Fabio Geda: Vielleicht wird morgen alles besser

Viele feine Lebensweisheiten durchziehen diesen Roman über das Heranwachsen von Ercole in Turin. Wir begleiten seine Ich Erzählung von früher Kindheit bis zum Fast Erwachsensein. Und es ist kein Jugendroman, aber ein bisschen doch. Ich wünschte mir, dass die Kids mal wieder, anstatt stumpfsinnig und mit fadenscheinig interessierter Miene (denn eigentlich kann da nie wirklich was Wichtiges stehen) in ihre Smartphones zu starren, ein Buch dieses Kalibers lesen. Eine Art Mark Twain (Huck Finn) Story auf Italienisch. Und mit kleinen Weisheiten meine ich, dass das Leben immer eine Art Billard ist „man weiß nie in welche Richtung sich die Kugeln bewegen“. Ercole erlebt aber auch einen Scheiß nach dem anderen, er ist auf der anderen Seite aber ein reflektierter Junge mit Zielen vor Augen.

Nach dem Motto „Ich schaffe das“ sucht er, obwohl fast unmöglich, denn es gibt nur als Indiz eine Postkarte ohne Adresse, seine Mutter. Und? Findet sie. Es gibt aber auch die anderen Lebenstiefpunkte, wo er meint, hier ist alles zu Ende. Sich daraus wieder ans Licht  winden zu können, ist die Botschaft dieses Buches. Es liegt eine Liebe über allem, aber wie es so ist, wo Sonne -, ist auch viel Schatten – grad in diesem scharfkantigen Turin mit den heißen staubigen Sommern und der – wegen der Alpennähe – beißenden Wintern. Familienidyllen sind selten, eigentlich muss man sein Leben lang um sein Glück kämpfen und bei Ercole fängt dieser Kampf zwangsläufig früh an. Schön ist, dass er immer eine Art Verantwortung in sich spürt, eine, die ihn antreibt. Dass er dabei auf oft die Schnauze fällt, ist Teil der backline, das er immer wieder aufsteht ist Teil der großen Frage nach dem Sinn des Lebens! Und der Sinn des Lebens ist das Leben selbst!

Fabio Geda: Vielleicht wird morgen alles besser.
Knaus Verlag, Mai 2018.
288 Seiten, Gebundene Ausgabe, 20,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Fred Ape.

 

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