Liane Moriarty: Neun Fremde

Zehn Tage mitten im Sommer in einem abgelegenen Wellness-Resort in Australien. Neun Menschen lassen sich auf dieses vielversprechende Abenteuer ein. Neun Fremde sind es allerdings nicht. Unter den Personen ist auch eine dreiköpfige Familie und ein Ehepaar. Die übrigen Personen kennen einander allerdings tatsächlich nicht. Und erstmal läuft alles ganz anders, als sie es erwartet hätten. Fünf Tage sollen sie zu Beginn des Aufenthalts in ständigem Schweigen verbringen.

Und ihre Taschen werden auch noch auf Schmuggelware in Form von Wein und Schokolade durchsucht. Denn hier herrschen strikte Diätvorschriften. Leiterin Masha hat sogar noch einen weitaus komplexeren Plan für die Neun.

Mich konnte „Neun Fremde“ irgendwie nicht komplett packen. Es gibt das ein oder andere interessante oder spannende Kapitel, aber bis dahin dauert es unheimlich lang. Die erste Hälfte ist in meinen Augen insgesamt sehr langweilig. Alle Personen werden knapp vorgestellt. Manche von ihnen, wie die Autorin Frances, werden dabei etwas mehr bedacht als andere, wie etwa die Alleinreisende Carmel. Aber irgendwie lernt man niemanden richtig kennen. Frances wird vielleicht noch am detailreichsten dargestellt. Alle Figuren zeigen Ecken und Kanten, das ist nicht das Problem. Aber man wird nicht recht warm mit ihnen. Was mich wirklich am Lesen gehalten hat, war Mashas Plan hinter der ganzen Geschichte. Sie wird sehr geheimnisvoll dargestellt und man möchte einfach wissen, was sie vorhat.

Immerhin muss ich gestehen, dass der Roman sich insgesamt flott liest. Liane Moriarty kann definitiv gut und interessant schreiben. Selbst das Setting ist interessant gewählt. Fernab der Zivilisation, die Autos der Gäste werden irgendwo „versteckt“ und Genussmittel, Handys und Co. sind tabu. Einzig die Handlung wollte bei mir den Funken nicht recht überspringen lassen.

Kann man lesen, muss man aber nicht.

Liane Moriarty: Neun Fremde.
Diana, August 2019.
528 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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