Stephen King: Erhebung

Nach langer Zeit mal wieder ein „King“. Hab ungefähr seit Clown Pennywise (Es) so recht nichts mehr gelesen, also gefühlt mehrere hundert Jahre her. Da fiel mir ein Büchlein mir Hardcover auf, klein genug für die Jackeninnentasche und durchzulesen auf einer Zugfahrt, sagen wir von Dortmund nach Stuttgart. Ich habe das Bändchen deshalb mitgenommen, weil Stephen King neben seinen beeindruckenden Horrorschockern, immer wieder großartige Kurzgeschichten geschrieben hat (z.B. Stand by me.)

In diesem Fall, also der „Erhebung“, ist alles nicht ganz so toll – es ist eher ein Märchen und ein zeitgenössisches Gesellschaftsbild einer, wie immer, bürgerlichen Kleinstadt in Maine (Castle Rock), welches sicher den Zustand der amerikanischen Gesellschaft hinsichtlich Homophobie und Rassismus widerspiegelt. Zum Märchen: stellen wir uns das Gewicht eines Ballons vor, also die gesamte riesige Hülle wiegt, sagen wir, 100 Kilo. Füllt die sich mit Gas so wiegt sie immer noch hundert Kilo – wenn die Schwerkraft es denn zulässt – steigt aber in den Himmel. So ist es mit unserer Hauptperson: Scott wiegt immer weniger, verliert täglich ein paar Kilo, sieht aber gleich aus und er kann sich quasi ausrechnen, wann es ihn nicht mehr gibt. Er fühlt sich immer leichter und springt durch die Gegend, wie weiland Armstrong auf dem Mond. Statt nun in Depression zu verfallen wird er euphorisch und mischt sein Städtchen einigermaßen, im Hinblick auf die Akzeptanz eines lesbischen Pärchens, auf. Bis alle Freunde werden dauert es einige Zeit. Scott verliert sein Gewicht und wird quasi zum Engel, welcher der Stadt ihren Anstand zurückgibt. Ach ja, ist kein Fehler es zu Ende zu lesen. Aber eben auch keine Weltliteratur!

Stephen King: Erhebung.
Heyne, November 2018.
144 Seiten, Gebundene Ausgabe, 12,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Fred Ape.

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