Gisa Pauly: Lachmöwe

Als Schwiegermutter eines Kommissars bekommt man ja doch das ein oder andere mit. Natürlich geht es einen nichts an – absolut gar nichts. Und da Mamma Carlotta nun einmal mit einer gesunden Portion Neugier ausgestattet ist, muss sie eben heimlich ermitteln, um nichts dauernd vorgehalten zu bekommen, sie mische sich in Dinge ein, vondenen sie nicht einmal etwas wissen dürfte.

Als Carlotta Capella bei einer Vollmondnacht auf der schönen Insel Sylt nicht schlafen kann und gedankenverloren durch das Fenster sieht, wird sie Zeugin, wie eine dunkle Gestalt in einen Mantel gehüllt die kleine Hütte betritt, die die Nachbarn an die Altenpflegerin Alena Sorokin vermieten. Ein Liebhaber, da ist Carlotta sich sicher. Als Alena jedoch am nächsten Tag ermordet in ihrem Bett aufgefunden wird, erscheinen die Ereignisse auf einmal in einem ganz neuen Licht: Ob Liebhaber oder nicht – Mamma Carlotta hat den Mörder auf dem Weg zu seinem Opfer beobachtet.

Ihr Schwiegersohn will natürlich nichts davon hören, Carlotta ist ja bekannt dafür, Geschichten unnötig auszuschmücken und es mit der Wahrheit im Detail nicht ganz so ernst zu nehmen. Ihr bleibt also nichts anderes übrig, als auf eigene Faust zu ermitteln und das ist gar nicht so leicht, immerhin wimmelt es nur so von Verdächtigen: Der Mann der demenzkranken Frau, die Alena pflegte, der allem Anschein nach tatsächlich ein Affäre mit der nun Toten hatte. Das unbeliebte Kindermädchen der Familie, das sich äußerst verdächtig verhält und genau wie Mamma Carlotta immer wieder an Orten herumschleicht, an denen sie nichts verloren hat. Und dann ist da noch der Italiener, der mit einem Fernsehteam auf der Insel auftaucht, um seine erste große Liebe wiederzufinden – im Todesfall seiner Frau wird er zwar bis heute verdächtigt, der Mord konnte ihm aber nie nachgewiesen werden. Ist er wirklich für die Liebe auf der Insel? Oder sucht er nur ein neues Opfer?

„Lachmöwe“ ist der 15. Fall von Mamma Carlotta und der erste, den ich gelesen habe. Auch ohne Vorwissen findet man schnell in den Roman und die Hintergründe der einzelnen Figuren hinein. Nach dem Lesen des Buches, war ich mir erst nicht ganz sicher, wie ich es eigentlich fand –  mit kurzem Abstand stellte ich dann aber fest, dass mir die Lektüre regelrecht fehlte! Mamma Carlotta ist eine großartige Protagonistin, die den Leser immer wieder schmunzeln lässt und ihn mit ihrer mütterlich-fürsorglichen Art einlädt, mehr über die Kriminalfälle auf Sylt zu erfahren; die Geschichte selbst ist gut aufgebaut und auch, wenn man die Identität des Mörders weit vor der Polizei errät, wird es durch falsche Fährten und zusätzliche Informationen nie langweilig. Der leichte Roman bietet gute Unterhaltung und ist genau das richtige, um die letzten Sommertage zu genießen, man muss nicht einmal ein großer Krimi-Fan sein, um seine Freude damit zu haben. Ein großes Lob auch für das lustige Cover, das mit mir zumindest schon einen Nordkrimi-Muffel überzeugt hat, sich der Geschichte anzunehmen!

Ich werde auf jeden Fall weitere Bände von Mamma Carlotta lesen und bin gespannt, ihre Reise zu verfolgen!

Gisa Pauly: Lachmöwe.
Piper, Mai 2021.
464 Seiten, Taschenbuch, 11,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Isabella M. Banger.

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