J. R. Ward: Black Dagger Legacy 03: Zorn des Geliebten

Auch der schlagende Arm der Vampir-Bruderschaft, die Black Dagger brauchen Nachwuchs. Im Kampf gegen die Lesser in Diensten Omegas, sind sie zahlenmäßig unterlegen, die Auseinandersetzungen gegen ihre internen Gegner habe sie weiter geschwächt. Nachdem sich Vampire der Glymera eher weniger zu den Bluttaten der Dagger berufen fühlen, hat der König ein Schulungs- und Trainingsprogramm aufgelegt, das für alle Vampire offen steht. Selbst zwei Frauen haben den mehr als anspruchsvollen Eignungstest bestanden und trainieren mit ihren männlichen Kameraden.

Peyton kommt zwar aus adeliger Familie, ist aber als Tunichtgut und Taugenichts verschrien. Drogen und Sex, Anders hat er nicht im Sinn – bis er sich dem Programm anschließt. Dass seine Freundin Paradise ebenfalls im Programm ist und dort ihre wahre Liebe gefunden und sich gebunden hat, ist für ihn ein schwerer Schlag. Während sein Vater noch versucht ihn für eine gute Partie anzubieten, trifft er in der traumatisierten Novo im Programm sein Schicksal – doch kommen die Beiden, die so unterschiedlich sind, überhaupt zusammen und passen sie zueinander?

Dieselbe Frage gilt für Saxton, der Anwalt des Königs und Ruhn, einem ungebildeten Vampir mit einer Aversion gegen das Töten. Zu oft musste er schon den Henker geben, als dass er noch Gefallen daran findet. Als Analphabet ist er mit Minderwertigkeitskomplexen ausgestattet, als Saxton sich zu ihm hingezogen fühlt, scheint er überfordert. Seine sexuelle Orientierung zu erkennen und anzunehmen, die soziale Kluft, die sie trennt zu überwinden scheint für ihn kaum im Bereich des Machbaren zu liegen …

J. R. Ward erzählt eigentlich grundsätzlich immer dieselbe Geschichte. Es geht um eine Liebe, die nicht sein kann, nicht sein darf und die diese Hindernisse mühsam aber unausweichlich überwindet.

Inkludiert ist dabei immer der plakativ gezeichnete Sex der beiden – seien es hetero- oder homosexuelle Paare – und ein gewisses Maß an Gewalt. Dazu kommen packend beschriebene Kämpfe die für weitere Dramatik sorgen. Nach diesem Rezept legt die Autorin ihre Romane an, und zeigt uns zumeist zwei Paare, die sich suchen und finden. Vorliegend ist dies nicht anders. Dass sie gleichgeschlechtliche Beziehungen als normal und alltäglich darstellt, dass sie auf Ausgrenzungen, Vorurteile und Ressentiments gegenüber ihren Helden, gleich aus welchem Grund, eingeht, verleiht den Romanen eine gewisse Tiefe.

Daneben bedient sie geschickt den Voyeurismus ihrer Leser(-innen). In der Sicherheit des Heims können diese zumindest in der Phantasie Sexclubs, Swingerparties und S/M Spielchen miterleben und sich am Verpönten erfreuen. Dass dies bestens funktioniert zeigen die Verkaufszahlen der Bücher, die nicht nur in den USA und bei uns, sondern fast überall auf der Welt Bestseller-Statur genießen.

Fazit: Es bleibt dabei, nichts wirklich Neues aus dem Reich der Black Dagger, aber routiniert verfasste Mischung aus Gewalt, großen Gefühlen, jede Menge Dramatik und reichhaltigem Sex.

J. R. Ward: Black Dagger Legacy 03: Zorn des Geliebten.
Heyne, Juni 2018.
512 Seiten, Taschenbuch, 9,99 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Carsten Kuhr.

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