Miika Nousiainen: Die Wurzel alles Guten

Ein Buch vom Suchen, wobei das Finden letztendlich nicht so wichtig ist. Analog etwa: der Weg ist das Ziel. Hört sich etwas abgedroschen an. Ist aber durchaus richtig. Es gilt immer, einen Anfang zu machen. In diesen, ich nenne es mal „Tagebuchaufzeichnungen“ zweier finnischer Brüder, Pekka und Esko – ersterer ist ein Werbeagenturmensch und zur Zeit getrennt lebend und Nesko der Zahnarzt,der eigentlich auch nur das sein will. Fast schon autistisch steif zieht er seinen Klienten die Zähne oder macht sie heil.  Die Begegnung von Pekka und Nesko ist zufällig. Pekka hat Zahnschmerzen. Er sieht in der Namensgleichheit und an der Ähnlichkeit des Zahnarztes, dass da eine eventuelle Verwandtschaft der Grund sein kann. Zack, nach und nach geht die Reise los, denn sie wissen beide, als sich herausstellt, dass sie Halbbrüder sind, so gut wie nichts von ihrem gemeinsamen Vater.

Es wird eine Geschichte des Wiederfindens, des Neukennenlernens und irgendwie auch eine Reise zu sich selbst. Die Familie vergrößert sich auf jedem Kontinent und endet in Darwin, Australien. Der Vater war eine Wanderer und Abenteurer, und ohne schlussendlich Vorwürfe zu machen, stellt sich heraus, dass er fünf Kinder gezeugt hat. Und die treffen sich und finden sich. Eine vielleicht etwas steif erzählte Geschichte, vor allem, wenn es um gesellschaftspolitische Themen geht, oder um die Lage der Ureinwohne in Australien. Zitat „Das ist traurig“. Aber eine warmherzige Geschichte ist es auch. Man freut sich, die „neuen“ Verwandten und deren heutigen Lebenshintergründe, ob in Schweden, Thailand oder Australien, kennenzulernen. Eine sympathische, und entwaffnende Story. Keine große Prosa, wie ich schon sagte, aber man schmunzelt die ganze Zeit mit. Ist doch schön!

Miika Nousiainen: Die Wurzel alles Guten.
Nagel & Kimche, August 2017.
256 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Fred Ape.

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