Tana French: Gefrorener Schrei

Der Tisch ist gedeckt für zwei, alles ist vorbereitet, aber die Gastgeberin ist tot. Es scheint sich um einen Routinefall zu handeln, deswegen dürfen sich die Detectives Antoinette Conway und Stephen Moran daran austoben, obwohl sie nicht als die hellsten Leuchten im Revier gelten – glauben sie. Aber der Grund ist ein ganz anderer. Der erwartete Besucher ist schnell ausgemacht und da er in sozialer Interaktion nicht der Geschickteste ist, ist er auch sehr bald verdächtig und gilt quasi schon als überführt. Aber die beiden Detectives haben kein gutes Gefühl bei der Sache. Sie bleiben dran und versuchen neue Wege zu finden. Damit stoßen sie aber einige wichtige Leute im Polizeiapparat derbe vor den Kopf.

Das ist einer der wenigen Krimis, der zwar jede Menge Ermittlungsarbeit enthält, aber nicht davon lebt. Es sind diese beiden Detectives und dabei insbesondere Antoinette Convay, die den Reiz des Romans ausmachen. Sie glaubt nicht an sich, aber sie glaubt an Gerechtigkeit. Deswegen ist es ihr vollkommen egal, ob sie sich zum Affen macht oder jemandem nicht gefällt, was sie tut. Sie will die Wahrheit wissen. Schwer tut sie sich nur damit, nicht daran zu glauben, dass nicht jeder, dem sie begegnet, ihr ausschließlich Steine in den Weg legen will. Aber gerade weil sie daran immer glaubt und deswegen nicht alles ungeprüft hinnnimmt, was man ihr sagt, kommt sie der Wahrheit schließlich auf die Spur.

Starker Krmi von Convay, von der wir hoffentlich bald mehr lesen dürfen.

Tana French: Gefrorener Schrei.
Scherz Verlag, Dezember 2016.
656 Seiten, Taschenbuch, 16,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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