geht um so viele verschiedene Themen und es passiert so viel, dass man sich da gar nicht kurzfassen kann. „Der Sommerdrache“ ist durchweg interessant und oft – auch mitten im Roman – sehr spannend. Weiterlesen

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Kristin Hannah: Liebe und Verderben

Amerika, 1974: Als Leonoras Eltern wegen eines geerbten Grundstückes Hals über Kopf nach Alaska ziehen wollen, ist Leonora, genannt Leni, alles andere als begeistert. Doch ihr bleibt nichts anderes als alles, was ihr wichtig war, zurückzulassen. Alaska ist ein Abenteuer, das merkt die kleine Familie sehr schnell. Ein Abenteuer, auf das sie nicht im Geringsten vorbereitet sind. Viel zu schnell rückt der erbarmungslose Winter an und mit ihm kehren auch die Schatten auf der Seele ihres Vaters zurück. Als Kriegsveteran kämpft er ständig mit seinen eigenen Dämonen. Nur der Alkohol hält ihn manchmal noch irgendwie am Leben. Doch dann wird Leonora Zeugin eines Streits zwischen ihren Eltern und muss beobachten, wie der Vater die Mutter schlägt. Alles ist ab diesem Moment anders und doch kann Leni nichts unternehmen!

Kristin Hannahs Roman kann man schon fast als Familiensaga bezeichnen. Über mehrere Jahrzehnte folgt sie Lenis Familie durch deren Augen. Zu Beginn des Romans ist sie ein Teenager, später eine junge, dann erwachsenen Frau. Sie wächst einem in ihrer Einfachheit sehr schnell ans Herz, denn ihre Gefühle und Wünsche hat wohl jede junge Frau schon einmal gespürt. Weiterlesen

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Alexey Pehov: Das Siegel von Rapgar

Till er’Cartya ist der Nachfahre einer altehrwürdigen Magierfamilie, genießt in seinen Kreisen aber zurzeit keinen allzu guten Ruf. Er lebt in der Stadt Rapgar, die davon geprägt ist, dass viele verschiedenste Kreaturen unterschiedlicher Gestalt gemeinsam dort existieren. Alles ist irgendwie magisch angehaucht, es gibt Feind- und Freundschaften zwischen den Wesen. Dann beobachtet Till im Zug, wie eine junge Frau von mehreren Männern bedroht wird. Am Ende ist einer von ihnen tot und die Frau spurlos verschwunden. Für Till steht fest, dass er sie wiedersehen muss. Doch das wird gar nicht so einfach, da man ihm wenig später versucht, die Schuld an einer Mordserie in die Schuhe zu schieben. Auf seiner Suche nach der Wahrheit begegnet er der schönen Erin erneut.

An sich begegnet man in diesem Roman einer Vielzahl verschiedenster Wesen, die in der großen Stadt Rapgar vereint sich. Sie hat einen bestimmten Kult, dem manche der Kreaturen anhängen, manche nicht. Es prallen verschiedene Ideale aufeinander und Streit ist unweigerlich vorprogrammiert. Die Mordserie erschüttert zudem alle Bewohner und versetzt sie in Angst. Wer wird das nächste Opfer sein? Magier, seltsame Wesen, Brieföffner und Spazierstöcke, die mit ihrem Besitzer sprechen können – los geht’s ins Fantasyuniversum! Weiterlesen

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Angelika Waldis: Ich komme mit

Einsam geworden ist es in Vitas Wohnung in der Torstraße 6. Erst ist ihr Sohn ausgezogen, dann ihr Mann verstorben. Nun ist Vita Maier 72 und hat sehr viel Zeit. Immer wieder läuft sie ihrem Nachbarn Lazar, genannt Lazy, über den Weg. Er ist das krasse Gegenteil von Vita: Zwanzig Jahre alt, Student – nur Zeit, Zeit hat er keine. Denn Lazy leidet an einer schweren Krankheit und Zeit bleibt nicht mehr viel, bis die Chemo endlich anschlagen muss. Vita nimmt sich seiner an, lädt ihn erst zum Frühstück, dann zum Mitwohnen ein. Und aus den beiden ungleichen Menschen wird ein Team, das nur allzu oft über das Leben philosophiert.

„Ich komme mit“ sprüht vor Wortgewaltigkeit, vor Tiefe zwischen den Zeilen. Lazy und Vita entwickeln mit der Zeit ein Ritual, in dem sie über das Leben philosophieren. Einer sagt ein Zitat über das Leben, der andere antwortet:

„‚Warum sagst du nichts?‘, ruft Maier vom Sofa aus.

‚Leben ist Wärme im Hundeohr‘, sag ich.

Maier scheint zu überlegen.

‚Leben ist Melodie erkennen im Summen des Kühlschranks‘, sagt sie dann.“ (Zitat Kapitel 9) Weiterlesen

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Claudia Praxmayer: Bienenkönigin

Mel liebt Bienen und findet es furchtbar, dass die Menschen in den USA dem zunehmenden Bienensterben so gleichgültig begegnen. Glauben die denn wirklich, dass kleine Roboter jemals die Aufgabe der Bienen übernehmen können? Im Garten des Wohnhauses, das sie sich mit vier anderen Menschen teilt, hat Mel selbst einen Bienenstock und fühlt sich mit den Bienen verbunden. Als sie allerdings eines Tages am Bienenstock eine seltsam nachtschwarze Biene findet, die sich als hochtechnische Drohne entpuppt, ist Mel in hoher Aufruhr. Versucht jemand systematisch die Bienenvölker auszurotten?

Claudia Praxmayer ist ein fantastischer Öko-Thriller gelungen, der auch noch junge Leser und Leserinnen anspricht – anders kann man es nicht sagen! „Bienenkönigin“ ist ein ganz tolles Buch für Jugendliche ab 15 Jahren und alle, die sich dafür interessieren. Die Themen rund um das Bienensterben und seinen Effekt sind altersgerecht und spannend aufgearbeitet. Wie im Flug lernt man in diesem Roman eine Menge und wird dabei auch noch bestens unterhalten. Weiterlesen

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