Thomas Schweres: Die Abbieger

Alle Achtung vor der Rechercheleistung. Aber doch wohl geboren aus der unmittelbaren Wut oder auch Hilflosigkeit, was die Verkehrssituation im Ruhrgebiet, speziell auf unserem Ruhrschleichweg, die B1, oder später die A40, angeht. Jeder kann davon ein Lied singen. Grad vor einer Woche komme ich am Samstagmittag aus Krefeld und will zurück nach Dortmund. Der Klassiker. Dabei kein pöhlen angesagt, weder die Blauen noch die Schwarz- Gelben. Ich habe ja, wenn es geht, das Navi aus, aber man hofft ja, dass man irgendwie durch dieses Chaos relativ zügig geleitet wird. Am Arsch. Erst fragt mich die freundliche Stimme mit, ob ich wegen der zu erwartenden Verkehrshindernisse nicht umschwenken wolle, um fünf Minuten eher zu Hause zu sein. Ich sag ok, mach mal. So, auf geht’s zur A 42 – um dort eine Stunde zu stehen. Fehlte nur noch, dass sich das Navi noch entschuldigt. Das wäre schon absurd gewesen, aber lustig. So wie der vorliegende Krimi. Weiterlesen

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Jan Costin Wagner: Sonnenspiegelung

Ein plötzlich verstorbener Familienvater, ein geplanter Selbstmord, ein fehl geschlagener Einbruch. Jan Costin Wagners acht faszinierende Geschichten aus „Sonnenspiegelung“ befassen sich mit den Schattenseiten der menschlichen Existenz. Mal bricht das Dunkel scheinbar plötzlich in eine sommerliche Idylle hinein, mal wartet ein schwarzes Loch aus der Vergangenheit darauf, die Gegenwart für sich zu vereinnahmen. Fassaden brechen, Masken fallen.

Jede Story gleicht einer emotionalen Tour de Force mit ungewissen Ausgang. Dank atemberaubend eingebauter Wendungen können wir uns nie sicher sein, was der mit dem Deutschen Krimipreis ausgezeichnete Autor uns hier literarisch vorspiegelt. Weiterlesen

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Jussi Adler-Olsen: Selfies

Der dänische Autor Jussi Adler-Olsen (Jahrgang 1950) hat mit seiner Thriller-Reihe um das Sonderdezernat Q in Kopenhagen international Erfolg. Der erste Band „Erbarmen“ von 2008 verkaufte sich millionenfach. Dieser und die nachfolgenden Bände „Schändung“ und „Erbarmen“ wurden verfilmt. In Deutschland haben Jussi Adler-Olsen und sein Ermittlungsteam eine große und treue Fangemeinde. So wundert es auch nicht, dass der siebte Fall für Kommissar Carl Mørck und seine Assistenten Assad und Rose die Bestseller-Listen stürmt. „Selfies“ (in einer Übersetzung von Hannes Thies) erschien am 10. März 2017 bei dtv.

Und es gibt viel zu tun für das Sonderdezernat Q im Keller der Kopenhagener Polizei. Da ist der alte, ungelöste Fall einer jungen Lehrerin, die erschlagen wurde, der auch den pensionierten Kollegen von der Mordkommission Marcus Jacobsen  beschäftigt. Weiterlesen

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Reiner Strunk: Der Dolch des Patriarchen

Es ist bereits der zweite Kirchenkrimi, den Reiner Strunk veröffentlicht. Der 1941 geborene promovierte Theologe schafft es, eine gesellschaftspolitisch relevante Situation in Form einer fiktionalen Kriminalgeschichte zu präsentieren.

Unvermittelt stürzt dem Protagonisten der Geschichte, dem Gemeindepfarrer Beermann, ein Kommilitone aus alten Tagen vor die Füße. Der Dolch, der in dessen Rücken steckt, macht dem Pfarrer schlagartig klar, dass er zum zweiten Mal als Ermittler gefordert ist. Erst einige Tage zuvor hatte das Opfer, Thomas Wackernagel, am Rande eines Promotionstreffens dem Pfarrer einen Besuch angekündigt. Eine Kontaktaufnahme, die tödlich endet. Schnell gerät der Pfarrer in den Bann einer Geschichte, deren Tragweite er zunächst nicht erkennt. Weiterlesen

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Jacques Berndorf: Eine Reise nach Genf (1993)

Man muss schon eine Autoren-Institution sein, um erleben zu dürfen, dass seine Werke mehrfach und in verschiedenen Verlagshäusern neu herausgebracht werden. Jaques Berndorf, 1936 in Duisburg geboren, darf dies für sich in Anspruch nehmen. Aus Anlass seines 80. Geburtstags bringt der KBV Verlag frühe Werke Berndorfs als Neuauflage heraus, was sicherlich auch einer Verbeugung vor dem Lebenswerk des Autors gleichkommt. Dazu gehört u.a. auch „Eine Reise nach Genf“.

Jaques Berndorf, dessen erzählerische Bühne in der Eifel steht, konfrontiert seinen Protagonisten Siggi Baumeister mit einem realen Fall. Die meisten der Berndorf-Leser haben das Bild des toten Uwe Barschel in der Badewanne eines Genfer Hotels sofort vor Augen. Weiterlesen

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Gilly Macmillan: Perfect Girl

Ich muss zugeben, bezüglich dieses Buches bin ich sehr zweigeteilt. Auf der einen Seite ist es ein gut aufgebauter Thriller mit einer starken Protagonistin. Auf der anderen Seite gefällt mir die Botschaft nicht.

Zoe Maisey gibt ihr erstes Konzert als Pianistin in ihrem neuen Leben. Am nächsten Morgen ist ihre Mutter tot. Das ist kein Spoiler, das steht auf den ersten Seiten. Im folgenden wird erst Zoes Leben auf den Prüfstand gestellt und anschließend das ihrer ganzen Familie. Die Familie ist zum Teil angeheiratet. Vor drei Jahren hatte Zoe nämlich einen Autounfall, an dem sie schuld war und bei dem drei ihrer Mitschüler starben. Sie war betrunken und hat ihre Strafe bereits abgesessen. Ihre ursprüngliche Familie ist allerdings daran zerbrochen. Ihre Mutter hat wieder geheiratet, einen Witwer mit einem Sohn in Zoes Alter, der auch Klavier spielt. Sie dürfen nicht erfahren, was damals geschehen ist. Der Grund dafür zeigt sich erst am Ende des Buches, bis dahin glaubt man nur, ihre Mutter würde sich für Zoe schämen. Weiterlesen

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Arnaldur Indriðason: Tage der Schuld

Arnaldur Indriðason, 1961 geborener isländischer Krimiautor, ist in Deutschland vor allem durch seine Kommissar Erlendur-Reihe bekannt. Inzwischen sind elf Titel dieser Reihe auf Deutsch erschienen. Mit dem zwölften Band „Tage der Schuld“ (in einer Übersetzung von Coletta Bürling), der am 16. Februar 2017 bei Bastei Lübbe erschienen ist, führt  Indriðason die Leser zu Kommissar Erlendurs Anfängen bei der isländischen Kriminalpolizei in Reykjavik Ende der 1970er Jahre.

In „Tage der Schuld“ ermitteln Erlendur Sveinsson und sein Vorgesetzter Marian Briem in einem Mordfall, in dem eine männliche Leiche in einem See mitten in einem Lavafeld auf der Halbinsel Reykjanes gefunden wurde. Weiterlesen

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Alex Lake: Es beginnt am siebten Tag

Die Britin Julia Crowne ist eine vielbeschäftigte Anwältin, die Familie und Job unter einen Hut bekommen muss. Da sie sich von ihrem Ehemann Brian trennen will, muss sie lernen, auf sich allein gestellt zu sein. Das bedeutet auch, die 5-jährige Tochter Anna allein aus der Schule abzuholen. Doch an diesem Tag kommt Julia zu spät – und Anna ist schon weg! Das Mädchen ist nicht auffindbar und wird bald landesweit gesucht. Nach einigen Stunden wird eine Entführung immer wahrscheinlicher, denn Anna ist weder bei Vater, Oma, anderen Verwandten oder Freunden. Julia geht durch die Hölle und macht sich schreckliche Vorwürfe. Weiterlesen

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Steve Hockensmith: Weiße Magie – Vorsicht Stufe!

Tarotkarten und eine Kriminalgeschichte: Bei dieser gewagten Mixtur hätte einiges schief gehen können. Hat es aber nicht. Dafür sorgen eine wunderbar witzige Heldin, schräge Nebenfiguren und die Tarotkarten, die als amüsante „Sidekicks“ im Hintergrund fungieren, aber nicht handlungsrelevant in die Story eingreifen. Der zweite Roman der „Vorsicht Magie“-Reihe erinnert ein wenig an „Fargo“ – nur dass die Handlung im wesentlich hitzigeren Arizona angesiedelt ist.

Alanis, die vor vielen Jahren aus ihrer Trickbetrüger-Familie abgehauen ist, strandet in einem Kaff im staubigen Arizona. Hier hat sie von ihrer Mutter den Tarotladen „Weiße Magie – gut und günstig“ geerbt, der dazu diente, hilfesuchenden Menschen das Geld aus der Tasche zu ziehen. Weiterlesen

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Kathrin Lange: Ohne Ausweg

„Rasant“ beschreibt diesen 3. Fall des Berliner Kommissars Faris Iskander wohl am Besten. Wer es noch nicht weiß: Faris Iskander ist Moslem, gebürtiger Berliner und wird in seiner Sonderkommission vorzugsweise bei Fällen mit islamistischem Hintergrund eingesetzt. Trotz mehrer Fälle mit großer Öffentlichkeitswirksamkeit, gilt er immer noch als guter Undercoveragent, wenn auch mit ziemlich gestrickter Vita. Mehrere Anschläge mit tödlichem Gas aus der Spraydose weisen zu dem Terroristen Muhammad al-Sadiq, der aus dem Gefängnis heraus anscheinend einen großen Terroranschlag auf Berlin plant. Faris muss sich ins Gefängnis einweisen lassen und an der Leibwächtertruppe vorbeikommen, um Muhammad al-Sadiq von seinen Absichten zu überzeugen, sich am Terroranschlag beteiligen zu wollen, Weiterlesen

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