Cormac McCarthy: Der Passagier

Der 1933 geborene US-amerikanische Pulitzer-Preisträger Cormac McCarthy ist in Deutschland besonders durch seinen Bestseller „Die Straße“ (2006) bekannt. Auch die Romanvorlage zum Kinofilm „No Country for Old Men“ stammt von ihm.

Sein neuestes Werk ist ein inhaltlich zusammenhängender Doppelroman. Teil eins, „Der Passagier“, beginnt mit einem Bergungstaucher namens Western, der in einem Flugzeug auf dem Meeresgrund neun Leichen entdeckt. Es fehlen der zehnte Passagier sowie der Flugschreiber. Bald darauf wird Western von geheimnisvollen Männern verfolgt und muss fliehen.

„Der Passagier“ ist alles andere als leichte Kost. Der Roman wirkt wie Stückwerk, in dem sich eine Szene an die andere reiht, ohne dass sich ein Gesamtzusammenhang erkennen ließe. Die Sache mit dem fehlenden Passagier ist fortan seltsamerweise kein Thema mehr. Manche Passagen – zum Beispiel, wenn es um Quantenphysik geht – sind derart kompliziert, dass sie quasi nur zu verstehen sind, wenn man ein einschlägiges Studium absolviert hat. Auch McCarthys ungewöhnlicher Dialogaufbau sowie seine Marotte, auf Anführungszeichen zu verzichten, erleichtern das Lesen nicht unbedingt.

Teil zwei, „Stella Maris“, erscheint im November. Vielleicht werden darin lose Fäden zusammengeführt.

Cormac McCarthy: Der Passagier.
Aus dem Englischen übersetzt von Nikolaus Stingl.
Rowohlt, Oktober 2022.
528 Seiten, Gebundene Ausgabe, 28,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Andreas Schröter.

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