Wiebke Lorenz: Einer wird sterben, gelesen von Christiane Marx

Stella Johannsen lebt zurückgezogen in dem Häuschen, das sie mit ihrem Mann Paul bewohnt. Seit einem schweren Unfall, in den die beiden verwickelt waren und bei dem auch Pauls Exfrau starb, ist ihr Gesicht entstellt und sie zeigt sich nur selten in der Öffentlichkeit. Als tagelang ein Auto scheinbar grundlos in ihrer Straße parkt, ist Stella in Alarmbereitschaft. Kann es sein, dass der Mann und die Frau nur wegen des Unfalls da sind, dass sie vielleicht sogar wissen, was damals wirklich passiert ist? Stella ruft in hellem Aufruhr ihren Ehemann Paul an, der als Pilot überall auf der Welt unterwegs ist.

Wiebke Lorenz verlagert die Handlung ihres neusten Romans in die so genannte Blumenstraße. Ein idyllisches Sträßchen mit wenigen Mietern, die sich kennen und allesamt irgendwie Geheimnisse vor einander haben. Der Bau einer großen Wohnanlage bringt das Leben der Ansässigen kräftig durcheinander und auch für das seit Tagen dort parkende Auto interessiert sich nicht nur Stella. Auch die anderen Bewohner fragen sich, was es mit den mysteriösen Leuten auf sich hat. Um so schlimmer, denkt Stella. Denn niemand soll erfahren, was vor sechs Jahren wirklich passiert ist. Doch Stella ist auf sich allein gestellt, denn Paul ist weit entfernt und wird so schnell nicht nach Hause kommen. Weiterlesen

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Marion Brasch: Lieber woanders, gelesen von Jasna Fritzi Bauer u.a.

Toni und Alex könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie kennen sich nicht und sind doch untrennbar miteinander verbunden. „Lieber woanders“ begleitet die beiden 24 Stunden, bis sich ihre Wege kreuzen. Tonis Leben ist mit dem Tod ihres kleinen Bruders bei einem Unfall, in den auch sie verwickelt war, nicht mehr dasselbe. Sie gibt sich die Schuld und kommt nicht mehr recht auf die Beine. Auch Alex Leben ist aus dem Lot geraten. Als seine kleine Tochter am Blinddarm operiert wird, reden er und seine Frau zum ersten Mal seit vielen Jahren wirklich miteinander. Seit sieben Jahren betrügt Alex seine Frau und hat es ihr immer verschwiegen. Unaufhaltsam bewegen sich Toni und Alex aufeinander zu.

Im Hörbuch zu „Lieber woanders“ finden sich drei verschiedene Sprecher. Jasna Fritzi Bauer liest Tonis Passagen sehr überzeugend. Sie ist eine junge Frau voller Kreativität und Ideen, deren Leben mit dem Tod des kleinen Bruders allerdings zum Stillstand gekommen ist. Die Teile von Alex übernimmt Thorsten Merten, der in meinen Augen zwar nicht so ein überzeugender Hörbuch-Sprecher ist, aber sehr gut zu Alex passt. Weiterlesen

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Chloe Benjamin: Die Unsterblichen, gelesen von Wolfram Koch

1969 legen die Geschwister Simon, Daniel, Klara und Varya ihr Geld zusammen, um eine Wahrsagerin zu besuchen, die angeblich den Todestag voraussagen kann. Da sind sie noch Kinder und können darüber lachen. Aber was macht es mit ihnen, ihren Todestag zu wissen? Macht es einen Unterschied, ob sie daran glauben oder nicht? Diesen Fragen geht Chloe Benjamin in diesem Hörbuch nach.

Die Geschichten der vier werden nacheinander erzählt, sozusagen in ihrer Todesreihenfolge. Der homosexuelle Simon sucht sein Glück im liberalen San Francisco der 80ger Jahr. Es gelingt ihm sich zu seiner Homosexualität zu bekennen, er findet immer wieder tolle Liebhaber, aber damit ist auch früh klar, warum sein Todesdatum das erste ist.

Klara ist von Magie fasziniert, kann ihre Leidenschaft aber im Gegensatz zu ihrem Bruder nicht ausleben, weil sie glaubt, mit langweiligen Jobs Geld verdienen zu müssen. Als sich das endlich ändert, hat sie ihr nicht mehr weit entferntes Todesdatum immer vor Augen und wird auch nicht wirklich glücklich. Weiterlesen

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Romy Hausmann: Liebes Kind, gelesen von Heiko Deutschmann u.a.

Lange hat mich ein Thriller nicht mehr so überzeugt. So viele Aha-Erlebnisse, so viele Wendungen und Irrungen, die am Ende dann doch alle passten. Der Klappentext wirbt damit „beginnt wo andere Thriller enden“ und hat damit vollkommen recht.

Lenas Martyrium scheint endlich ein Ende zu haben. Nach 14 Jahren gelingt es der jungen Frau gemeinsam mit ihrer Tochter aus der Hütte am Wald zu fliehen, in der sie gefangen gehalten wird. Ihr Sohn bleibt mit dem toten Entführer zurück. Ihre Flucht endet mit einem Unfall, sie wird angefahren, der Fahrer ruft einen Krankenwagen und verschwindet dann. Aber was macht das schon, sie kommt ins Krankenhaus und ist in Sicherheit. Die Eltern werden benachrichtigt. Nach 14 Jahren endlich ein gutes Ende. Dann kommt der erste Knaller und der einzige Spoiler, den ich bringen werde: Es ist nicht Lena, obwohl sie das behauptet. Weiterlesen

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Michelle Obama: Becoming, gelesen von Katrin Fröhlich

Ich bin ja eigentlich nicht so der Biografien-Fan, aber die hier ist wirklich toll. Michelle Obama beschreibt voller Witz und Reflexion ihren Weg vom kleinen schwarzen Mädchen der Chicagoer South Side bis zu dem Haus nach dem Weißen Haus. Sie beschreibt ihr Leben in kleinen, spannenden Geschichten, die sich dann zu einem Lebensweg zusammensetzen. Sie ist früh ehrgeizig, wie sich an der Geschichte des Lesewettbewerbs zeigt. Sie ist ungeduldig, wie sie beim Klavierspiel beweist. Sie ist ängstlich, als sie in die neue Schule kommt. Sie versucht ihr Bestes zu geben, Probleme zu erkennen, Dinge zu ändern, die sie versteht und die sie stören. Dabei beweist sie eine Klugheit und eine emotionale Intelligenz, vor der ich nur neidisch den Hut ziehen kann. Sie beschreibt ihre ersten Kontakte mit Barrack Obama, seinen Weg zum Präsidenten nur soweit, wie es ihr Familienleben betraf. Weiterlesen

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Dan Wells: Mirador 03: Active Memory, gelesen von Elmar Börger

Im dritten und leider letzten Band um die Hackerin Marissa aus dem Jahr 2050 erfahren wir endlich das, worauf wir schon die letzten beiden Bände gewartet haben: Was es mit dem geheimnisvollen Autounfall auf sich hatte, bei dem Marissa mit zwei Jahren ihren Arm verlor und bei dem die Fahrerin ums Leben kam. Natürlich war das viel mehr, als nur ein Unfall mit einigen Rätseln. Die Fahrerin war damals Zenaida de Maldonado, die Frau des mächtigsten Mafiabosses der Stadt. Seitdem verbindet die beiden Familien eine Haßliebe. Jetzt taucht zu Anfang des Buches eine frisch abgetrennte Hand auf, die Zenaidas DNA trägt. Wie kann das sein, wo die Frau doch seit Jahren tot ist? Und warum ist die Hand für den größten Konzern der Welt so interessant, dass er Mitarbeiter in die Polizeistation schickt?

Marissas Versuche, ihren Vater zu dem Unfall zum reden zu bringen, sind genauso fruchtlos wie in der Vergangenheit, also muss sie andere Wege finden. Weiterlesen

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David Safier: Die Ballade von Max und Amelie, gelesen von J. Ahlborn & V. Karun

Eine Warnung für alle Puristen vorweg: ja, die Hunde werden vermenschlicht. Das ist so bei Fabeln, auch bei längeren. Alle, die sich darauf einlassen können, erwartet eine wunderschöne Geschichte über die Ewigkeit der Liebe.

Das Leben kann grausam sein, wer wüsste das besser als die einäugige Hündin Narbe, die auf einer Müllkippe lebt und auch dort aufgewachsen ist. Sie hat ihre Geschwister sterben sehen, hat Kämpfe verloren und wurde von ihrer Familie ausgestoßen. Aber sie lebt. Eines Tages verirrt sich der Rüde Max auf Narbes Müllkippe. Er ist so ganz anders als die Hunde, die sie kennt. Er lässt sich von Menschenkindern beinahe töten, anstatt sie einfach anzugreifen. Er ist schwach? Narbe beschließt, ihm zu helfen und gemeinsam machen sie sich auf den Weg zurück zu Max zuhause, dass er irgendwie verloren hat.

Die beiden so unterschiedlichen Hunde lassen sich aufeinander ein, erkennen Schwächen als Stärken. Aber irgendetwas ist seltsam. Weiterlesen

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Celeste Ng: Kleine Feuer überall, gelesen von Britta Steffenhagen

Elena Richardson führt ein Vorzeigeleben in dem Vorzeigevorort Shaker Heights bei Cleveland. Wohlgeratene Kinder, ein Mann, der Rechtsanwalt ist einzig die jüngste Tochter Isabel (Izzy) ist ein wenig aufmüpfig, aber das wird sich schon noch geben. Elena schreibt journalistische Artikel für das Lokalblatt, sie erbt das Haus ihrer Eltern und möchte es nicht aufgeben. Also vermietet sie es. Ausgerechnet an Mia, freischaffende Fotografin, künstlerischer Freigeist. Mia zieht dort mit ihrer Tochter Pearl ein, die die Jahre des Umherziehens satt hat. Elena bietet Mia eine Stelle als Putzhilfe an, und so kommen die beiden Familien sich näher, als sie es sonst je gekommen wären. Mia geht bei den Richardsons ein und aus und wird bald zu einer Vertrauten der Kinder, besonders Izzy fühlt sich zu der so ganz anderen Frau hingezogen.

Elena ist eifersüchtig, dann kommt hinzu, dass Mia sich für eine Kollegin einsetzt, die in einer Stunde der Not ihr neugeborenes Baby verlassen hat. Ausgerechnet Elenas Freundin Linda hat das Baby nach langer Wartezeit und frustrierenden Versuchen, ein eigenes Kind zu bekommen, zur Adoption bekommen. Jetzt ist Mias Kollegin wieder bei klarem Verstand und möchte ihr Baby zurück. Linda ist verzweifelt und Fronten öffnen sich. Weiterlesen

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Volker Kutscher: Marlow, gelesen von David Nathan

Im 7. Band um den Kölner Kommissar Gereon Rath, den es nach Berlin verschlagen hat, befinden wir uns mitlerweile im Jahr 1935. Die Nazis sitzen fest im Sattel und versuchen, das Schmuddelimage der ersten Kampfjahre vergessen zu machen. Ebenso wie der Unterweltboss Johann Marlow, der zukünftig nur noch legale Geschäfte betreiben will und sogar in die SS eingetreten ist. Und wie Gereon Rath, der nie wieder etwas mit Johann Marlow und seinem chinesischen Fahrer Lian etwas zu tun haben möchte.

Ein eigentlich simpler Verkehrsunfall bringt sie alle wieder zusammen. Ein Taxifahrer fährt mit Vollgas gegen die Wand, mit ihm stirbt ein Fahrgast. Rath ist zunächst leicht empört, dass die Verkehrspolizei die Kriminalpolizei hinzuzieht, aber irgendwie haben sie ja recht. Es IST misstrauenerweckend, dass der Fahrer nicht einmal versuchte zu bremsen, sondern im Gegenteil noch beschleunigt hat. Er selbst überbringt der Witwe die Todesnachricht und findet eine verzweifelte Frau mit Kindern in ärmlichen Verhältnissen. Umso erstaunlicher, dass die gleiche Witwe keine paar Tage später umgezogen ist ein Haus, das sich Rath kaum leisten könnte. Aufgesucht hatte er sie, weil der Gerichtsmediziner bei dem Taxifahrer einen unheilbaren Gehirntumor festgestellt hatte, dessen Bezeichnung Rath an etwas erinnert … Weiterlesen

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TKKG: Ein fast perfektes Weihnachtsmenü

Ein Wiederhören mit alten Bekannten: Ich habe TKKG seit über 20 Jahren nicht mehr gehört und wie ich feststellen musste, hat sich – bis auf einige wenige Sprecher (die bezogen auf Karl aber leider nicht besser geworden sind) –  kaum etwas verändert. Im Gegensatz zu ihren Kollegen von den drei ??? sind Tarzan, Karl, Gaby, Klößchen und auch Oskar nämlich kein bisschen gealtert. So verfolgen sie die Verbrecher noch immer auf ihren Fahrrädern, was zum Teil einer gewissen Komik nicht entbehrt.

Doch erst einmal zum Inhalt des Weihnachtsspecials: Tim und Karl essen kurz vor Weihnachten gemeinsam mit Karls Eltern im „Plaisier Royal“, einem Nobelrestaurant. Dort werden sie Zeuge, wie der bekannte und gefürchtete Restaurantkritiker Pierre Ragueneau nach dem Dessert vornüber auf seinem Zimtparfait landet. Ein Giftanschlag. Da Karls Ex-Onkel (dazu später mehr) in dem Restaurant arbeitet, schalten sich TKKG in die Ermittlungen ein. Je länger sie ermitteln, umso mehr Täter kommen in Frage – neben Karls Ex-Onkel auch seine Mutter. Weiterlesen

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