Petra Ivanov: Alte Feinde

Echten Krimifans ist Petra Ivanov vermutlich ohnehin ein Begriff. Für alle, die die Autorin noch nicht kennen sollten, empfiehlt es sich, einen Blick in ihr neuestes Buch zu werfen: ‚Alte Feinde‘. In seinem bereits achten Fall ist das Ermittlerduo Regina Flint und Bruno Cavalli diesmal in den USA unterwegs.

Worum geht es genau? Der Ermittler Bruno Cavalli ist bereits seit einigen Monaten Undercover in den USA. Er ist dort auf der Suche nach einem Blasrohrmörder. Allerdings handelt es sich dabei um keine normale Verbrecherjagd. Denn Cavalli muss erkennen, dass sowohl er als auch seine Familie in Fokus des Mörders zu stehen scheinen. Sowohl seine indianische Mutter und Großmutter, als auch seine in der Schweiz lebende Partnerin Regina und ihre gemeinsame Tochter Lily schweben in Lebensgefahr.

Von all dem ahnt Regina Flint nichts. Sie ist in ihrer Funktion als Staatsanwältin selbst mit einem Fall befasst, bei dem ein Mann in Zürich mit einem alten Revolver ermordet wurde. Als sich jedoch herausstellt, dass es sich um eine Waffe aus dem amerikanischen Bürgerkrieg handelt und der Ermordete ein Nachfahre von Henry Wirtz, einer zwiespältigen Figur dieses Krieges, war, scheint immer darauf hinzudeuten, dass die Lösung auch dieses Mordfalls in den USA zu suchen ist. Weiterlesen →

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C.J. Tudor: Der Kreidemann

Die Autorin C.J. Tudor legt mit „Der Kreidemann“ ihren ersten Roman vor und macht es richtig spannend. Wie man es z. B. von Stephen King kennt, geht es um eine Gruppe von Freunden, die in ihrer Kindheit eine unheimliche Begegnung haben, hier mit dem Kreidemann, und die als Erwachsene wieder zusammenfinden, um die Geschehnisse aufzuklären.

Ed Munster (Eddie), Fat Gav, Metal Mickey, Hoppo und Nicky sind im Jahr 1986 Freunde, die die üblichen Dinge umtreibt, die Zwölfjährige beschäftigen. Zu Beginn des Thrillers treffen sie sich, um zum Jahrmarkt zu gehen, essen Hotdogs, angeln Enten – und treffen den „bleichen Mann“ zum ersten Mal: den Kreidemann. Er bringt die Freunde auf die Idee, einander mit Kreide geheime Botschaften zu schreiben, die nur sie entziffern können. Eine altmodische Angelegenheit, die aber geheimnisvoll erscheint und Spaß bringt.

Die Geschichte geht dann rasch dramatisch weiter, die Kinder werden durch Kreide-Botschaften zu einer Leiche ohne Kopf geführt. Der Prolog verrät, dass der Mädchenkopf gestohlen und in einer Tasche, in der Kreidestummel liegen, fortgetragen wird. Die Freunde werden älter, neue Menschen treten in ihr Leben und die Ereignisse ihrer Kindheit verblassen, ihre Lebenswege trennen sich. Weiterlesen →

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Claire Douglas: Missing – Niemand sagt die ganze Wahrheit

Francesca und Sophie waren in ihrer Jugend unzertrennliche Freundinnen. Sie hatten keine Geheimnisse voreinander und genossen ihr Leben in vollen Zügen. Zum Bruch zwischen ihnen kam es erst, als Francesca das Küstenörtchen zum Studieren verließ. Danach war die Freundschaft den beiden nicht mehr dieselbe. Doch es keimte schwach wieder eine Verbindung zwischen ihnen auf, bis sich alles für immer veränderte: Sophie verschwand eines nachts und nur ein Schuh im Wasser blieb von ihr. Ist sie tatsächlich gesprungen, würde sie gestoßen? Was ist in der Nacht passiert? Auch fast zwanzig Jahre nach Sophies Verschwinden lässt dieses Francesca keine Ruhe. Haben die Ereignisse etwas mit dem furchtbaren Erlebnis zu tun, das die Mädchen viele Jahre vor Sophies Verschwinden hatten? Als Sophies Bruder Francesca erneut in das Küstenörtchen ruft, um eine angeschwemmte Leiche mit ihr zu identifizieren, muss sich Francesca der Vergangenheit stellen.

„Missing“ springt zwischen Vergangenheit und Gegenwart und ist ein Psychothriller mit einigen spannenden Wendungen und eine Tätersuche bis zur letzten Seite. Der Roman ist zwar keinesfalls perfekt, kann aber für einige unterhaltsame Lesestunden sorgen, vor allem für diejenigen Leserinnen und Leser, die sonst nicht so oft zum Psychothriller oder Thriller im Allgemeinen greifen. Weiterlesen →

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Jo Nesbø: Macbeth: Blut wird mit Blut bezahlt

Jo Nesbø, weltberühmter norwegischer Krimiautor, hat sich im Rahmen Shakespeare-Projektes von Hogarth Press (1917 von Virginia und Leonard Woolf gegründet) an die Neuerzählung von Shakespeares Tragödie „Macbeth“ aus dem Jahre 1606 gemacht. Der Thriller erschien am 27. August 2018 im Penguin Verlag. Deutsch von André Mumot.

Darin entwirft Nesbø ein düsteres Bild um den „Königsmörder“ Macbeth, den er zum Inspector einer Polizei-Spezialeinheit, dem SWAT-Team, in einer heruntergekommenen, ehemaligen Industriestadt in Schottland macht. Drogen und Gewalt sind an der Tagesordnung, jahrzehntelang toleriert von dem korrupten Chief Commissioner Kenneth. Doch nun ist Duncan Polizeichef geworden, und er setzt sich für Recht und Gesetz ein. Zunächst kämpft Macbeth, der selbst einmal drogenabhängig war, diesen Kampf gegen die Norse Riders und Hecate, der grauen Eminenz des Drogenhandels, erfolgreich mit. Doch dann gerät sein Gerechtigkeitsempfinden auf die falsche Spur. Weiterlesen →

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Jonas Winner: Die Party

Als die ehemaligen Schulfreunde in 2018 zu einer Halloween-Revival-Party eingeladen werden, ahnen Nick, Donna, Ashley, Terry, Louise, Kim, Ralph, Henry, Janet und Scott nichts Schlimmes. Der Gastgeber ist ihr alter Schulfreund Brandon, der in seiner Villa ihre letzte Party wiederaufleben lassen möchte. An Halloween 1986 waren sie alle in dieser Konstellation zuletzt vereint. Eine Party, die mehrere Leben für immer veränderte. Eine Party, auf der Schreckliches geschah. Doch was war es? Und wer war beteiligt? Schon nach wenigen Minuten ahnen die ehemaligen Schulfreunde, dass es etwas Zerstörerisches sein muss. Denn kaum hat die Party begonnen, stürzt der Gastgeber Brandon in die Tiefe und wird vom schweren Kronleuchter begraben. Gleich im Anschluss – alle sind noch geschockt – meldet er sich per Videobotschaft. Nur einer der Gäste wird die 24 Stunden der Party überleben und es gibt kein Entkommen …

Jonas Winners neuer Roman hat viele Protagonisten, die man alle ein wenig kennenlernt. Am Greifbarsten wird dabei wohl noch Nick, dem viele Kapitel des Romans gewidmet sind. Er lebt als mehr oder wenige erfolgreicher Autor von Thrillern in Brooklyn, New York. In seinem Heimatstädtchen New Jericho war er seit dem Schulabschluss nicht mehr, auch Kontakt zu den ehemaligen Freunden hatte er wenig. Weiterlesen →

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Jane Harper: Ins Dunkel

Der Ermittler Aaron Falk soll so schnell wie möglich Beweise vorlegen, damit eine schon lange verdächtige Melbourner Firma überführt werden kann. Ausgerechnet jetzt bricht Alice, seine wichtigste Informantin, mit einigen Kollegen und ihren Chefs zur alljährlichen Wanderung ins Giralang-Massiv auf. Jeweils fünf Frauen und Männer wandern in zwei Gruppen durch einen Wald. Jede Gruppe nimmt eine eigene Route, wer zuerst nach drei Tagen das Ziel erreicht hat, gehört zum Gewinnerteam. Das Spiel Männer gegen Frauen beginnt jedoch mit einigem Unmut, weil jeder von ihnen kurz vor einer Beförderung steht. Daniel und Jill, die Firmeninhaber, führen jeweils ihre Gruppe an. Bei Regen und Kälte geht es los. Doch in der Frauengruppe bahnen sich aus verschiedenen Gründen Konflikte an. Alte Rechnungen wollen beglichen werden. Während die Männergruppe wie erwartet pünktlich das Ziel erreicht, verirren sich die Frauen. Weiterlesen →

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Volker Klüpfel & Michael Kobr: Kluftinger

Kommissar Kluftinger löst seinen 10. Fall. Diesmal sieht es ganz so aus, als wäre er selbst das Opfer. Ein Grab mit seinem Namen und eine Todesanzeige deuten stark darauf hin, dass jemand es auf Kluftinger selbst abgesehen hat. Weitere Drohungen bestätigen das und der Kommissar macht sich auf die Suche, die ihn in seine eigene Vergangenheit führt.

Das ist definitiv eine interessante Idee, die sich deutlich vom Handlungsverlauf der bisher erschienen Bände abhebt. Genau das war wohl auch der Gedanke des Autorenduos Klüpfel und Kober, die zum Jubiläum des 10. Bandes etwas Besonderes bieten wollten. Das ist ihnen sicherlich gelungen. Ob es freilich den eingefleischten Klufti-Fans zusagt, erscheint mir fraglich. Während der etwas kauzige Kommissar sich bisher in relativ klar strukturierten Kriminalfällen auf die Jagd nach Verbrechern begab und diese dann auch regelmäßig zur Strecke brachte, sieht es im neuen Roman anders aus. Hier wird die Handlung von zahlreichen Rückblenden unterbrochen und es gibt ein offenes Ende. Man lernt dabei Kluftinger (und sogar seinen Vornamen) zwar näher kennen, dem Erzählfluss tut das allerdings nicht gut und schmälert insgesamt das Lesevergnügen. Weiterlesen →

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Nina Laurin: Escape – Wenn die Angst dich einholt

Dreizehn Jahre ist es her, dass Ella als 10-jähriges Mädchen einfach verschwand und das erstmal niemand über Wochen merkte. Erst als ihre Mutter ins Gefängnis kam, fiel das Fehlen des kleinen Mädchens auf. Drei Jahre später kann sie ihrem Entführer entkommen, bei der polizeilichen Vernehmung allerdings fast nichts über ihn zur Aussage geben. Doch etwas hat ihr ihr Vergewaltiger und Peiniger mitgegeben: Ella ist schwanger.

Mittlerweile ist Ella 23 Jahre alt, hat das Baby gleich nach der Geburt zur geschlossenen Adoption freigegeben und schlägt sich irgendwie so durchs Leben. Sie ist von Tabletten abhängig und hat mehrere Jobs, um sich über Wasser zu halten. Als sie eine Vermisstenanzeige in die Hände bekommt, glaubt sie schnell, dass ihr damaliger Peiniger wieder zugeschlagen haben könnte. Die 10-jährige Olivia passt genau in das Beuteschema ihres größten Albtraums.

Wer bei Nina Laurins Roman einen Thriller erwartet, bei dem man atemlos Seite um Seite liest und mitbangt, der wird zweifellos enttäuscht sein. So ein Buch ist „Escape – Wenn die Angst dich einholt“ nicht. Es arbeitet eher auf psychologischer Ebener, befasst sich mit Ella, die mittlerweile Laine heißt, und ihrer inneren Zerrissenheit, als sie auch noch entdeckt, dass Weiterlesen →

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Frank Goldammer: Vergessene Seelen

Dresden 1948. Ein extrem heißer Sommer. Drei Jahre nach Kriegsende ist Dresden noch immer eine riesige Baustelle und die Versorgung lässt zu wünschen übrig. Für Kriminalkommissar Max Heller hat sich hauptsächlich eins geändert: Es sind nicht mehr die Russen, die sich ständig in seine Arbeit einmischen, sondern es ist inzwischen die SED. Die ihn darüber hinaus auch noch dauernd in ihre Reihen aufnehmen will und in die sein zurückgekehrter Sohn bereits eingetreten ist. Max sieht sich einem Gegner gegenüberstehen, den er nicht bekämpfen will.

In einer Baugrube wird ein 14jähriger Junge gefunden. Die Todesursache ist unklar. Ist er gestürzt, hat er sich wegen seines gewalttätigen Vaters umgebracht oder wurde er von Schmugglern getötet. Max tauch tief in die Welt der einfachen Leute und ihrer Sorgen und Schwierigkeiten ein und mit ihm der Leser. Es wird oft vergessen, dass mit Kriegsende eben nicht plötzlich alles wieder gut war (im Westen übrigens auch nicht). Männer kehren traumatisiert aus dem Krieg zurück und wissen sich nicht anders zu helfen, als Gewalt gegen ihre Familien auszuüben. Weiterlesen →

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Karen Cleveland: Wahrheit gegen Wahrheit

Die Protagonistin Vivian arbeitet bei der CIA als Spionageabwehr-Analystin. Durch akribischen Fleiß hat sie einen Algorithmus entwickelt, mit dessen Hilfe sie russische Spione enttarnen will. Doch als es ihr schließlich gelingt, sich in das Programm eines russischen Agentenbetreuers einzuloggen, macht sie eine schreckliche Entdeckung: Nachdem sie eine Datei mit fünf Schläfern geöffnet hat, erblickt sie auf einem der Fotos ihren Mann Matt und all ihr Enthusiasmus macht einer kalten Angst Platz. Alles, wofür sie sich eingesetzt und gearbeitet hat, scheint urplötzlich zunichte zu sein. Mehr noch, die Struktur ihrer Ehe und der gesamten Familie gerät ins Wanken. Basiert ihre Ehe, ihr Familienleben auf einer Lüge? – Matt gibt Vivians Verdacht unumwunden zu.

Das Dilemma für Vivian könnte nicht perfider sein. Soll sie ihren Mann enttarnen und damit gleichzeitig ihr eigenes und das Leben ihrer Familie, alles was sie hat und liebt zerstören? Was würde aus den vier Kindern werden, wenn sie ohne den liebevollen Vater aufwachsen müssten? Weiterlesen →

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