Kathrin Lange: Ohne Ausweg

„Rasant“ beschreibt diesen 3. Fall des Berliner Kommissars Faris Iskander wohl am Besten. Wer es noch nicht weiß: Faris Iskander ist Moslem, gebürtiger Berliner und wird in seiner Sonderkommission vorzugsweise bei Fällen mit islamistischem Hintergrund eingesetzt. Trotz mehrer Fälle mit großer Öffentlichkeitswirksamkeit, gilt er immer noch als guter Undercoveragent, wenn auch mit ziemlich gestrickter Vita. Mehrere Anschläge mit tödlichem Gas aus der Spraydose weisen zu dem Terroristen Muhammad al-Sadiq, der aus dem Gefängnis heraus anscheinend einen großen Terroranschlag auf Berlin plant. Faris muss sich ins Gefängnis einweisen lassen und an der Leibwächtertruppe vorbeikommen, um Muhammad al-Sadiq von seinen Absichten zu überzeugen, sich am Terroranschlag beteiligen zu wollen, um Informationen zu bekommen. Das ist an sich schon kein ungefährlicher Job, aber in der Zwischenzeit stellt sich auch noch heraus, dass in Faris Behörde nicht alle ganz sauber spielen und die Gefahr nicht nur von Islamisten, sondern auch noch von Rechtsradikalen mit einem unfaßbaren Netzwerk ausgeht.

Der Thriller greift ein hochaktuelles Thema auf. Richtig gut fand ich, dass hier nicht einfach schwarz-weiß gemalt wird, sondern dass nicht vergessen wird, dass es nicht nur ene Meinung auf der Welt gibt, die sich für so unfehlbar hält, dass sie meint sich mit terroristischen Anschlägen Gehör verschaffen zu müssen. Faris war mir in diesem dritten Band deutlich sympathischer als im zweiten. Er hat immer noch einen Haufen Probleme, eine instabile Psyche und den Kopf öfter mal woanders, aber diesmal konzentriert er sich wirklich auf seinen Job. Und der Thriller ist ein rasanter Pageturner, den man nicht mehr zur Seite legt, wenn man einmal in der Geschichte drin ist, was ungefähr eine halbe Seite lang dauert.

Kathrin Lange: Ohne Ausweg.
Blanvalet, Dezember 2016.
448 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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