Laetitia Colombani: Der Zopf, gelesen von Andrea Sawatzki u.a.

Drei Frauen, drei Kontinente, drei Geschichten. Arm und reich, mit und ohne Kinder, allein oder eingebunden. Was haben diese drei Frauen miteinander zu tun?

Smita lebt in Indien, gehört einer der untersten Kasten an, verrichtet Arbeit, die verachtet wird und sie krank macht und möchte etwas besseres als Schicksal für ihre kleine Tochter.

Giulia lebt in Italien, glaubt alles zu haben, der geliebte Vater besitzt eine Perückenmanufaktur und ihr größtes Problem ist ihr neuer Freund, von dem sie nicht weiß, ob die Familie ihn akzeptieren wird. Da verändert ein Rollerunfall ihr ganzes Leben.

Und Sarah, sie lebt in Kanada auf der Sonnenseite des Lebens, zumindest oberflächlich betrachtet. Die ist erfolgreiche Anwältin einer großen Kanzlei, verdient gut, aber sie muss sich dafür verbiegen. Niemand darf wissen, dass die Arbeit nicht das ganze Leben ist, sie muss funktionieren wie eine Maschine und niemals zeigen, dass sie etwa noch ein Leben außerhalb der Kanzlei hat. Bis ihr das Leben schmerzhaft zeigt, dass auch sie eine Schwachstelle hat und dass sie mit einem Recht hatte: die Kanzlei darf man nicht schwächeln, sonst kommen die Haifische.

Viel mehr möchte ich an dieser Stelle über den Inhalt eigentlich nicht sagen,  denn die Spannung, wie diese drei Geschichten miteinander verwoben sind, bleibt bis fast zum Schluss. „Der Zopf“ ist eigentlich nicht ein Roman, sondern es sind drei, alle mit recht offenem Ende. Durch die drei Sprecherinnen gelingt es auch problemlos, den drei Geschichten zu folgen, die ohnehin zu unterschiedlich sind, dass es kaum je zu einer Verwechslung kommen kann. Alle drei sind tolle Sprecherinnen, die „ihre“ Protagonisten auf ihre ganz eigene Art interpretieren und darstellen. Dazu kommt die einfache, aber doch poetische Sprache, die Zuhören zu einem echten Vergnügen macht.

Unbedingte Hörempfehlung dieses Hörbuchs über die verworrenen Wege des Lebens.

Laetitia Colombani: Der Zopf, gelesen von Andrea Sawatzki, Valery Tscheplanowa, Eva Gosciejewicz.
Argon Verlag, April 2018.
5 CDs, Ungekürzte Fassung, 5 Stunden und 40 Minuten.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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