Christelle Dabos: Die Spiegelreisende 02: Die Verschwundenen vom Mondscheinpalast, gelesen von Laura Maire

Ophelia wird zu Faruk bestellt, dem Ur-Ahn des Erdteils Pol. Durch mehrere Missverständnisse wird sie zur Vize-Erzählerin des Hofes ernannt und glaubt sich endlich sicher. Denn nachdem am Ende des letzten Bandes beinahe der gesamte Clan der Drachen, Thorns Clan , ausgelöscht wurde, ist sie mehr denn je gefährdet. Die Sicherheit durch Faruk ist jedoch trügerisch, denn er hat seine ganz eigenen Ansprüche an die Leserin von Gegenständen. Dazu verschwinden nach und nach immer mehr hochgestellte Persönlichkeiten spurlos und Ophelia findet heraus, dass es etwas mit bestimmten Sanduhren zu tun hat. Aber wer steckt dahinter? Und schon ist sie wieder mittendrin in gefährlichen Illusionen und Verwicklungen. Ihrem Verlobten Thorn kommt sie näher und näher, auch wenn beide das überhaupt nicht zugeben wollen.

Ich fand den zweiten Band, wieder herrlich gelesen von Laura Maire, eine Spur spannender als den ersten, Weiterlesen

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Anika Decker: Wir von der anderen Seite, gelesen von Katja Riemann

Als Rahel aufwacht, versteht sie die Welt nicht mehr. War sie nicht eben noch in die Notaufnahme gegangen, da ein Nierenstein ihr Probleme machte? Nun liegt sie verkabelt mit zahlreichen Schläuchen im Körper auf der Intensivstation und weiß nicht, wo oben und unten sind. Sie kann sich kaum bewegen, wird mit Medikamenten vollgepumpt und niemand verrät ihr etwas. Erst Tage später erfährt sie, dass sie wegen multiplem Organversagen im Koma lag. Nun muss sie mit ganz kleinen Schritten anfangen. Einen Löffel selbst zu halten, ist beispielsweise unmöglich, vom Bett aufstehen undenkbar. Kleine Schritte führen Rahel zurück ins Leben und die Komödienautorin versucht, alles mit etwas Humor zu nehmen.

Anika Decker ist selbst Drehbuchautorin und unter anderem durch Filme wie „Keinohrhasen“ und „Zweiohrküken“. „Wir von der anderen Seite“ ist ein teilweise biographischer Roman, denn die Autorin lag selbst in einem künstlichen Koma und musste sich zurück ins Leben kämpfen. Wegen einer Nierenbeckenentzündung mit Blutvergiftung wurde diese Maßnahme damals nötig. Rahel, ihre Romanfigur, durchlebt ein sehr ähnliches Schicksal. Weiterlesen

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Anne Griffin: Ein Leben und eine Nacht, gelesen von Reinhard Kuhnert

Im Alter von 84 Jahren beschließt Maurice Hannigan, in ein Altersheim umzuziehen. Er hat alle Kisten gepackt und beschriftet, das Land verkauft und sitzt nun in einer Hotelbar und lässt sein Leben Revue passieren. Im Laufe des Abends spricht er fünf Mal einen Toast aus auf Menschen, die in seinem Leben eine wichtige Rolle gespielt haben. Übernachten wird er in dieser Nacht in der besonderen Hochzeitssuite des Hotels – auch diese hat für Maurice eine ganz besondere Bedeutung, wie schnell klar wird. Im Geiste geht er die wichtigsten Stationen seines Lebens durch und muss dabei immer an seinen Sohn Kevin denken, an den er ebendiese Gedanken auch richtet.

Maurice befindet sich in diesem Abend im gedanklichen Austausch mit Kevin. Da dieser in der Situation aber nicht anwesend ist, gestaltet sich das Gespräch sehr einseitig. Es spricht aber auf der anderen Seite die Zuhörer und Zuhörerinnen an. Man wird durch die direkte Ansprache Kevins immer wieder zur Geschichte zurückgeholt und mit ihr verbunden. Weiterlesen

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Christelle Dabos: Die Spiegelreisende 01: Die Verlobten des Winters, gelesen von Laura Maire

Laura Maire entführt uns in eine Welt voller Tücken und Zauber. Ophelia ist eigentlich glücklich und zufrieden mit ihrem Leben. Sie führt ein kleines Museum und besitzt zwei Eigenschaften: Sie kann durch Spiegel reisen und sie kann Gegenstände lesen, da heißt, die Gegenstände erzählen ihr, was ihnen in der Vergangenheit geschehen ist. An Heirat denkt Ophelia überhaupt nicht, aber sie wird an einen mächtigen Mann eines anderen Erdenteils verschachert. Thorn erweist sich als spröde, wenn auch nicht völlig lieblos, aber er hat einfach keine Zeit für seine Braut. Diese wird bei seiner Tante abgeladen und dort lernt sie eine Art von Illusionen kennen, wie sie sich aus ihrer Heimatwelt nicht einmal vorstellen konnte.

Der Auftakt der Serie ist superspannend und reißt einen beim Zuhören einfach mit Ophelia gibt nicht etwa auf und ergibt sich in ihr Schiksal, wie man es von der Protagonistin vom Anfang erwartet hätte, sondern sie bringt sich aktiv in diese neue Welt ein, die sie eigentlich niemals kennenlernen wollte. Weiterlesen

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Christine Brand: Blind, gelesen von Martina Treger

Nathaniel ist blind. Normalerweise kommt er gut zurecht, aber es gibt so das eine oder andere, bei dem er gerne jemanden Sehenden um Rat fragen würde. Die Farbe der Krawatte zum Beispiel. Dafür gibt es eine App: „be my eyes“. Die App ruft eine Reihe von registrierten Nutzern an, und der Erste der sich meldet, wird mit Nathaniel verbunden. Per Kamera kann er dann bei was auch immer helfen. Eines Tages endet eine solche Hilfestellung mit einem gellenden Schrei der Frau am anderen Ende und Verbindungsabbruch. Natürlich kann etwas völlig harmloses dahinter stecken, aber Nathaniel lässt die Sache keine Ruhe. Die Polizei glaubt ihm zwar, sieht aber keinen Handlungsbedarf und auch keine Möglichkeit. Denn für die Nutzer sind die anderen Nutzer anonym, da es Zufall ist, wer von den Angerufenen zuerst ans Telefon geht, hat selbst der App-Betreiber kaum Möglichkeiten, die Identität festzustellen – und für eine Privatmann schon mal gar nicht. Gemeinsam mit einer Freundin, der Journalistin Milla macht Nathaniel sich trotzdem auf die Suche – und taucht dabei tief in seine Vergangenheit. Weiterlesen

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Wiebke Lorenz: Einer wird sterben, gelesen von Christiane Marx

Stella Johannsen lebt zurückgezogen in dem Häuschen, das sie mit ihrem Mann Paul bewohnt. Seit einem schweren Unfall, in den die beiden verwickelt waren und bei dem auch Pauls Exfrau starb, ist ihr Gesicht entstellt und sie zeigt sich nur selten in der Öffentlichkeit. Als tagelang ein Auto scheinbar grundlos in ihrer Straße parkt, ist Stella in Alarmbereitschaft. Kann es sein, dass der Mann und die Frau nur wegen des Unfalls da sind, dass sie vielleicht sogar wissen, was damals wirklich passiert ist? Stella ruft in hellem Aufruhr ihren Ehemann Paul an, der als Pilot überall auf der Welt unterwegs ist.

Wiebke Lorenz verlagert die Handlung ihres neusten Romans in die so genannte Blumenstraße. Ein idyllisches Sträßchen mit wenigen Mietern, die sich kennen und allesamt irgendwie Geheimnisse vor einander haben. Der Bau einer großen Wohnanlage bringt das Leben der Ansässigen kräftig durcheinander und auch für das seit Tagen dort parkende Auto interessiert sich nicht nur Stella. Auch die anderen Bewohner fragen sich, was es mit den mysteriösen Leuten auf sich hat. Um so schlimmer, denkt Stella. Denn niemand soll erfahren, was vor sechs Jahren wirklich passiert ist. Doch Stella ist auf sich allein gestellt, denn Paul ist weit entfernt und wird so schnell nicht nach Hause kommen. Weiterlesen

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Marion Brasch: Lieber woanders, gelesen von Jasna Fritzi Bauer u.a.

Toni und Alex könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie kennen sich nicht und sind doch untrennbar miteinander verbunden. „Lieber woanders“ begleitet die beiden 24 Stunden, bis sich ihre Wege kreuzen. Tonis Leben ist mit dem Tod ihres kleinen Bruders bei einem Unfall, in den auch sie verwickelt war, nicht mehr dasselbe. Sie gibt sich die Schuld und kommt nicht mehr recht auf die Beine. Auch Alex Leben ist aus dem Lot geraten. Als seine kleine Tochter am Blinddarm operiert wird, reden er und seine Frau zum ersten Mal seit vielen Jahren wirklich miteinander. Seit sieben Jahren betrügt Alex seine Frau und hat es ihr immer verschwiegen. Unaufhaltsam bewegen sich Toni und Alex aufeinander zu.

Im Hörbuch zu „Lieber woanders“ finden sich drei verschiedene Sprecher. Jasna Fritzi Bauer liest Tonis Passagen sehr überzeugend. Sie ist eine junge Frau voller Kreativität und Ideen, deren Leben mit dem Tod des kleinen Bruders allerdings zum Stillstand gekommen ist. Die Teile von Alex übernimmt Thorsten Merten, der in meinen Augen zwar nicht so ein überzeugender Hörbuch-Sprecher ist, aber sehr gut zu Alex passt. Weiterlesen

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Chloe Benjamin: Die Unsterblichen, gelesen von Wolfram Koch

1969 legen die Geschwister Simon, Daniel, Klara und Varya ihr Geld zusammen, um eine Wahrsagerin zu besuchen, die angeblich den Todestag voraussagen kann. Da sind sie noch Kinder und können darüber lachen. Aber was macht es mit ihnen, ihren Todestag zu wissen? Macht es einen Unterschied, ob sie daran glauben oder nicht? Diesen Fragen geht Chloe Benjamin in diesem Hörbuch nach.

Die Geschichten der vier werden nacheinander erzählt, sozusagen in ihrer Todesreihenfolge. Der homosexuelle Simon sucht sein Glück im liberalen San Francisco der 80ger Jahr. Es gelingt ihm sich zu seiner Homosexualität zu bekennen, er findet immer wieder tolle Liebhaber, aber damit ist auch früh klar, warum sein Todesdatum das erste ist.

Klara ist von Magie fasziniert, kann ihre Leidenschaft aber im Gegensatz zu ihrem Bruder nicht ausleben, weil sie glaubt, mit langweiligen Jobs Geld verdienen zu müssen. Als sich das endlich ändert, hat sie ihr nicht mehr weit entferntes Todesdatum immer vor Augen und wird auch nicht wirklich glücklich. Weiterlesen

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Romy Hausmann: Liebes Kind, gelesen von Heiko Deutschmann u.a.

Lange hat mich ein Thriller nicht mehr so überzeugt. So viele Aha-Erlebnisse, so viele Wendungen und Irrungen, die am Ende dann doch alle passten. Der Klappentext wirbt damit „beginnt wo andere Thriller enden“ und hat damit vollkommen recht.

Lenas Martyrium scheint endlich ein Ende zu haben. Nach 14 Jahren gelingt es der jungen Frau gemeinsam mit ihrer Tochter aus der Hütte am Wald zu fliehen, in der sie gefangen gehalten wird. Ihr Sohn bleibt mit dem toten Entführer zurück. Ihre Flucht endet mit einem Unfall, sie wird angefahren, der Fahrer ruft einen Krankenwagen und verschwindet dann. Aber was macht das schon, sie kommt ins Krankenhaus und ist in Sicherheit. Die Eltern werden benachrichtigt. Nach 14 Jahren endlich ein gutes Ende. Dann kommt der erste Knaller und der einzige Spoiler, den ich bringen werde: Es ist nicht Lena, obwohl sie das behauptet. Weiterlesen

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Michelle Obama: Becoming, gelesen von Katrin Fröhlich

Ich bin ja eigentlich nicht so der Biografien-Fan, aber die hier ist wirklich toll. Michelle Obama beschreibt voller Witz und Reflexion ihren Weg vom kleinen schwarzen Mädchen der Chicagoer South Side bis zu dem Haus nach dem Weißen Haus. Sie beschreibt ihr Leben in kleinen, spannenden Geschichten, die sich dann zu einem Lebensweg zusammensetzen. Sie ist früh ehrgeizig, wie sich an der Geschichte des Lesewettbewerbs zeigt. Sie ist ungeduldig, wie sie beim Klavierspiel beweist. Sie ist ängstlich, als sie in die neue Schule kommt. Sie versucht ihr Bestes zu geben, Probleme zu erkennen, Dinge zu ändern, die sie versteht und die sie stören. Dabei beweist sie eine Klugheit und eine emotionale Intelligenz, vor der ich nur neidisch den Hut ziehen kann. Sie beschreibt ihre ersten Kontakte mit Barrack Obama, seinen Weg zum Präsidenten nur soweit, wie es ihr Familienleben betraf. Weiterlesen

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