Karl Olsberg: Boy in a White Room, gelesen von Björn Beermann

Manuel wacht in einem weißen Raum auf. Er weiß noch nichts, nicht einmal, dass er Manuel heißt. Seine einzige Gefährtin ist die computergenerierte Alice – und er hat das Internet. Stück für Stück versucht er herauszufinden, was geschehen ist. Seine Mutter und er wurden überfallen. Er wurde verletzt. Er liegt im Koma, deswegen gab sein Vater ihm die Möglichkeit, in dieser virtuellen Welt zu überleben. Er hat dort alles, was er braucht, inklusive einer ganz eigenen Welt, die auf dem Herrn der Ringe basiert. Dort könnte er bleiben und werden, was immer er möchte. Nur in die Realität kann er nicht zurück. Will Manuel das? Und wer ist das geheimnisvolle Mädchen, dass er in Lifestreams entdeckt, dass ihn zu kennen scheint und an das er sich zu erinnern glaubt.

„Boy in a White Room“ macht so manchen Turn, der alles, was der Zuhörer bislang zu verstehen glaubte, wieder völlig auf den Kopf stellt. Nichts ist wie es scheint und der Zuhörer erlebt die fremde Welt nur aus Sicht von Manuel. Ist die Frage zuerst, ob so ein Leben noch lebenswert ist, widmet sich der Roman bald ganz anderen Fragen, die so nicht vorauszusehen waren. Viel mehr kann man über den Inhalt nicht schreiben, ohne zu Spoilern. Es bleibt durchweg spannend, aber es ist auch ein verstörendes Hörbuch, an dem an dranbleiben will und muß. Man sollte ein wenig Zeit einplanen, wenn man damit anfängt, in diesem Fall auch Zeit, das Gehörte gehörig sacken zu lassen. Denn man kann nach dem Ende dieses Hörbuchs nicht einfach eine Geschichte ad acta legen. Es regt zum Denken an, zum Nachdenken über die eigene Welt und die eigene Wahrheit.

Ein tolles Jugendbuch, auf das man sich allerdings einlassen muß. Man darf nicht den Fehler machen, über Logikbrüche nachzudenken, denn was anfangs wie einer erscheint, gewinnt im Laufe des Zuhörens doch mehr und mehr Sinn.

Karl Olsberg: Boy in a white room, gelesen von Björn Beermann.
Audible GmbH, Oktober 2017.
Hörbuch-Download, Ungekürzte Fassung, 6 Stunden und 38 Minuten.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

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