Celeste Ng: Kleine Feuer überall, gelesen von Britta Steffenhagen

Elena Richardson führt ein Vorzeigeleben in dem Vorzeigevorort Shaker Heights bei Cleveland. Wohlgeratene Kinder, ein Mann, der Rechtsanwalt ist einzig die jüngste Tochter Isabel (Izzy) ist ein wenig aufmüpfig, aber das wird sich schon noch geben. Elena schreibt journalistische Artikel für das Lokalblatt, sie erbt das Haus ihrer Eltern und möchte es nicht aufgeben. Also vermietet sie es. Ausgerechnet an Mia, freischaffende Fotografin, künstlerischer Freigeist. Mia zieht dort mit ihrer Tochter Pearl ein, die die Jahre des Umherziehens satt hat. Elena bietet Mia eine Stelle als Putzhilfe an, und so kommen die beiden Familien sich näher, als sie es sonst je gekommen wären. Mia geht bei den Richardsons ein und aus und wird bald zu einer Vertrauten der Kinder, besonders Izzy fühlt sich zu der so ganz anderen Frau hingezogen.

Elena ist eifersüchtig, dann kommt hinzu, dass Mia sich für eine Kollegin einsetzt, die in einer Stunde der Not ihr neugeborenes Baby verlassen hat. Ausgerechnet Elenas Freundin Linda hat das Baby nach langer Wartezeit und frustrierenden Versuchen, ein eigenes Kind zu bekommen, zur Adoption bekommen. Jetzt ist Mias Kollegin wieder bei klarem Verstand und möchte ihr Baby zurück. Linda ist verzweifelt und Fronten öffnen sich.

Die Konflikte entstehen aus den Gegensätzen zwischen kleinbürgerlichem Vorstadtleben und dem freien, aber armen Künstlerleben von Mia. Denn nicht nur Elena hat Grund zur Eifersucht, Mias Tochter Pearl genießt nach langen Jahren der Ungewissheit die Sicherheit, die sie in der Familie Richardson findet. Mia hatte aber Gründe, für ihre unstete Lebensweise, sie hat schon lange mit ihren Eltern gebrochen. Elena kramt alte Geschichten hervor, die vielleicht besser vergessen geblieben wären. Und plötzlich brennen überall kleine Feuer, bis Izzy es nicht mehr aushält und das große Feuer entzündet.

Britta Steffenhagen liest ein Hörbuch, an dem man immer dranbleiben möchte. Der Anfang spannend, zwischenzeitlich flacht es etwas ab, aber zum Schluss dreht es noch einmal richtig auf. Aber es ist auch ein klischeebehaftetes Hörbuch. Die arme Künstlerin auf der einen Seite, mit viel Zeit und Verständnis, die Vorstadtfrau auf der anderen Seite, immer mit einem Ohr dran, was die Nachbarn wohl denken könnten. Das macht die Geschichte, die an sich gut ist ein wenig einfach gestrickt, manchem der vielen Protagonisten fehlt es an Tiefe. Unterhaltsam war es trotzdem

Celeste Ng: Kleine Feuer überall, gelesen von Britta Steffenhagen.
Der Audio Verlag, April 2018.
2 mp3-CDs, Ungekürzte Ausgabe, 11 Stunden und 37 Minuten.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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