Spencer Ellsworth: Starfire 01: Imperium

Sechs Entwicklungsperioden hat die Menschheit auf ihrer Reise ins All durchlaufen. Nachdem man dem Planeten, der ihr einst das Leben gab verlassen und interstellare Reiche gegründet hat, traf man auf die Jorier. Mit diesen zusammen entwickelte man die Knoten, Gebilde, die zeitloses Reisen zwischen den Sternen, ja den Galaxien erst ermöglichte. Zwei Imperien fielen im Feuer des Bürgerkriegs zum Opfer, zwei weitere wurden vernichtet, als man auf Fremde traf. Jetzt regiert das Rote Imperium, andere Spezies, darunter Hybriden, in Klontanks gezüchtete Mischwesen aus DNA von Menschen und Joriern werden gnadenlos unterdrückt.

Es kommt, wie es kommen muss – ein Befreiungskampf sucht die Galaxien heim, die Hybriden gewinnen und hinterlassen eine Spur aus vernichteten Planeten und Millionen von ihrer Seelen beraubten menschlichen Leichen. Jaqi ist eine der Hybriden. Sie verdingt sich als Pilotin, sucht und findet ihr Schlupfloch, um zu überleben. Bis sie eines Tages auf zwei menschliche Kinder trifft. Die Kinder eines einst unermesslich reichen Menschen, der die Rebellen unterstützte und dafür von diesen gemeuchelt wurde, hüten ein Geheimnis. In einer kleinen dunklen Kiste sind die Koordinaten von etwas versteckt, das alle, sowohl Rebellen wie das Imperium in ihren Besitz zu bekommen versuchen – mit allen Mitteln versteht sich. Um die Kinder zu schützen, macht sich Jaqi verfolgt von Araskar, einem drogensüchtigen Rebellen auf, das Geheimnis um die Kiste zu lüften und die Kinder zu retten …

Auch bei Heyne hat man die Zeichen der Zeit erkannt und präsentiert dem Interessierten zunehmend packende Weltraum-Abenteuer. Vorliegendes Buch, einmal mehr der Auftakt einer Serie, wird unter dem Signet Military-SF vermarktet, obwohl Space Opera wohl treffender wäre. Von einer geordneten militärischen Struktur ist auf jeden Fall weit und breit nichts zu entdecken, statt dessen begegnen den Hauptfiguren und damit dem Leser jede Menge zum Großteil skurrile Mischwesen, Aliens und Geheimnisse.

Und da beginnt es ein wenig unübersichtlich zu werden. Wie soll man nun, den beiden Handlungsebenen folgend, die Erzähler einordnen? Jaqi und Araskar gehören beide den Hybriden an, der eine ist ein erfahrener Rebellenkämpfer, die andere eine Schmugglerin. Beides somit nicht wirklich typisches Heldenmaterial, zumal sich beide auch nicht so ganz stromlinienförmig verhalten. Drogenprobleme, Unvermögen, Panik und Resignation – Fährnisse, die den Leser nicht wirklich in die jeweilige Figur ziehen. Zumal die Welt – die Machtpyramide, die politische Aufteilung – zunächst recht diffus bleibt. Wer macht was und warum – Fragen, die lange, zu lange für meinen Geschmack offen blieben.

Da geht Vieles durcheinander, die Motivation bleibt unklar, alles konzentriert sich auf die logisch nicht immer glaubwürdige Handlung. Das können andere Reihen, auch innerhalb des Heyne Verlags (Jamie Sawyer, John Scalzi oder Rachel Bach sind hier exemplarisch zu nennen) besser so dass ich vorliegend eher von der Lektüre abraten würde.

Spencer Ellsworth: Starfire 01: Imperium.
Heyne, Mai 2018.
304 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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