Sharlene Teo: Schöne Monster

Singapur, 2003: Szu ist 16 Jahre alt und eine Außenseiterin in der Schule. Über die Berühmtheit ihrer Mutter, die einst in einem bekannten Horror-Film namens „Ponti“ mitspielte, versucht sie die Aufmerksamkeit ihrer Mitschülerinnen zu erlangen. Doch das klappt nicht wirklich gut. Erst als sie Circe, einem Mädchen aus ihrer Jahrgangsstufe, hilft, entwickelt sich zwischen den Mädchen ein Freundschaftsband, das seltsamer nicht sein könnte.

Sharlene Teos Geschichte entwickelt sich durch drei Figuren auf verschiedenen Zeitebenen. Begleitet wird Amisa, Szus Mutter, in den 1970er und 1980er Jahren, Szu selbst im Jahr 2003 und schließlich ihre Freundin Circe, als diese bereits erwachsen ist, im Jahr 2020. Der Schauplatz der Geschichte bleibt dabei meist gleich und man erlebt Singapur im Wandel der Zeit. Selbst der Sprung von 2003 bis 2020 ist wirklich eindrucksvoll, denn Circe ist erfolgreich, frisch geschieden und geht ihren Weg, undenkbar beispielsweise für Amisa im Jahr 1975. Die drei Frauenfiguren sind sehr unterschiedlich, bringen aber dadurch auch verschiedene Aspekte in die Geschichte. Eine gewisse Unzufriedenheit mit dem eigenen Leben haben sie aber gemeinsam. Szu langweilt sich in ihrem 16-jährigen Leben und fragt sich, was die Zukunft ihr wohl noch bringen wird. Amisa muss im jedes Stück Anerkennung schwer kämpfen und auch Circe in der Gegenwart fällt nicht alles in den Schoß. Der Autorin gelingt es dabei sehr geschickt, ein Gefühl für die Situation der Frauen zu entwickeln. Man fühlt sich jeder von ihnen nahe und möchte um ihr Schicksal wissen.

Die Geschichte ist dabei auch tiefgründig und birgt das ein oder andere Geheimnis, das es zu entdecken gilt. Gepaart mit dem eindrucksvollen Bild von Singapur entsteht dann ein Leseerlebnis für alle Sinne mit Themen, die man kennt, obwohl die Lebenswelt der Protagonistinnen der unseren sehr fern wirkt. Gelungene Unterhaltung!

Sharlene Teo: Schöne Monster.
Blumenbar, September 2019.
320 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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