T. S. Orgel: Terra

Der Planet Mars in der Zukunft. Die Erde ist so gut wie unbewohnbar geworden, deshalb suchen die Menschen im All nach neuen Lebensorten. Das Terraforming des Mars ist fast abgeschlossen, bald können auch hier viele Menschen leben und vom Mars aus kann der Mond ebenfalls weiter ausgebaut werden. Zu diesem Zweck werden Rohstoffe vom roten Planeten zu dem Erdtrabanten gebracht. Auch Jak ist an Bord eines der Raumfrachter für die Ladung zuständig. Als seine ihn unterstützende KI Nina eine Unregelmäßigkeit in der Ladung feststellt, entdecken die beiden einen verdächtigen Container im Laderaum. Die Vermutung legt nahe, dass er bis oben hin mit Bomben gefüllt ist. Woher kommen die Bomben und was bezwecken die Verantwortlichen mit ihnen? Jak und seiner Schwester Sal, die auf dem Mond stationiert ist, bleiben sechs Tage bis zu Jaks Ankunft auf dem Erdtrabanten. Dann könnte eine mögliche Explosion bei der Mondlandung ihr Leben und das aller anderen riskieren.

Unter dem Pseudonym T. S. Orgel schreiben die beiden Brüder Tom und Stephan Orgel gemeinsam Fantasy-Romane und mit „Terra“ ihren ersten Science-Fiction Roman. Sie haben sogar bereits den Deutschen Phantastik Preis gewonnen. Science-Fiction aus deutscher Feder gibt es zudem zurzeit nicht mehr allzu oft, umso größer war mein Interesse an diesem Roman. Und das Interesse wurde nicht enttäuscht: Die beiden Autoren liefern eine versiert geschriebene Geschichte, die alles hat, was eine gute Space Opera braucht. Protagonisten mit dunkler Vergangenheit zum Beispiel. Jak wurde mal beim Drogenschmuggeln entdeckt und hat nur glücklichen Zufällen zu verdanken, dass er die Erde, die zunehmend unwirtlich geworden ist für die Menschen, verlassen durfte, um eine so verantwortungsvolle Aufgabe wie die Begleitung eines Raumtransports zu übernehmen.

Den Autoren gelingt es zudem, die Handlung konstant spannend zu halten. Man möchte ständig weiterlesen und wissen, was im nächsten Kapitel passiert. Es wird wirklich nie langweilig. Das liegt an einer gut durchdachten Handlung, die immer wieder, auch im Mittelteil, kleine Highlights hat. Dazu gibt es im Roman einiges zu entdecken. Den bewohnten Mond zum Beispiel und den für die Besiedlung durch Menschen vorbereiteten Mars. Man erhält viele interessante Infos, die auch durch einige wenige Schwarzweiß-Abbildungen unterstützt werden.

Ein Roman der ganz großes Kino ist – es wäre tatsächlich kein Wunder, wenn den jemand irgendwann verfilmen wöllte. „Terra“ hat alles, was ein guter Science-Fiction Roman braucht: spannende Details, eine packende Geschichte, immer wieder mitreißende Szenen und Nervenkitzel! Alle Daumen nach oben! Bitte mehr davon!

T. S. Orgel: Terra.
Heyne, November 2018.
512 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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