Andrea Heuser: Augustas Garten

gartIn Augustas Garten wachsen Träume und Sehnsüchte. Ihre Mutter Barbara hat ihr diesen Garten mit bunten Blumen an ihr Fenster gemalt.

Seit Augusta mit ihrer Mutter vom Vater weg zu Eduard gezogen ist, ist sie traurig. Der neue Mann an Mutters Seite bleibt ihr fremd. Sie fühlt sich nicht wohl in dem Haus mit dem Zimmer, das jetzt ihr Zimmer sein soll und es scheint, dass weder ihre Mutter Barbara, noch Eduard sich wirklich in die Lage Augustas versetzen können. Die Fünfjährige kann die Trennung der Eltern nicht nachvollziehen, ihre heile Welt ist aus dem Lot. Die Mutter vermag ihr nicht über den Verlust hinwegzuhelfen. Wenn Augusta sie fragt, wann sie wieder nach Hause gehen würden, antwortet Barbara „bald“. 

Irgendwann merkt das kleine Mädchen, dass die Mutter nicht die Wahrheit gesagt hat und dass „bald“ immer nur eine Ausrede war.  In ihrer Enttäuschung weiß sie sich nur so zu helfen, dass sie an ihrem Geburtstag wegläuft.

Die Geschichte ist auf zwei Erzählsträngen aufgebaut. – Einmal lässt uns die Autorin am Leben der kleinen Augusta teilhaben, der zweite Erzählstrang dreht sich um ihre Mutter Barbara. Um deren Verwirrung, als Augusta nicht mehr nach Hause kommt, um Episoden aus ihrer Ehe mit Augustas Vater, um ihre eigene Kindheit, ihre Erinnerungen an den Vater, der als Kriegsheimkehrer ein ganz anderer geworden ist.

Andrea Heuser hat anrührende Szenen, die die Not und Verzweiflung Augustas aus Sicht des Kindes und auch den Status ihrer Mutter Barbara überzeugend beschrieben. Vor allem zeigt sie die kindlichen Gedankengänge Augustas feinfühlig auf.

Eine nachdenklich machende Studie über das seelische Leiden eines Kindes nach der Trennung der Eltern.

Andrea Heuser: Augustas Garten.
DuMont Buchverlag, Juli 2016.
224 Seiten, Taschenbuch, 10,00 Euro.

Diese Rezension wurde verfasst von Annegret Glock.

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