Thomas Thiemeyer: Evolution 01: Die Stadt der Überlebenden, gelesen von Mark Bremer

evolutionEs sollte ein Schüleraustausch werden. Einige Zeit in den USA, für Lucie und Jem sollte es die beste Zeit ihres Lebens werden – so war es geplant. Aber das Flugzeug gerät in einen Sturm und muss in Denver notlanden. Das gelingt zwar, aber was ist mit dem Airport geschehen? Es sieht aus, als stünde er seit Jahren leer, nirgends eine Spur von Menschen. Dafür ist die Technik sehr viel ausgefeilter, als die Passagiere sie kennen.

In einem Schulbus machen sie sich auf den Weg in die eigentliche Stadt Denver und auch hier gibt es keine Spur von Menschen. Die Tiere verhalten sich seltsam. Als würde die Gruppe beobachtet, taxiert. Nach und nach finden sie heraus, was geschehen ist und die Wahrheit ist noch viel skurriler, als sie es sich hätten vorstellen können. Das ist ganz sicher kein spaßiger Schüleraustausch.

Das Hörbuch ist der erste Teil einer Trilogie und endet sehr offen. Das ist aber auch das einzige Manko. Die Geschichte und gut durchdacht, spannend erzählt und sehr gut vorgelesen. Das einzige was mich stört ist das, was sich bei Trilogien in letzter Zeit ohnehin unschön verbreitet: Die Geschichte scheint einfach mittendrin aufzuhören. Früher war es mal so, dass ein erster Band eine in sich geschlossene Geschichte erzählte, dass manche Fragen zwar offen blieben, aber die eigentliche – nennen wir es mal Reise im Sinn von Heldenreise – war abgeschlossen. Oft konnte man sich nicht mal vostellten, was ein zweiter Band wohl noch zu bieten hätte und war überrascht, dass es dem Autor gelang, doch noch einen neuen Turn hineinzubringen. So war es in den Panem Romanen, in den „Seiten der Welt Romanen“ und in vielen anderen. Bei Evolution ist das aber eben nicht so. Die Protagonisten schaffen es gerade mal, herauszufinden, wann und wo sie sich befinden und erreichen eine menschliche Burg und gerade dann endet das Hörbuch. Für meinen Geschmack bleibt da – auch für einen ersten Band eines Mehrteilers – viel zu viel offen. Der Hörer hat noch keinen Schimmer, was es mit dieser zischenden Stimme im Background auf sich hat – obwohl man schon sehr lange miträt und die ist übrigens ziemlich genial rübergebracht, ich hab fast senkrecht im Bett gestanden. Aber ich mag es nicht, wenn ich am Ende eines Buches noch raten muss, ob das wohl auf eine Kritik der menschlichen Rasse hinausläuft (Katastrophe, jetzt gilt wieder das Recht des Stärkeren) oder ob es noch um etwas ganz anderes geht.

Fazit: Spannend, gut gemacht, aber eines von denen, die man lieber entdeckt, wenn schon alle Bände auf dem Markt sind.

Thomas Thiemeyer: Evolution: Die Stadt der Überlebenden, gelesen von Mark Bremer.
Rubikon Audioverlag, Juni 2016.
1 mp3-CD, 15,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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