Jeffrey Archer: Die Clifton-Saga 03: Erbe und Schicksal

erbeGroßbritannien, 1945: Harry Clifton gelingt es endlich, seine Jugendliebe Emma zu heiraten und mit dem gemeinsamen Sohn Sebastian zusammen zu leben. Alles läuft gut in seinem Leben, als Autor von Krimis startet er endlich richtig durch und seine Lesereise führt ihn schon bald über den Atlantik. Emma beginnt zu studieren, ihr Bruder Giles wird erfolgreich im Parlament. Als Giles allerdings eine Frau kennenlernt, sieht seine Mutter Elizabeth rot. Sie glaubt, dass die junge Frau sich nur das große Erbe der Familie unter den Nagel reißen möchte. Kurzerhand enterbt sie den Sohn heimlich weitgehend und sorgt so bis nach ihrem Tod zu Zwist in der Familie. Sebastian, Harrys Sohn, wird unterdessen erwachsen und stolpert unversehens in einen Hinterhalt, der für ihn sehr gefährlich werden könnte.

Endlich ist der Weltkrieg vorbei und eine normale Handlung kann wiederaufgenommen werden. Kriegsjahre sind für mich in solchen epischen Familiengeschichten wie der Clifton-Saga immer ein Gräuel und doch muss ich rückblickend zugeben, dass der zweite Band „Das Vermächtnis des Vaters“ vielleicht sogar ein bisschen besser war als der vorliegende. Im Wesentlich geht es hier um die Jahre 1945 bis etwa 1957 und die Personen Harry, Emma, Giles und Sebastian. Letzterer macht wohl die spannendsten Erlebnisse durch und auch die interessante Wandlung. Die anderen Figuren scheinen diesmal nur Nebenwerk und das ist sehr schade, denn die übrigen Bände haben sie bisher weitgehend bestimmt. „Erbe und Schicksal“ ist keinesfalls schlecht, aber für mich sicher der bisher enttäuschendste Band. Gerade Giles‘ Eskapaden in der Politik ermüden. Einziger Lichtblick diesbezüglich sind die weitreichenden Intrigen seines Gegenspielers, die sogar das Schiffsunternehmen der Familie in Gefahr bringen. Bei „Erbe und Schicksal“ ist erneut die Machtfrage eine sehr große. Viele Seiten befassen sich mit dem Fortführen des Titels der Familie Barrington und der Zukunft des Schiffsunternehmens. Denn das Flugzeug gewinnt als Transportmittel an Bedeutung und das hat auch Einfluss auf die Barringtons.

wunschWas den Band trotzdem lesenswert macht, ist Archers absolut gelungene Schreibe. Es gelingt ihm spielend, die Figuren zum Leben zu erwecken und echt wirken zu lassen. Dabei spielt ihm natürlich auch in die Karten, dass seine Leser und Leserinnen diese bereits aus den anderen Bänden kennen und mögen gelernt haben. Wenn „Erbe und Schicksal“ auch etwas schwächer bleibt, besteht bei mir trotzdem große Vorfreude auf den nächsten, vierten Band. „Im Schatten unserer Wünsche“ wird voraussichtlich im September 2016 auf Deutsch erscheinen.

Jeffrey Archer: Die Clifton-Saga 03: Erbe und Schicksal.
Heyne, April 2016.
512 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Janine Gimbel.

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