June Perry: White Maze 01: Du bist längst mittendrin

Viv ist ein It-Girl, das mit der modernen Technik aufgewachsen ist. Ihre Mutter ist Entwicklerin bei einem großen Spiele-Konzern und Linsen, die VR übertragen und das Handy ersetzen, sind schon lange Standard. Der neuesten Clou, kurz vor der Markteinführung, sind Linsen, die nicht nur Bilder übertragen, sondern dem Gehirn des Trägers das gesamte Programm vorspiegeln, also inklusive Gerüchen, haptischen Einwirkungen usw. Da stirbt Vivs Mutter Sofia, offiziell an einem Herzinfarkt. Aber so alt war sie doch noch gar nicht.

Kurz vor ihrem Tod hat sie Viv zuerst die neuen Linsen zum ausprobieren gegeben und dann mehr als hysterisch wieder weggenommen. Stimmt etwa etwas nicht mit den Linsen? Viv macht sich auf die Suche nach Antworten.

Zunächst mal ein Wort zum äußeren des Buches. Das Cover ist noch mal umhüllt von weißer, milchiger Folie, umgeklappt wie ein Schutzumschlag. In Hinsicht auf den Inhalt des Buche ist das ziemlich genial: das wahre Bild wird verschleiert.

Die Geschichte von „White Maze“ startet in einer perfekten Welt. Viv hat alles, Freunde, Klamotten, Geld, ein Leben. Dann stirbt ihre Mutter und sie landet in der Wildnis bei einer Gruppe Nerds, ohne anständiges Klo und Dusche und vollkommen offline. Zum Schluss lässt sie sich auf das neue Spiel ein und landet ein einer Zuckerwattewelt, von der sie inzwischen weiß, dass sie nicht real ist. Das macht es ihr aber nicht immer leichter, vorgespieltes von der Realität zu unterscheiden. Und eins hat sie inzwischen gelernt: man kann wirklich sterben, wenn man nicht auf seine Schritte achtet. Und man kann gefahren nicht immer sehen.

Spannendes Jugendbuch, das mit vorgegaukelter Realität spielt, aber immer so, dass zumindest der Leser es unterscheiden kann. Sehr schön gemacht.

June Perry: White Maze 01: Du bist längst mittendrin.
Arena, Juni 2018.
376 Seiten, gebundene Ausgabe, 18 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Regina Lindemann.

 

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