Jenny Blackhurst: Das Böse in deinen Augen

Die 11-jährige Ellie ist vielen Gleichaltrigen und Erwachsenen unheimlich. Ihre Eltern kamen bei einem Brand um, seitdem lebt die Vollwaise in einer Pflegefamilie in dem kleinen Städtchen Gaunt. Auch hier passieren allerdings seltsame Dinge, seitdem Ellie da ist. Mitschülerinnen werden angegriffen, eine Lehrerin stirbt gar! Imogen nimmt sich ihres neuen Jobs mit viel Elan an und hat sofort eine Verbindung zu Ellie. Sie findet, dass Ellie alles andere als unheimlich ist und die Liebe der Erwachsenen benötigt. Doch als sie selbst Ellie verärgert, passiert auch ihr ein Unglück. Kann es doch sein, dass Ellie irgendwie vom Bösen besessen ist oder über besondere Kräfte verfügt, mit denen sie anderen schaden kann?

Die Geschichte ist abwechselnd von Imogen und Ellie, selten auch von anderen Personen im Geschehen, beschrieben. Imogen und ihr Mann wagen in Imogens Geburtsstadt einen Neuanfang. Sie ziehen in das Haus von Imogens mittlerweile verstorbener Mutter und allein dadurch muss sich Imogen ständig mit ihrer nicht allzu rosigen Vergangenheit auseinandersetzen. Sie arbeitet nun für eine Organisation, die sich für das Wohl von benachteiligten Kindern einsetzt. Ellie ist nur eines von vielen Kindern, für die Imogen zuständig ist. Doch das Wohl des jungen Mädchens liegt Imogen sehr am Herzen.

Ellie will einfach nur dazugehören. Sie sucht Freundinnen unter ihren Schulkameradinnen. Was kann sie dafür, dass immer so komische Dinge passieren, wenn Ellie sich ihnen nähert? Dass ein Mädchen rücklings auf die Straße stürzt? Sie hat sie doch nicht etwa geschubst …? Ellie fühlt sich hin- und hergeschoben und als sie erfährt, dass ihre aktuelle Pflegefamilie dabei ist, ein kleines Baby zu adoptieren, ist die Katastrophe perfekt. Was wollen sie dann noch mit der unheimlichen Ellie. Natürlich werden sie Ellie schnellstmöglich abschieben, ganz egal, ob ihre Pflegeschwester Mary sie sogar liebgewonnen hat!

Der Roman ist gut geschrieben und sehr spannend erzählt. Man ist immer an der richtigen Stelle, um eben das mitzubekommen, was die Autorin gerne hätte. Dabei baut sie sehr viel Spannung auf, da eben genau die richtigen Sachen im Dunkeln bleiben. Man muss sich ständig fragen, wer nun Recht hat. Ist Ellie wirklich von einer Art Bösem besessen? Hat Imogen nur Wahnvorstellungen? Sind all die schrecklichen Ereignisse rund um Ellie reine Zufälle? Oder hat gar noch jemand anderes seine Hände im Spiel? Fragen über Fragen, die man sich stellen muss. „Das Böse in deinen Augen“ ist klasse Unterhaltung mit Suchtpotenzial. Ich konnte den Roman kaum aus den Händen legen, bin aber auch – das muss erwähnt werden – mittlerweile großer Fan der Autorin. Deshalb sei erwähnt, dass ihre anderen Romantitel sogar noch besser sind als dieser.

Daumen hoch für eine spannende, sehr gekonnt erzählte Geschichte!

Jenny Blackhurst: Das Böse in deinen Augen.
Bastei Lübbe, April 2018.
432 Seiten, Taschenbuch, 11,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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