Sergej Lukianenko: Quazi

Russland, 2027: Aufgrund eines nicht näher beschriebenen Ereignisses stehen Tote als Zombies wieder auf. Nachdem sie allerdings eine Weile über alles, was sich bewegt, hergefallen sind, machen sie eine so genannte Erhöhung durch und sind dann wieder vernunftbegabte Wesen, so genannte Quazi. Als Quazi können sie wieder an der Gesellschaft teilnehmen. Denis Simonow ist Polizist und ermittelt besonders in Fällen, die die Zombies, die Aufständischen, betreffen. Als er einen neuen Partner zugeteilt bekommt, ist seine Begeisterung nicht sehr groß. Der neue Mann an seiner Seite ist ausgerechnet ein Quazi namens Michail Bedrenez. Gemeinsam recherchieren sie in einem seltsamen Fall, in dem eine Quazi unter Verdacht steht, ihren Menschenmann umgebracht zu haben, damit dieser ebenfalls als Quazi erhöht werden kann.

In seiner neuen Romanreihe wagt sich Sergej Lukianenko an eine Zombiegeschichte mit vielen Krimielementen. Und das gelingt ihm überraschend gut. Anfangs muss man sich erst in der Welt Russlands im Jahr 2027 hineinfinden. Dort angekommen, entwickelt sich die Geschichte sehr positiv und zeigt großes Potenzial für die Fortsetzungen. Lukianenko entwirft zwei teils parallellaufende, teils miteinander verwobene Gesellschaften und zeigt im Roman viele Seiten seiner Quazi, die sich beispielsweise in hohem Maße mit der christlichen Auferstehung Jesu identifizieren.

Denis Simonow ist ein interessanter Protagonist. Während er an seinem aktuellen Fall arbeitet, wird er immer wieder mit seiner eigenen Vergangenheit konfrontiert. 2017, als die seltsame Wandlung mit den Aufständischen begann, verlor er seine Frau und seinen Sohn an die Aufständischen. Seitdem mag er weder Aufständische, noch Quazi. Seine Vergangenheit wird parallel zu der aktuellen Geschichte in kurzen, immer wieder auftretenden Rückblicken erzählt. Das sorgt für zusätzliche Spannung und bereichert die Geschichte. Man spürt durch und durch, dass Lukianenko ein guter Erzähler ist.

Als Übersetzerin aus dem Russischen wird Anja Freckmann genannt. Leider ist die Übersetzung an vielen Stellen holprig, manchmal mehr als dürftig. Gepaart einer Vielzahl an Satzfehlern entsteht so leider kein besonders überzeugendes Bild. Für die Folgebände wäre an dieser Stelle mehr Qualität wünschenswert!

Ansonsten ein super Buch, da kommen hoffentlich bald die Folgebände!

Sergej Lukianenko: Quazi.
Heyne, November 2017.
416 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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